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Klangrundgang durch Eisenach

Bildquelle: Jan Lucas Päsler
Einen tollen Tag in der Drachenschlucht gemeinsam mit Förster Alexander Hartung vom Forstamt Marksuhl und Hündin Vea erlebten (vorne rechts) erlebten Leah Teixeira (10), Emma (11) und Lisa Knierim (8), Emil Baumbach (11), Jonathan Hölzer (11), Marie (8) und Lisa Greiner (12) sowie Alexander Michel (11) (v.l.n.r.). Unterstützt wurden sie von Djuana Mannel (hinten links) und Franziska Klemm (hinten rechts) sowie von Jan Lucas Päsler (nicht im Bild) vom Wartburg-Radio.

In der zweiten Sommerferienwoche waren acht Kids zwischen 8 und 12 Jahren gemeinsam mit dem Wartburg-Radio und der Peter-Mädler-Stiftung auf einem besonderem Klangrundgang in Eisenach unterwegs. An vier Tagen starteten die Jungen und Mädchen vom Lokalsender aus zu Eisenacher Sehenswürdigkeiten und lauschten vor Ort wie es klingt. An jeder Station war ein professionelles Aufnahmegerät mit am Start, mit dem die Kids Klänge und Interviews mit Experten aufgenommen hatten.

Wir wollten es schaffen, dass die Kids ihre Umgebung akustisch entdecken und ganz neue Zugänge zu Kultur und Natur bekommen, erklärt Medienpädagogin Franziska Klemm vom Radio.

Gemeinsam mit Joachim Preß und Cornelia Breitsprecher von der Peter-Mädler-Stiftung hatte sie die Idee zu dem akustischen Ferienradio.

Los ging es am Montag, dem 25. Juli, am Eisenacher Markt 23:

Dort bin ich sonst immer einfach vorbeigelaufen ohne mir Gedanken zu machen, verrät Lisa Greiner (12) aus Wutha-Farnroda.

An dieser Stelle befindet sich das Peter-Mädler-Haus. Cornelia Breitsprecher von der dazugehörigen Stiftung stellte den Kids das Haus vor und verriet, wer Peter Mädler war:

Er war ein netter und lebensfroher Mensch, der immer Kinder und Kultur unterstützt hat.

Nach seinem Tod sollen durch die Mieteinnahmen des Hauses weiterhin kulturelle Projekte mit Kindern und Jugendlichen gefördert werden. Dann durften die jungen Interessierten auch mal in den alten Gewölbekeller des Hauses schauen.

Am Montag Nachmittag zog die Gruppe weiter zum Diakonissenmutterhaus Richtung Karlsplatz in Eisenach. Seit einiger Zeit gibt es dort ein Glockenspiel, was täglich um 8 Uhr, um 12 Uhr und um 17 Uhr läutet und unterschiedliche Lieder zum Erklingen bringt. Schwester Helga Schöller erklärte den Kids alles Wissenswerte zum Glockspiel und zum Haus. Extra für die Ferienkids erklang das Glockenspiel an diesem Tag außer der Reihe um 13.30 Uhr. Wer mag, kann sich das Glockenspiel selbst einmal anhören – vom Karlsplatz aus oder vom Innengelände des Diakonissenmutterhaus, welches für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Am Dienstag ging es zu einem der außergewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten von Eisenach, der Drachenschlucht. Ihren Namen hat die Drachenschlucht vom Eisenacher Stadtpatron, dem „Heiligen Georg“, der den Beinamen „Drachentöter“ trägt, verriet Förster Alexander Hartung vom Forstamt Marksuhl. Der Sage nach soll er mit einem solchen Drachen gekämpft haben. Mit dabei war Hündin Vea, die für tolle Geräusche zum Aufnehmen sorgte – sie lies es sich nicht nehmen, im Bach zu planschen und überraschte die Kids, da sie auf Handzeichen bellen konnte. Neben vielen Sounds nahmen die jungen Radiomachenden auch auf, welche Aufgaben der Forst in der Drachenschlucht hat – es war ein spannenden Tag voller Bewegung und Entdeckungen. Auf dem Rückweg sorgte ein Stop an der Eisdiele für Abkühlung an diesem warmen Ferientag.

Der Mittwoch stand ganz im Zeichen von Eisenachs berühmtesten Musiker – Johann Sebastian Bach. Am Vormittag lauschte die Gruppe einem der Eisenacher Marktkonzerte in der Georgenkirche. Für viele Kids war es das erste mal, dass sie einem Orgelkonzert zuhörten.

Das war ganz schön laut und ungewohnt, war Alexander (11) aus Eisenach überrascht.

Pfarrer Stephan Köhler erklärte alles Wissenswerte zur Georgenkirche, in der Bach getauft wurde. Nicht nur er, sondern auch die Heiligen Elisabeth von Thüringen und Martin Luther sind mit der Kirche eng verbunden. Nach dem Konzert durften alle Kinder nach oben zur großen Orgel und sie genau unter die Lupe nehmen. Der bekannte Organist Eric Koevoets aus Rotterdam erklärte den jungen Leuten, wie das Instrument funktioniert und Jonathan (10) aus Bad Langensalza durfte sogar selbst einmal auf der Orgel spielen:

Das war ein tolles Erlebnis, berichtete er begeistert.

Am Mittwoch Nachmittag besuchte die Ferienradiogruppe das Bachhaus. Uwe Fischer vom Bachhaus lud dazu ein, verschiedenen historischen Instrumenten wie Spinett und Clavichord zu lauschen:

Das sind Klänge, die man nicht jeden Tag hört, erzählten die Geschwister Lisa (8) und Emma (11) aus Eisenach.

Uwe Fischer erklärte anschließend am Mikrophon, was es im Bachhaus alles zu sehen und zu hören gibt und warum er so gut Englisch sprechen kann – die Vorführung hielt er nämlich zweisprachig ab.

Alexander (11) und Emil (11) durften dann noch einmal Fragen rund um die historischen Instrumente stellen und die Informationen fürs Radio aufnehmen. Im Studio konnten die Teilnehmenden am Donnerstag die Beiträge zu einer Radiosendung zusammenschneiden. Das Highlight waren an diesem Tag eine Pizza-Party und die anschließende Live-Sendung mit allen Kids im Studio:

Das war aufregend und hat großen Spaß gemacht, freute sich Alexander (11), Das könnte ich jeden Tag wieder machen.

Die Kids durften auch ihre Wunschmusik in der Sendung spielen.

Alle Beiträge mit den Klängen und Interviews sind auf der Website des Wartburg-Radios zu finden: www.wartburgradio.com. Die komplette Sendung ist noch einmal am Mittwoch, dem 10. August, um 10 Uhr auf UKW 96,5 oder via Stream zu hören. Außerdem soll gemeinsam mit der Peter-Mädler-Stiftung ein Klangrundgang entstehen, den junge und ältere Klangliebhaber an den verschiedenen Stationen in der Stadt anhören können, so die Projektorginisatoren.

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