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Schulkinder nicht überfordern

Noch haben alle Schulkinder Ferien. Doch Bundesland für Bundesland kommt das Ende der Schulferien in Sicht. Und dann beginnt der Stress für viele Kinder erneut. Jeden Tag prasseln neue Erfahrungen auf Kinder ein, im Akkord müssen Daten, Fakten und Zusammenhänge aufgenommen werden, um ja nicht den Anschluss an die guten Noten zu verlieren. So ein Kinderalltag kann ganz schön schlauchen.

Hausaufgaben, Schwimmkurs, Flötenunterricht, Mathe-Nachhilfe und abends schnell noch für den Vokabeltest lernen – Schulkinder haben oft ein straffes Tagesprogramm, das kaum mehr Raum zur freien Gestaltung und Erholung bietet. Dass Eltern heute keine Möglichkeit auslassen, um ihr Kind zu fördern, ist angesichts der wachsenden Anforderungen verständlich. Schließlich soll das Kind bestmöglich für seine Zukunft gerüstet sein und sich gegen die Konkurrenz durchsetzen können.

Allerdings macht Überforderung krank. Kinder im Alter zwischen 6 und 14 Jahren zeigen sehr häufig Anzeichen von Schulstress. Typische Symptome sind Kopf- und Bauchschmerzen, Schlafstörungen und Unruhe, Gereiztheit oder Migräne. Wenn der Stress zum Dauerzustand wird, können ernsthafte Erkrankungen wie Depressionen oder Burn out die Folge sein. Das richtige Maß zwischen fördern und überfordern zu finden fällt Eltern zunehmend schwer. Dabei ist wichtiger denn je, dass der Nachwuchs seine Kindheit möglichst unbeschwert erleben kann.

Kinderärzte betonen, dass Kinder Phasen der Ruhe brauchen, um Neues zu verarbeiten und abzuspeichern. Eine weitere wichtige Voraussetzung, um zu lernen, ist das eigene Interesse. Nichts ist ein stärkerer Motor für das Aneignen von neuem Wissen als die eigene Neugier. So können Kinder unzählige Fakten über ihr Lieblingstier referieren, die Vokabeln für den Englischtest wollen aber selbst nach Stunden nicht in den Kopf. Deshalb sollten Eltern sich an den natürlichen Talenten und Neigungen ihres Kindes orientieren und diese gezielt unterstützen. Und statt angeblich gefragtes Spezialwissen einzutrichtern, ist es sinnvoller, das Kind durch die Vermittlung von Werten und die Stärkung seines Selbstbewusstseins dazu zu befähigen, sich später mutig selbst in der Welt zu behaupten.

Spielen ist wichtig. Zum einen verschafft es dem Kind Phasen, in denen das Schullernen im Hintergrund steht, zum anderen erlernen Kinder beim Spiel geistige und soziale Fähigkeiten, die für ihr späteres Leben grundlegend sind.

Statt Kinder von einem Termin zum nächsten zu hetzen, sollten Eltern sich mit dem Nachwuchs auch mal eine Entspannungs- oder Bewegungspause gönnen. Danach klappt es auch wieder mit dem Lernen.

Was hilft Eltern, wenn ihr Kind generell matt und lustlos wirkt, soziale Kontakte vernachlässigt und Stresssymptome wie Schlafstörungen, Kopf- oder Bauchschmerzen oder zunehmende Unruhe und Gereiztheit zeigt? – Mit dem Kind reden, selbstkritisch alle Termine auf Notwendigkeit hinterfragen und sich gegebenenfalls Rat und Hilfe bei Experten holen, etwa beim Kinderarzt oder Psychologen. Aber bitte: Greifen Sie nicht zur leistungssteigernden Wunderpille.

Eine medizinische Beratung erhalten VIACTIV-Versicherte telefonisch rund um die Uhr unter 0800 1405541 22090.

Andrea T. | | Quelle:

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