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Welt-Aids-Tag: Mehr Engagement notwendig, um Ende von Aids bis 2030 zu erreichen

Die Covid-19-Pandemie hat entscheidende Erfolge in der Bekämpfung von HIV und Aids im Globalen Süden zurückgeworfen. Auch in Deutschland müssen Bemühungen erhöht werden, den Zugang zu HIV-Aufklärung, medikamentöser Prophylaxe und zu frühzeitiger Diagnose zu verbessern.

Die Vereinten Nationen (UN) haben mit den nachhaltigen Entwicklungszielen (Sustainable Development Goals – SDGs) das Ziel festgeschrieben, bis 2030 Aids zu beenden. Durch die globale Covid-19 Pandemie sind nun verstärkte Anstrengungen notwendig. In 52 Ländern des Globalen Südens, wo 43 Prozent aller Menschen mit HIV leben, wurden durch die Covid-Pandemie Präventions- und Behandlungsprogramme unterbrochen und es gab nur sehr eingeschränkten Zugang zu Testmöglichkeiten. Damit wurden Neuinfektionen nicht entdeckt und Menschen haben die oft lebensnotwendige Therapie unterbrechen müssen. Darüber hinaus stellen die Vereinten Nationen in Ihrem neuen Bericht zum Welt-Aids-Tag fest, dass weltweit Kriminalisierung, Stigmatisierung und die Ungleichbehandlung von Geschlechtern ein Ende von Aids massiv behindern. Diese Faktoren sind bei vulnerablen Bevölkerungsgruppen ausschlaggebend dafür, wie gut sich Menschen vor einer Infektion schützen können. So ist das Risiko in Sub-Sahara Afrika für junge Frauen und Mädchen drei Mal höher eine HIV-Infektion zu bekommen als für Jungen im gleichen Alter. Menschen die in Ländern wie Uganda leben, wo gleichgeschlechtliche Beziehungen kriminalisiert werden, haben ein vielfach höheres HIV Ansteckungsrisiko.

Auch in Deutschland kann die Situation verbessert werden. Ein Teilziel der UN, dass 95 Prozent der Menschen mit HIV von ihrer Infektion wissen, wird hier noch nicht erreicht. In der Bundesrepublik wissen 8600 Menschen also rund 10 Prozent nichts von ihrer HIV-Infektion. Häufig wird eine Infektion erst spät im Krankheitsverlauf diagnostiziert. Das führt durch verspäteten Therapiebeginn unnötigerweise nicht nur zu einer höheren Sterblichkeit sondern zu Ansteckungsrisiken. Gerade auch um Neuansteckungen zu verhindern, hat das Robert-Koch-Institut (RKI) jüngst bestätigt, dass die sogenannte Präexpositionsprophylaxe (PrEP) eine sehr wirkungsvolle Präventionsmethode gegen HIV ist. Der Zugang dazu konzentriert sich allerdings auf fünf große Städte in der Bundesrepublik. Die Möglichkeit dieses Medikament gerade in ländlichen Räumen verschrieben zu bekommen, ist noch viel zu gering.

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Tina Rudolph erklärt dazu:

Ich freue mich sehr, dass wir die Beiträge für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria um 30 Prozent steigern konnten. Deutschland wird damit seiner internationalen Verantwortung gerecht und leistet wichtige Unterstützung in der Bekämpfung von Aids in ärmeren Ländern. Wir müssen weiterhin alles tun, um ein Ende von Aids bis 2030 zu erreichen. Dazu gehört auch, dass wir uns noch stärker für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung und Stigmatisierung engagieren. In Deutschland müssen wir uns vor allem auch dafür einsetzen die HIV-Aufklärung zu verbessern und Neuinfektionen viel früher zu diagnostizieren. Auch muss der Zugang zur Präexpositionsprophylaxe PrEP im ländlichen Raum verbessert werden.

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