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Anbau für Landeskirchenarchiv Eisenach wurde eingeweiht

14 Regal-Kilometer für Akten, Lesehof und Fledermaus-Quartiere entstanden

Mit einem Gottesdienst wurde am 4. Mai in Eisenach nach zwei Jahren Bauzeit der Erweiterungsbau für das Magazin des Landeskirchenarchivs der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) durch Landesbischof Friedrich Kramer eingeweiht. 14 Regal-Kilometer Lagerkapazität entstanden, insgesamt sind nun 26 Regal-Kilometer verfügbar. Die Baukosten betrugen etwa vier Millionen Euro, Klima- und Naturschutz-Maßnahmen wurden berücksichtigt.

Die durch die Corona-Schutzvorgaben stark reduzierte Eröffnungsfeier fand im Lesegarten zwischen den beiden Archivgebäuden statt. Landesbischof Friedrich Kramer übernahm im Gottesdienst die Einweihung und Predigt, durch die Liturgie führte Ralf-Peter Fuchs, Superintendent des Kirchenkreises Eisenach-Gerstungen, für die musikalische Umrahmung sorgte der Eisenacher Posaunenchor unter Leitung von KMD Christian Stötzner. Brigitte Andrae, Präsidentin des Landeskirchenamtes, sprach als oberste Dienstherrin des Archivs ein Grußwort. Mit dabei waren außerdem Vertreter des Weimarer Architektenbüros „Nitschke+Kollegen“, die den Bau entworfen und bis zur Fertigstellung begleitet hatten, sowie Vertreter des Baureferates und Finanzdezernates der EKM.

Die Erweiterung war nötig geworden, da durch vermehrte Gemeindefusionen und Schließung von Pfarrämtern mehr Platz für die Archivierung von Akten gebraucht wurde. Der 2014 eingeweihte Neubau für das Eisenacher Landeskirchenarchiv hatte sich schneller als gedacht gefüllt und die bisherige Lagerkapazität von 12 Regal-Kilometern ist bald ausgeschöpft.

Der Anbau dient fast ausschließlich als Archiv zur Aufbewahrung von Akten, da die Infrastruktur mit Lesesaal, Seminarraum und Verwaltung ausreichend vorhanden ist. Entstanden ist ein kompakter, geschlossener Kubus mit Souterrain und fünf oberirdischen Geschossen. Fensteröffnungen gibt es nur an den beiden Schmalseiten am Ende der Flure. Zwei große Sortier- und Bearbeitungsräume mit 135 Quadratmetern für neu übernommene Akten- und Bücherbestände wurden integriert. Der Anbau ist vom Altbau durch einen unterirdischen Gang erreichbar. Zwischen Bestand und Neubau entstand ein „Lesehof“ (Bibliotheksgarten) mit Bepflanzung und Sitzstufen.

Die Fassaden aus grauen Betonelementen sollen Aktenrücken symbolisieren. Maßnahmen zum Artenschutz wurden integriert, zum Beispiel durch das Schaffen von Fledermausquartieren. Das Klimakonzept des ersten Baus wurde beibehalten: Wärmedämmung und geringe Fensterflächen sorgen dafür, dass die Archivräume kaum technisiert werden müssen und so deutlich Energie eingespart wird. Die wenige Technik dient nur zum Abfangen von kritischen Werten.

Das Archiv befindet sich auf dem Grundstück eines ehemals militärisch genutzten Geländes (Wehrmachtskaserne/Grenztruppen der DDR) in der Ernst-Thälmann-Straße in Eisenach. Es wurde bereits Platz für eine Erweiterung des Archivs eingeplant.

Weitere Informationen im Internet: www.landeskirchenarchiv-eisenach.de

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