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Weltalzheimertag im Altenpflegeheim Wartburgblick

Marion Engelmann arbeitet seit sechs Jahren im Altenpflegeheim „Am Wartburgblick“. Sie ist zusätzliche Betreuungskraft nach §87b und kennt sich mit dem Krankheitsbild von Alzheimer-Erkrankten aus. Sie weiß, dass ein wichtiges Hilfsmittel zur Arbeit mit Demenzerkrankten die Biografie ist.

Nur wenn ich weiß, wie sich das Leben des Bewohners vor Einzug in unser Heim gestaltet hat, kann ich sein Verhalten besser verstehen und darauf eingehen.

Mit Einzelgesprächen in den Bewohnerzimmern bauen Marion Engelmann und die sieben anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sozialen Betreuung im „Haus Wartburgblick“ eine individuelle Beziehung auf.

Am 21. September wird auch in Deutschland der Welt-Alzheimer-Tag begangen. In diesem Jahr lautet das Thema: „Demenz – vergiss mich nicht.“ Früher oder später begegnet das Thema Demenz fast jedem: in der eigenen Familie, im Sportverein, auf der Straße oder im Berufsleben. Der Welt-Alzheimer-Tag will das Thema Demenz in das Bewusstsein der Menschen bringen. Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. sind 46 Millionen Menschen weltweit von Demenzerkrankungen betroffen. Immer am 21. September finden seit nunmehr elf Jahren die verschiedensten Aktionen statt, um die Öffentlichkeit auf die Lebenslage von Erkrankten und deren Angehörigen aufmerksam zu machen.

Im Altenpflegeheim „Haus Wartburgblick“ werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich mit demenzerkrankten Menschen konfrontiert. Mit Fotoalben oder Gegenständen, die sich an der Biografie des Betroffenen orientieren, kommt Marion Engelmann schnell ins Gespräch. So wird die Erinnerung an vergangene Lebensabschnitte schnell lebendig und die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner werden sichtbar.

Mit diesen gesammelten Informationen kann ich gezielte Angebote planen. Wenn ich aufgrund seiner Biografie erfahren habe, dass sich eine Bewohnerin gern im Freien aufhält oder früher gern gegärtnert hat, gehe ich mit ihr oft ins Freie, mache Spaziergänge und hole mir Tipps über die Pflege von Pflanzen ein, berichtet Marion Engelmann.

Neben den pflegerischen Berufen, haben die sozialen Berufe einen hohen Stellenwert in stationären Einrichtungen. Durch das Pflegestärkungsgesetz vom 01.01.2015 haben alle Bewohnerinnen und Bewohner einen Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Aktivierungsleistungen nach §87b, Sozialgesetzbuch (Soziale Pflegeversicherung). Besonders für die Demenzerkrankten gibt es im „Haus Wartburgblick“ viele Aktivierungsleistungen, die von den Mitarbeitenden aus der sozialen Betreuung umgesetzt werden. Körperliche Übungen gepaart mit kognitiven Aufgaben werden mindestens einmal wöchentlich durchgeführt. Diese Übungen können Demenz zwar nicht vermeiden, dennoch regen sie sowohl Körper als auch Geist an und können somit Symptome verzögern.

Jede Woche gibt es musikalische Angebote gegen das Vergessen.

Mit Musik bekommen wir schnell guten Kontakt zu unseren Bewohnern, so Engelmann.

Sie freut sich immer über die Dankbarkeit der Betroffenen. Auch wenn sie sich nicht immer verbal äußern können: Ein Lächeln und ein freundlicher Händedruck sind der schönste Dank für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der sozialen Betreuung.

Der Welt-Alzheimer-Tag ist besonders wichtig für die Angehörigen, sagt Marion Engelmann. An dem Tag wird auf ihre schwierige Lage aufmerksam gemacht.

Sie selbst wird an diesem Tag in einem Wohnbereich einen kreativen Nachmittag anbieten.

Andrea T. | | Quelle:

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