Werbung

Offener Brief der Eisenacher Gesundheits- und Fitnessanlagen

In knapp 10.000 Fitness- und Gesundheitsstudios trainieren 11,66 Millionen Mitglieder (die Daten entstammen den Eckdaten der deutschen Fitnesswirtschaft 2020 vom DSSV). Wir sind als Unternehmen unmittelbar von den COVID-19-Betriebsschließungen betroffen. Soweit es die volkswirtschaftliche Relevanz der Fitness- und Gesundheitsstudiobranche betrifft, so wird diese trotz der Gesamtanzahl von 217.400 Mitarbeitern in den Unternehmen (ders. a.a.O.) als nicht systemrelevant eingeordnet.

Die Systemrelevanz von Fitnessstudios und Gesundheitsstudios folgt zwar nicht aus den statistischen ökonomischen Daten, sondern vielmehr aus dem essentiellen Beitrag von Fitnessstudios für die Volksgesundheit. Diese Stellung wird von der Politik unterschätzt, wenn nicht sogar übersehen!

Bei einem Fitness- und Gesundheitstraining geht es unter anderem darum, die Muskulatur der Menschen zu stärken. Es entspricht einhelliger wissenschaftliche Auffassung, dass Bewegung und Muskeltraining zur Stärkung des Immunsystems führen und damit unmittelbar Einfluss auf Lunge und Atemmuskulatur nehmen. Wir erlauben uns insoweit aus der Studie von Herrn Dr. med. Kurt Mosetter (Experten Allianz für Gesundheit), wie folgt zu zitieren:

„Training versus Immunschwäche und Sarkopenie“

Das Muskelsystem in Aktion oder mit anderen Worten „trainierende Muskeln“ sind der Dynamo für die Batterie des Immunsystems mit seinen vielschichtigen Armen…

Das Ausmaß der altersentsprechenden Sarkopenie bestimmt die Immunkompetenz  entscheidend“. Mit anderen Worten, das Trainieren in Fitness- und Gesundheitsstudiosleistet einen relevanten Beitrag dafür, dass das Immunsystem der Menschen gestärkt wird und damit auch die Risikogruppen im Zusammenhang mit der aktuellen Pandemie reduziert werden.

Es ist daher nach dargestellter und vorherrschender Ansicht falsch, Fitnessstudios lediglich auf die durch die Eigenart des Betriebes begründeten abstrakten Infektionsrisiken zu reduzieren. Es sollte genauso der wertvolle Beitrag des Trainings im Zusammenhang mit der Stärkung des Immunsystems berücksichtigt werden.

Die Menschen in Deutschland versterben jedes Jahr in großer Anzahl, weil sie keinen Sport treiben, so z.B. an Herz-Kreislauferkrankungen, Übergewicht, Diabetes, Bewegungsmangel, Bluthochdruck, hohe Triglycerid-Werte, fehlender Muskulatur (die zu tödlichen Stürzen führt) usw.

Wir helfen mit unserer Dienstleistung all dies zu verhindern! Unsere Dienstleistung erfolgt ohne die Notwendigkeit eines direkten Körperkontakts. Die Fitness- und Gesundheitsbranche ist in der Lage, die Gesundheit der Bevölkerung aufrecht zu erhalten und dauerhaft sicher zu stellen!

Allein die Schließung derartiger Einrichtungen während der letzten Wochen führt bei den Menschen zu gesundheitlichen Folgen, die nur schwer aufzufangen, geschweige kurz- oder mittelfristig wieder gut zu machen sind.

Analog zu der seit dem 20.04.2020 in den jeweiligen Verordnungen der Länder dokumentierten Lockerungen könnten auch Fitnessstudios sukzessive wieder für die Öffentlichkeit freigegeben werden. Insoweit könnten exemplarisch folgende Maßnahmen berücksichtigt werden:
– Schulung der Mitarbeiter des Fitnessstudios zu den Verhaltens- und Abstandsregelungen einschließlich deren Kontrolle;
– Sicherstellung von Teilnehmerzahlen (durchschnittlich je 10 Quadratmeter ein Trainierender);
– temporäre Sperrung von einzelnen Geräten, sofern nicht mindestens 1,5 Meter Abstand eingehalten wird oder andere Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel die Trennung durch eine Plexiglasscheibe;
– Vorhalten von Handschuhen und/oder Mundschutz für die Mitarbeiter;
– Nies- und Spuckschutz im Thekenbereich;
– Anbringung zusätzlicher Desinfektionsmittelspender;
– zusätzliche Reinigung der Trainingsgeräte durch Mitarbeiter

Anhand dieses Maßnahmenkataloges wird deutlich, dass die angeordneten Schließungen nicht alternativlos sind, sondern dass durch die Einhaltung von Auflagen das Trainieren in Fitnessstudios im Hinblick auf potentielle Ansteckungsrisiken beherrschbar ist und der positive Effekt des Trainings überwiegt. Es gibt daher keinen sachlichen Grund, dass unsere Berufsausübungsfreiheit weiterhin derart beschränkt wird.

Wir fordern Sie daher dringend dazu auf, im Rahmen der Verhandlungen zu der nächsten Verordnung die Schließung der Fitnessstudios zu überdenken und eine Wiedereröffnung unter Auflagen zu ermöglichen.

Je länger der Schließungszustand besteht, umso größer ist das Insolvenzrisiko der gesamten Branche einschließlich der damit zusammenhängenden Industrie. Zudem wird sich auch der Gesundheitszustand der Menschen durch das fehlende Training signifikant verschlechtern.

Mit freundlichen Grüßen,

Jens Ursinus (impuls Gesundheitszentrum)
Marco Engel (Living Gesundheit und Fitness & New Life)
Michael Berk (Kampfsportschule & Sport und Fitnessstudio Berk)
Nora Ursinus (Mein Yoga in Eisenach)
Susann Hochhaus (My Life Gesundheits- und Bewegungszentrum)
Jana Barth (Tao Way, Qi Gong und Tai Chi Schule)
Elke Köhler (Yogaschule Eisenach)

Werbung
Top