Anzeige

Zu wenig Corona-Schutzimpfungen im Wartburgkreis, mehr Anstrengungen notwendig

Weil der Wartburgkreis innerhalb der 17 Landkreise und sechs kreisfreien Städte lediglich Platz 17 bei den Erstimpfungen und Platz 18 bei den Zweitimpfungen belegt, wollten wir vor Ort wissen, worin die Ursachen zu finden sind, erklären die beiden Landtagsabgeordneten der LINKEN Anja Müller und Sascha Bilay im Nachgang ihres Besuches im Impfzentrum Bad Salzungen.

Das Team um Impfmanagerin Susann Fritsche und Sabine Härtel berichtete von den Momenten mit Gänsehaut, als im Frühjahr die Generation der 80jährigen und älter zu ihren Impfterminen erschienen waren. Bis zu 500 Impfungen wurden damals täglich durchgeführt. Derzeit seien es an einzelnen Tagen nur vier Erstimpfungen. Die „hohe Kunst“ bestünde gegenwärtig darin, dafür Sorge zu tragen, dass kein Impfstoff in der Mülltonne lande. Täglich verbringen deshalb die hoch motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrere Stunden am Telephon, um Termine der Impfbereiten optimal zu organisieren. Ende Juni hätten die Landkreise und kreisfreien Städte sowohl von der Kassenärztlichen Vereinigung als auch dem Thüringer Gesundheitsministerium entsprechende Briefe erhalten, um vor Ort noch stärker für das Impfen zu werben.

Über das so genannte Bratwurst-Impfen kann man geteilter Meinung sein. Weder wollen wir jemand belohnen noch bestrafen. Uns geht es vorrangig um einen Appell an den gesunden Menschenverstand und den gegenseitigen Schutz innerhalb der Gesellschaft. Dafür müsse auch der Landrat seine Bemühungen zur Aktivierung deutlich erhöhen, fordern die beiden Landtagsabgeordneten aus dem Wartburgkreis.

Müller und Bilay würden es mit Sorge sehen, dass die Impfbereitschaft stark nachgelassen habe. Niemand könne seriös abschätzen, wie sich die Fallzahlen nach den Sommerferien vor allem in den Schulen entwickeln würden.

Wir sollten auch im Interesse unserer Kinder und Enkelkinder alles dafür tun, dass im Herbst ein regulärer Unterricht an den Schulen möglich ist. Dazu gehört auch das Impfen in den Familien, betonen die beiden Parlamentsmitglieder.

An diesem Samstag würden sowohl in Bad Salzungen als auch in Eisenach Impfungen ohne vorherige Terminvergabe sowohl der Hersteller Johnson & Johnson als auch BioNTech. Damit könne allen Impfwilligen ab 12 Jahren ein Impfangebot in der Region unterbreitet werden.

Wir gehen davon aus, dass solche Angebote nicht einmalig bleiben werden. Wir regen deshalb an, dass auch über den Landrat im Vorfeld solche Aktionen breit geworben wird. Wir meinen damit nicht Bleiwüsten im Amtsblatt der Kreisverwaltung, sondern offensive Kampagnen mit Plakaten und Menschen vor Einkaufsmärkten, Gartencentern und Geschäften, bekräftigen die beiden Linkspolitiker:innen abschließend.

Anzeige
Top