Früherkennung nutzen, Krebs rechtzeitig erkennen

Weltkrebstag am 4.2.

Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de
Dr. Annette Rommel

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar ruft die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen auf, die Vorsorgeangebote in den Praxen der Niedergelassenen wahrzunehmen. Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache im Freistaat. Nach Angaben des Statistischen Landesamt starb im Jahr 2021 jeder Fünfte an den Folgen einer Tumorbildung.

Nutzen Sie die Chance und lassen Sie auch ohne Beschwerden einen Check auf Krebserkrankungen durchführen. Die Chancen auf eine Heilung stehen umso besser, je früher Krebs erkannt wird. Viele Früherkennungsuntersuchungen werden von den Krankenkassen bezahlt, sagt Dr. Annette Rommel, die erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen.

Zu den bekanntesten Früherkennungsuntersuchungen zählen das Hautkrebs-Screening, das Mammografie-Screening und weitere Früherkennungsuntersuchungen für die Frau, die präventive Koloskopie sowie Früherkennungsuntersuchungen für den Mann. 

Obwohl nach der Corona-Pandemie wieder mehr Thüringer zur Früherkennung in die Praxen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte kamen, bleibt die Anzahl der Untersuchungen weiter unter dem Vor-Corona-Niveau. So führten die Vertragsärztinnen und Vertragsärzte im Jahr 2019 noch 182.008 Hautkrebs-Screenings durch. Im Jahr 2022 waren es nur 164.408. Die Früherkennungsuntersuchung Mann wurde 2022 insgesamt 123.025-mal in Thüringen durchgeführt – rund fünf Prozent seltener als 2019. Bei den Mammografie-Screenings zeigt sich ebenfalls ein Rückgang. Insgesamt wurden 85.039 Mammografie-Screenings durchgeführt. Für die Untersuchung erhalten Frauen ab 50 Jahren eine Einladung. Die Teilnahmequote lag 2022 bei 57 Prozent. 

Der deutlichste Rückgang unter den betrachteten Vorsorgeuntersuchungen offenbart sich bei den präventiven Koloskopien (12.784), deren Anzahl zehn Prozent unter dem Niveau vor der Pandemie liegt. 

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Auf unserer Patienten-Seite finden Versicherte eine Übersicht der Früherkennungsuntersuchungen samt eines Vorsorgekalenders, der die wichtigsten Untersuchungen und die geltenden Altersgrenzen zusammenfasst: https://patienten.kvt.de/ihre-informationen/frueherkennung-und-vorsorge.

Hintergrund

Hautkrebs-Screening: Ab dem Alter von 35 Jahren haben gesetzlich Krankenversicherte alle zwei Jahre Anspruch auf einen Hautkrebscheck.

Mammografie-Screening: Ab einem Alter von 50 Jahren haben Frauen, die über eine gesetzliche Krankenversicherung verfügen, alle zwei Jahre Anspruch auf diese Form der Brustkrebs-Früherkennung.

Präventive Koloskopie: Einen Anspruch zur Darmkrebsfrüherkennung per präventiver Koloskopie haben sowohl Frauen als auch Männer. Bei den Männern gilt der Anspruch ab 50 Jahren, bei Frauen ab 55 Jahren.

Früherkennung Frau: Zwischen 20 und 34 Jahren haben Frauen jährlich Anspruch auf eine zytologische Untersuchung – mit klinischer Untersuchung, Befundmitteilung und Beratung; zusätzlich ab dem Alter von 30 Abtasten der Brustdrüsen und der regionären Lymphknoten einschließlich der Anleitung zur Selbstuntersuchung. Ab dem Jahr 2020 wurde das Untersuchungsintervall der Vorsorgeuntersuchungen verändert. Frauen ab 35 Jahren haben nun alle drei Jahre Anspruch auf ein kombiniertes Screening aus zytologischer Untersuchung und HPV-Test als Kombinationstest mit klinischer Untersuchung, Befundmitteilung und Beratung; Abtasten der Brustdrüsen und der regionären Lymphknoten einschließlich der Anleitung zur Selbstuntersuchung. Aufgrund der Umstellung sind die Zahlen ab 2020 nicht direkt mit den vorherigen Statistiken vergleichbar. 

Früherkennung Mann: Bei Männern ab 45 Jahren zahlt die gesetzliche Krankenkasse einmal im Jahr eine Tastuntersuchung der Prostata.

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