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Gesa Schumann bei der Strandüberwachung in Wilhelmshaven. | Bildquelle: © Gesa Schumann/ DLRG Eisenach

Beschreibung: Gesa Schumann bei der Strandüberwachung in Wilhelmshaven.
Bildquelle: © Gesa Schumann/ DLRG Eisenach

Eisenacher Rettungsschwimmer an Deutschlands Küsten im Einsatz

Die schönste Zeit des Jahres, der Urlaub, ist vorbei und der Ernst des Lebens hat wieder begonnen. Auch in 2018 verbrachten erneut viele Eisenacher Rettungsschwimmer ihre arbeits-, schul- und vorlesungsfreie Zeit nicht träge am Strand, sondern im Einsatz in Freibädern oder an den Küsten von Nord- und Ostsee. Damit sind sie nicht allein. Rund 47.000 Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-RettungsGesellschaft (DLRG) wachen jährlich über 2 Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern. Im vergangenen Jahr haben sie über 750 Menschen das Leben gerettet!

Aber die Eisenacher sind nicht nur an den Küsten aktiv. Celina Franz war als Rettungsschwimmerin in Ruhla im Einsatz. Das Hauptaugenmerk galt hier der Prävention, um Gefahrensituationen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Ruhlaer sich ihre tägliche Schwimmrunde auch von noch empfindlich kalten Morgentemperaturen nicht nehmen lassen, sagt die junge Frau. Zum Glück gab es keine besonderen Vorkommnisse, da sich alle Badegäste besonnen verhalten haben. Besonders bei großen Temperaturunterschieden zwischen Luft und Wasser ist es wichtig, den Körper langsam an die Kälte zu gewöhnen, da sonst Kreislaufprobleme auftreten können.

Foto: © Celina Franz/ DLRG Eisenach • Celina Franz im Waldbad in Ruhla.

Auch Annalena Geyer arbeitet in ihrer Freizeit in einem heimischen Bad, dem aquaplex Eisenach. Als Mitglied der Sportfördergruppe der Bundeswehr ist sie Thüringens schnellste Rettungsschwimmerin. Besonders im Freibadbetrieb werden zusätzliche Fachkräfte zur Absicherung des Badebetriebes benötigt. Der Betriebsleiter Thimo Scheiba schätzt an den Rettungsschwimmern der DLRG nicht nur die solide Ausbildung, sondern vor allem auch ihr Wissen um die Gefahren im und am Wasser.

Gesa Schumann verbrachte einen Großteil ihrer vorlesungsfreien Zeit an der Nordsee. Aufgrund des „Jahrhundertsommers“ waren die Strände durchweg sehr gut besucht. Das sorgte allerdings auch für viele Einsätze an Land und im Wasser. Wobei viele Notfälle durch das nicht einhalten von Baderegeln und Selbstüberschätzung entstanden. So betreute Gesa Schumann ein kleines Mädchen, welches einen so heftigen Hitzeschlag bekam, dass ihre Augen anschwollen, sie zitterte und sich übergeben musste. Bei einem weiteren Einsatz kam das Rettungsbrett zum Einsatz.

Zwei Jungs im Alter von 9 und 11 Jahren dachten, dass sie trotz Strömung und Wellengang quer durch den See schwimmen könnten, erzählt die Studentin. Zum Glück habe ich die beiden rechtzeitig bemerkt und begleitete sie mit dem Brett, so dass sie sich bei Bedarf festhalten konnten.

Gesa Schumann auf einem Rettungsbrett in Wilhelmshaven.

Foto: © Gesa Schumann/ DLRG Eisenach • Gesa Schumann auf einem Rettungsbrett in Wilhelmshaven.

In Kühlungsborn waren Ritva Anacker und Paula Zachen vor allem mit dem Versorgen von Wespenstichen beschäftigt. In einem Fall trat sogar ein allergischer Shock auf, der eine sofortige Verlegung des Patienten in das nächste Krankenhaus erforderlich machte.
Wie gefährlich auch die Ostsee sein kann, wird oft von den Badegästen unterschätzt. Bei Westwind können gefährliche Strömungen auftreten, die auch geübte Schwimmer schnell auf das offene Meer hinaustreiben können. So besteht eine Hauptaufgabe der Einsatzkräfte in der Aufklärung der Strandbesucher über die Gefahren im und am Wasser.

Dass Buhnen keine Klettergerüste sind, sondern an ihnen lebensbedrohliche Unterströmungen und Sogwirkungen entstehen können, ist auch den wenigsten Eltern bewusst, stellt Paula Zachen fest. Oft müssen wir als Rettungsschwimmer der DLRG hier eindringliche Überzeugungsarbeit leisten.

Paula Zachen kurz vor einem Bootseinsatz in Kühlungsborn.

Foto: © Paula Zachen/ DLRG Eisenach • Paula Zachen kurz vor einem Bootseinsatz in Kühlungsborn.

Selina Urbach hatte in ihren zwei Wochen in Heiligenhafen ein auch für erfahrene Rettungsschwimmer nicht alltägliches Erlebnis. Während ihres Einsatzes wurde ein toter Schweinswal an den Strand gespült.

Der Kadaver lockte naturgemäß sehr viele Schaulustige an. Diese galt es insbesondere über die Infektionsgefahr aufzuklären, beschreibt die angehende Krankenschwester die Situation vor Ort.

Eine weitere Woche verbrachte Selina Urbach in Fehmarn Burg im Wachdienst. Hier hatte sie auch die Möglichkeit, neue Rettungsgeräte zu testen, zum Beispiel den Seabob Rescue. Der Seabob ist ein kleiner, tragbarer, elektrisch angetriebener Jetski, der auch tauchfähig ist. Über Wasser erreicht er Geschwindigkeiten von bis zu 15 Stundenkilometern, unter Wasser immer noch von bis zu 11 und unterstützt so Rettungsschwimmer bei der Wasserrettung. Auch der noch nicht sehr lang im Arsenal der DLRG befindliche Rescuerunner stand für Einsätze und Übungen bereit. Hierbei handelt es sich um ein einzigartiges und speziell für die Wasserrettung von Personen entwickeltes Rettungssystem basierend auf der Technik eines Jetski.

Das perfekte Sommerwetter begleitete auch Sandra und Michael Warmann bei ihrem Einsatz an der Nordseelagune Burhave. Die heißen Temperaturen lockten tausende Badegäste an den Strand. Hier den Überblick zu behalten ist die größte Herausforderung für Rettungsschwimmer.

Auffällig dabei waren viele kleinere Kinder, die mit Schwimmflügeln ihren großen Geschwistern nacheifern wollten, stellt Sandra Warmann fest. Dieses Verhalten kann bei ungünstigen Wind- und Strömungsverhältnissen schnell zu einem tödlichen Problem werden. Für mich war es erschreckend zu sehen, wie viele Kinder nicht richtig schwimmen können und dass diese immer älter sind, fügt ihr Ehemann Michael an.

Gestützt wird seine Beobachtung durch eine von der DLRG beauftragten, repräsentativen forsaUmfrage, wonach fast 60 Prozent der zehnjährigen Kinder Nichtschwimmer sind!

Andrea T. | | Quelle:

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