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Pfingstwort von Landesbischöfin Junkermann

„Leben mit offenen Händen“

Vor dem bevorstehenden Pfingstfest (20./21.Mai) ruft die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), Ilse Junkermann, dazu auf, im Sinne der Botschaft von Pfingsten „den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ zu verbreiten, um Resignation, Hass und der Eskalation von Konflikten in der Welt entgegenzutreten.

Die Erde braucht den Geist der Feindesliebe, der Unversöhnlichkeit überwindet; den Geist der Freigebigkeit, der davor schützt, alles für sich haben zu wollen und zu horten; den Geist der Anteilnahme, der Mitmenschlichkeit stärkt und kalte Herzen wärmt; den Geist, der sich nach einer gerechten Welt sehnt und dem Ungeist widerspricht, der auf das Recht des Stärkeren setzt; und den Geist der Mitgeschöpflichkeit gegen den Geist der gnadenlosen Ausbeutung; den Geist Jesu Christi.

Der Geist Gottes könne nicht gemacht, sondern nur empfangen werden. Deshalb sei ein Leben mit offenen Händen die Grundhaltung von Christinnen und Christen:

Die offenen Hände erinnern uns: Wir können und wir müssen, ja, wir sollen nicht alles selbst machen. Die Empfangsbereitschaft für Gottesgaben schützt uns vor Selbstüberforderung und vor Selbstüberschätzung. Beides ist übergroß in unserer Welt; führt zu Erschöpfung; führt in unserer Welt zu Kriegen; ja, wir führen die Erde an den Rand der Zerstörung, weil wir meinen, alles in den Griff zu bekommen. Offene Hände und ein Leben mit Gottes Gaben und Gottes Geboten in dieser Welt – das bewahrt uns in Menschlichkeit und Mitgeschöpflichkeit.

So verändere Gott die Welt: nicht durch Heer oder Kraft, vielmehr durch einen neuen, durch seinen Geist:

Dieser Geist wirkt insbesondere darin, dass das Leben und Zusammenleben gelingt; dass Menschen sich aufrichten und aufrecht einstehen für Gott und seine Gebote, für Gerechtigkeit und Nächstenliebe und Friedlichkeit.

Der Geist Gottes befähige zu einem mündigen Leben, das eintrete für die Würde aller Menschen und ein Leben in Fülle für alle Geschöpfe:

Christinnen und Christen sollen nicht orientierungslose Opfer aller möglichen Zeitgeistströmungen werden, so die Landesbischöfin.

Selbstbestimmung, Erkenntnisfähigkeit, Mündigkeit seien notwendig für einen überlegten Umgang mit Trends und Zeitgeistströmungen.

Hintergrund:
Im Neuen Testament der Bibel wird erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie 50 Tage nach der Auferstehung von Jesus zum jüdischen Pfingstfest (Schawuot) in Jerusalem versammelt waren. „Und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an, zu predigen in anderen Sprachen“, heißt es in der Apostelgeschichte. Die Fähigkeit der Jünger, in allen Sprachen zu sprechen und alle Sprachen zu verstehen, wird als „Pfingstwunder“ bezeichnet. Durch den Heiligen Geist handelt Gott in der Welt und teilt sich den Menschen mit. Ein bekanntes Zeichen dafür ist eine fliegende Taube, die deshalb sehr häufig auf Bildern zum Pfingstthema zu sehen ist. Der Name Pfingsten geht zurück auf das griechische Wort „pentekoste“ (der fünfzigste), weil das Fest fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird. Damit endet gleichzeitig die Osterzeit.

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