Initiative „Hoffnung unterwegs“
Im Rahmen der Initiative »Hoffnung unterwegs« war Bischof Werner Philipp am 9. August 2026 in der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) in Eisenach (Goethestraße 42, 99817 Eisenach).
Die Initiative möchte Menschen stärken – gerade in einer Zeit, in der vieles unsicher erscheint. Sie lädt dazu ein, neu zu entdecken, was Hoffnung heute bedeuten kann und wie sie hilft, den Alltag mit Zuversicht zu gestalten. Ein sichtbares Zeichen der Aktion ist das gemeinsame Pflanzen eines Apfelbaums. Er steht für Hoffnung, die wachsen darf, Zeit braucht und oft im Stillen beginnt– unscheinbar, aber tragfähig.
Gottesdienst in der Evangelisch-methodistischen Kirche in Eisenach
Gemeinsam mit der Gemeinde feiert um 10.00 Uhr einen Gottesdienst, in dem er die Predigt hält. In seiner Predigt legt Bischof Philipp den Vers 1. Petrus 3, 15 aus: „Heiligt aber den Herrn Christus in euren Herzen. Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.“ Er thematisiert das Thema „Hoffnung“, die den christlichen Glauben kennzeichnet. Unter der Überschrift „Frag-würdige Hoffnung“ beleuchtet der Bischof drei Aspekte: 1. Die christliche Hoffnung ist in unserer Welt und in unserer Zeit gefragt. Als Menschen brauchen wir Hoffnung und eine Perspektive, die un-serem Leben Sinn und Ziel geben. 2. Die christliche Hoffnung wird immer wieder in Frage gestellt. Erfahrun-gen von Katastrophen, Krisen und Kriegen lassen immer wieder nach der Wirksamkeit Gottes in unserer Welt fragen. Auch im persönlichen Leben verdunkeln Krankheit und Leiderfahrungen die Lebensfreuden und las-sen an der Hoffnung auf Gottes Wirken fraglich werden. 3. Die christliche Hoffnung ist es wert, dass immer wieder nach ihr gefragt werden. Neben der Liebe und dem Glauben bleibt auch die Hoffnung; so schreibt es der Apostel Paulus. Die Hoffnung setzt die Christinnen und Christen in Bewegung und ermutigt sie, sich für das friedvolle Miteinander und für heilvolle Beziehung unter den Menschen einzusetzen.
Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Posaunenchor der Gemeinde Bebra und der Leitung von Dieter Hohmann gestaltet. Als Liturgen waren Oberbürgermeister Christoph Ihling und Pastor Jürgen Stolze beteiligt.
Friedensandacht auf der Kriegsgräberstätte in Hötzelsroda
Im Anschluss an den Gottesdienst, um 11.30 Uhr, gestaltet Bischof Philipp gemeinsam mit Christoph Ihling, Oberbürgermeister der Stadt Eisenach, und Rainer König, Mitglied des Landesvorstands, Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Landesverband Thüringen, eine Friedensandacht auf der Kriegsgräberstätte in Höt-zelsroda (Dürrerhöfer Allee 11, 99817 Eisenach).
Rainer König stellt den etwa vierzig Anwesenden die Kriegsgräberstätte in Hötzelsroda vor. Er gibt Einblick in die Arbeit der Pflege der Kriegsgräber, die immer die Geschichte der Kriege und der Gewalt wachhalten und als Zeichen für Versöhnung. Besonders berührend ist die kurze Darstellung zwei Biographien, eines deut-schen Soldaten und eines us-amerikanischen Privats.
Mit dem Vortrag des nachdenklich stimmenden Liedes „Es ist an der Zeit“ von Hannes Wader hat Rainer König die Andacht musikalisch bereichert.
In seinem Grußwort nimmt Oberbürgermeister Christoph Ihling Bezug zum Gedenktag des Abwurfs der Atom-bombe auf die japanische Stadt Nagasaki am 9. August 1945. Mit dem Einsatz dieser damals neuen Waffen hat, die den Zweiten Weltkrieg beendet hat, hat das Angesicht der Erde verwandelt. Er selbst hatte Gelegen-heit die Stadt in Japan vor einiger Zeit zu besuchen. Heute ist es eine lebendige und friedliche Stadt. Dies ist ihm ein Zeichen dafür, dass die Hoffnung auf die Auferstehung, die in Christus begründet ist, Neues entstehen lässt.
In seinem Geistlichen Wort betrachtet Bischof Werner Philipp noch einmal die Christliche Hoffnung, die die Christenmenschen befähigt vor den aktuellen Kriegen und den Krisen der Gegenwart nicht zu resignieren, sondern im Vertrauen auf Gottes Wirken und seine Begleitung sich für den Frieden unter den Menschen – im Großen und im Kleinen – einzusetzen.
Im Rahmen der Andacht pflanzen die Bischof Werner Philipp, Oberbürgermeister Christoph Ihling und Rainer König vor dem Tor des Friedhofs einen Apfelbaum als Zeichen des Friedens, der Versöhnung und Hoffnung. Im gemeinsamen Gebet mit der Gemeinde wurde die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, das der Frieden in unserer Welt wachsen möge, so wie der Apfelbaum – langsam, aber nachhaltig.
Es ist übrigens ein besonderer Baum: es handelt sich um dann den 91. „Lutherbaum“ zu pflanzen. Tatsächlich der 91. von nur 95 Exemplaren. Jeder Baum steht für eine These Luthers. Gezüchtet wurde Lutherbaum von der Baumschule der Stiftung Hoffnungsthaler Werkstätten (Bodelschwinghsche Stiftung) in Lobetal.
BischofWernerPhilipp
Werner Philipp wurde 1967 in Erlabrunn (Erzgebirge) geboren. Nach einer Ausbildung als Dach-decker in der DDR entschied er sich für den pastoralen Weg und studierte Theologie an den Semi-naren der Evangelisch-methodistischen Kirche in Bad Klosterlausnitz und Reutlingen. Ein weiter-führendes Studium in den USA schloss er mit dem Doctor of Ministry (D.Min.) ab. Seit 1992 war er in verschiedenen Gemeinden tätig, später Superintendent im Distrikt Zwickau.
Im Februar 2025 wurde er zum Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche für Deutschland gewählt.
Evangelisch-methodistischeKirche (EmK)
Die Evangelisch-methodistische Kirche (EmK) ist eine evangelische Freikirche, die aus einer Er-weckungsbewegung in England im 18. Jahrhundert hervorgegangen ist. Prägend für ihren An-fang waren die Brüder John (1703–1791) und Charles (1707–1788) Wesley. Durch Rückwanderer aus England und den USA fand die EmK auch in Deutschland Verbreitung.
Zur EmK in Deutschland zählen rund 43.000 Kirchenglieder und Kirchenangehörige in gut 400 Gemeinden, die von etwa 300 Pastorinnen und Pastoren betreut werden. Bischof der EmK in Deutschland ist Werner Philipp. Die Kirchenkanzlei hat ihren Sitz in Frankfurt am Main.
Titelbild: von links: Christoph Ihling, Rainer König, Werner Philipp