16.300 Menschen im Wartburgkreis arbeiten in Teilzeit – Fehlende Vollzeitstellen und Pflegekapazitäten bremsen Job-Pensum

NGG Thüringen: CDU im Wartburgkreis soll Vollzeitjobs auf dem Parteitag stützen

So arbeitet der Wartburgkreis: Rund 16.300 Menschen haben einen Teilzeitjob. Und die  Teilzeitarbeit im Wartburgkreis ist weiblich: 82 Prozent davon sind Frauen. Darauf hat  die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen. Die NGG Thüringen beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur. So liege bei den Vollzeitjobs der Anteil  der Frauen im Wartburgkreis bei lediglich 31 Prozent. 

„Einen Teilzeitjob zu machen ist keine Lust-und-Laune-Entscheidung. Denn wer nicht  Vollzeit arbeitet, hat heute schon weniger Geld auf dem Konto und später weniger  Rente“, sagt Jens Löbel von der NGG Thüringen. Teilzeitarbeit sei „keine  Bequemlichkeit“, sondern für viele Beschäftigte im Wartburgkreis die Voraussetzung,  um den Beruf überhaupt mit der Familie und mit der Pflege von Angehörigen  vereinbaren zu können. 

„Wenn der Wirtschaftsflügel der CDU künftig Menschen, die in Teilzeit arbeiten und  gleichzeitig Wohngeld oder Kinderzuschlag beziehen, einen Vollzeitjob verordnen will,  dann lässt das jedes soziale Gespür vermissen“, so die Kritik von Jens Löbel. Der Geschäftsführer der NGG Thüringen appelliert an die CDU im Wartburgkreis und an die  Delegierten aus der Region, Ende Februar (Hinweis f.d. Red.: 20. und 21. Februar) den  Antrag des Wirtschaftsflügels der Union zur Reform der Teilzeit auf dem Parteitag der  CDU in Stuttgart „abzuschmettern“. 

Es bringe nichts, den Menschen „die Daumenschrauben anzuziehen, um sie zum  Vollzeitpensum im Job zu zwingen“. Wer beispielsweise einen Angehörigen pflege,  könne zu Hause nicht alles stehen und liegen lassen, um mehr Stunden im Job zu  machen, so Jens Löbel. Hierzu sei eine bessere Infrastruktur bei der Pflege nötig.

Wenn Beschäftigte allerdings in der Lage seien, Vollzeit zu arbeiten, dann sollten sie  sich „nicht mit einem Teilzeitjob abspeisen lassen“, sagt Löbel. Die NGG Thüringen warnt Arbeitgeber im Wartburgkreis davor, ihre Beschäftigten – und hier vor allem auch  Frauen – „in Teilzeit zu drängen“: „Entscheidend ist, welches Arbeitspensum man  persönlich machen kann und will. Darauf sollten die Beschäftigten pochen. Es darf nicht  darum gehen, dem Betrieb mit einem ‚Teilzeit-Kompromiss‘ entgegenzukommen.  Häufig werden sogar nur Teilzeitjobs ausgeschrieben. Das ist nicht tragbar. Wir  brauchen ein Recht auf Vollzeit“, sagt NGG-Geschäftsführer Löbel.

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