DLRG Thüringen warnt vor Betreten von Eisflächen!

Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode GmbH – Eckart Katte
Erfurt. Trotz der derzeitigen frostigen Nachtemperaturen ist eine Eisdecke auf Seen und Flüssen eventuell noch zu dünn, um betreten zu werden. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) rät vor allem Eltern, ihre Kinder über die Gefahren, die auf zugefrorenen Seen lauern, zu informieren. René M. Rimbach, Präsident des DLRG Landesverband Thüringen, empfiehlt, sich bei den zuständigen Ämtern (z.B. Stadt- und Gemeindeverwaltungen) über den Zustand des Eises zu erkundigen.
„Ab einer Eisdicke von 15 Zentimetern können stehende Gewässer gefahrlos betreten werden, fließende erst ab 20 Zentimetern“, sagt Rimbach.
Grundsätzlich sollten sich Wintersportler nur an bewachten Gewässern und nie allein auf das Eis wagen, sowie auf Warnungen in lokalen und regionalen Medien achten.
Eis sendet Signale aus, die jeder erkennen sollte. Dunkle Stellen verraten: Es ist noch viel zu dünn. Hier droht Gefahr einzubrechen, also betreten verboten. Wenn das Eis knistert und knackt, am besten flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen und in Bauchlage in Richtung Ufer bewegen. Besondere Vorsicht ist auf verschneiten Eisflächen und an bewachsenen Uferzonen geboten. Auch Seen, die von Bächen oder Flüssen durchzogen sind, sind gefährlich. An den Ein- oder Ausflüssen kann innerhalb weniger Meter das Eis deutlich dünner und die Eisqualität völlig anders sein als auf dem Rest des Sees.
Wer sich auf das Eis wagt, sollte sich zur eigenen Sicherheit vorher nach geeigneten Rettungsmitteln umsehen. Im Notfall ist schnelle Hilfe geboten, der Verunglückte droht schnell zu unterkühlen.
Auch nach der Rettung aus dem Eis ist Vorsicht geboten.
„Zur Vermeidung eines Rettungskollaps, dem Kreislaufversagen durch Absinken der Körpertemperatur in Folge einer Durchmischung von warmem Blut aus dem Körperkern mit kaltem Blut aus den Extremitäten sind Maßnahmen zur Wiedererwärmung nur im sogenannten Abwehrstadium durchzuführen“, gibt Florian Löffler, Landesverbandsarzt der DLRG Thüringen zu bedenken. „Im Abwehrstadium versucht der Körper, die Körperkerntemperatur durch Möglichkeiten zur Wärmeerzeugung konstant zu halten. Der Patient zeigt hierbei u.a. die typischen Erkennungsmerkmale kalte, blasse Haut und Muskelzittern. In weitergehenden Stadien der Unterkühlung sollen keine Aufwärmversuche mehr unternommen werden. Der Patient sollte sich möglichst nicht selbst bewegen und auch nicht von Helfern bewegt werden!“
Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte des Wasserrettungszuges der DLRG Thüringen trainieren auch den winterlichen Ernstfall regelmäßig. Hier werden besondere Herausforderungen an die Retter gestellt. Nur wer gut ausgebildet ist und über das notwendige Equipment verfügt, vermeidet es, selbst zum Opfer zu werden.
Über die DLRG
Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Hierfür klären ihre ehrenamtlich Aktiven über Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im Rettungsschwimmen aus. Zudem wachen fast 49.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer jährlich 2,7 Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern. Sie engagieren sich darüber hinaus in der örtlichen Gefahrenabwehr und bilden Einheiten der rund 100 DLRG Wasserrettungszüge für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die DLRG zählt rund 630.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer unterstützen die lebensrettende Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Wenn Sie einen Beitrag zur Arbeit der DLRG im Freistaat leisten möchten, ist Ihre Spende willkommen. Infos unter: thueringen.dlrg.de
Kontoverbindung: Sparkasse Mittelthüringen; IBAN: DE78 8205 1000 0125 0181 50

