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Schließung der evangelischen Schulen «Einzelfall»

«Bei der beabsichtigten Schließung der evangelischen Schulen in Nordhausen handelt es sich um einen Einzelfall. Alle anderen evangelischen Schulen im Freistaat Thüringen sind finanziert und damit gesichert», das betonte Oberkirchenrat Christhard Wagner vor der am Donnerstagabend stattfindenden Informationsveranstaltung in Nordhausen. Wagner ist als Mitglied der Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen für die evangelischen Schulen verantwortlich. Am Dienstag dieser Woche hatten die Kirchenprovinz Sachsen und die Thüringer Landeskirche die Absicht bekanntgegeben, die evangelische Regelschule und die evangelische Grundschule in Nordhausen zum Schuljahresende 2004 zu schließen. Die beiden Schulen seien vor dem Hintergrund eines vor Ort gescheiterten Finanzkonzeptes nicht mehr finanzierbar.

Die Thüringer Landeskirche hat derzeit für zehn evangelische Schulen in Thüringen die Trägerschaft. Von den zehn Schulen befinden sich fünf im Bereich der Thüringer Landeskirche und fünf im Bereich der Kirchenprovinz Sachsen. Die Thüringer Landeskirche unterhält Grundschulen in Gotha und in Eisenach sowie drei Gymnasien jeweils in Altenburg, Eisenach und Jena. Auf dem Gebiet der Kirchenprovinz Sachsen gibt es evangelische Grundschulen in Ufhoven, Mühlhausen und Nordhausen, eine Regelschule in Nordhausen und ein Gymnasium in Mühlhausen. Für diese Schulen der Kirchenprovinz Sachsen hat die Thüringer Landeskirche aus juristischen Gründen die Trägerschaft übernommen. Die zehn Schulen werden von insgesamt 1549 Schülerinnen und Schülern besucht. Beschäftigt sind 190 Lehrer und Erzieher sowie 21 Personen im technischen Bereich.

Einige der Schulen haben ihre volle Ausbaustufe noch nicht erreicht. «Die Gymnasien in Mühlhausen und Altenburg werden mit jedem Schuljahr um eine weitere Klasse wachsen. Auch die Grundschulen in Gotha und Eisenach werden weiter ausgebaut», kündigte Wagner an. Damit können im Schuljahr 2004/2005 weitere 130 Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden.

«Die Schulschließungen in Nordhausen sind für die Betroffenen ein schwerer Schlag. Jetzt muss es darum gehen, Perspektiven für die betroffenen Schüler und das Personal zu finden. Das werden wir am Abend gemeinsam besprechen», sagte Wagner.

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