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Deutsche Delegierte bereiten sich auf LWB-Vollversammlung vor

Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de

Lutherische Identität und Gendergerechtigkeit im Mittelpunkt der Diskussionen

Am Wochenende startete die Vorbereitung der deutschen Mitgliedskirchen auf die Dreizehnte Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes im September 2023 in Krakau (Polen). Rund 80 Personen trafen sich in Eisenach, darunter Delegierte aus den elf deutschen Mitgliedskirchen, Mitglieder der Versammlung des DNK/LWB sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kirchen in Mittel- und Westeuropa, um die Strukturen des LWB und die Abläufe der Vollversammlung kennenzulernen. Inhaltlich wurden zwei Schwerpunkte behandelt: Lutherische Identität und Gendergerechtigkeit. Beide Themen werden eine zentrale Rolle auf der LWB-Vollversammlung im nächsten Jahr spielen.

Der Vorsitzende des DNK/LWB, Landesbischof em. Dr. h. c. Frank Otfried July begrüßte die Delegierten und stimmte sie auf ihre Rolle bei der Vollversammlung ein:

Sie werden ihre Heimatkirche im LWB vertreten, aber Sie werden auch für die Gesamtheit der Lutheranerinnen und Lutheraner in Deutschland stehen und deren Stimme in die lutherische Weltgemeinschaft einbringen. Auf diese verantwortungsvolle Aufgabe wollen wir uns gemeinsam vorbereiten.

LWB-Generalsekretärin Pfarrerin Anne Burghardt erläuterte die Rolle der Vollversammlung im Leben der Kirchengemeinschaft:

In Krakau kommen alle LWB-Mitgliedskirchen zusammen. Wir wollen zusammen die Früchte der Arbeit der letzten Jahre ernten. Wir wollen nach vorn blicken und Ziele für die Arbeit bis zur nächsten LWB-Vollversammlung setzen.

Die Auseinandersetzung mit der lutherischen Identität begann mit persönlichen Gesprächen der Teilnehmenden untereinander. Die Vielfalt ihrer Prägungen öffnete den Blick für die noch größere Diversität im Lutherischen Weltbund, die den Delegierten während der Vollversammlung begegnen wird. Trotz der Unterschiede überwiegt das Verbindende in der lutherischen Gemeinschaft, wie sich auch im LWB-Studienprozess zeigte.

Zur Frage der Gendergerechtigkeit diskutierten die Delegierten ein Thesenpapier. Seit Jahrzehnten ist die Förderung von Frauen und von Gendergerechtigkeit in Kirche und Gesellschaft wichtiges Thema im Lutherischen Weltbund. Seit 1984 wurde das Bekenntnis des LWB zur Frauenordination durch jede LWB-Vollversammlung bekräftigt.

Die Vorbereitung der deutschen Delegierten wird durch das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) organisiert. Eine zweite vorbereitende Tagung ist im Januar 2023 in Krakau geplant. Dort stehen die christliche-jüdischen Beziehungen mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Geschichte im Mittelpunkt. Krakau liegt in der Nähe des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau.

Im Anschluss an die Vollversammlung findet eine weitere Sitzung zur Auswertung und Nacharbeit statt. Die deutschen Mitgliedskirchen stellen insgesamt 38 Delegierte zur Vollversammlung, die durch die Mitgliedskirchen benannt werden. Im Rahmen der deutschen Delegation wird die Ausgewogenheit der Delegation entsprechend der seit Jahrzehnten existierenden Regeln des LWB sichergestellt (min. 40 % Männer und min. 40 % Frauen; min. 20 % Jugend; Ordinierte und Laien/Laiinnen).

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