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Bildquelle: © Eisenach-Wartburgregion Touristik GmbH

2021/2022 – Wittenberg – Worms – Eisenach

500 Jahre Widerrufsverweigerung und 500 Jahre Übersetzung des Neuen Testaments

Die authentischen und symbolischen Erinnerungsorte in Eisenach, Wittenberg und Worms schauen nur fünf Jahre nach „Luther 2017“ erneut zurück. Denn die Jubiläen „500 Jahre Widerrufsverweigerung“ und „500 Jahre Übersetzung des neuen Testaments“ in den Jahren 2021/2022 stehen vor der Tür.

Aus diesem Anlass stellten die Oberbürgermeisterin der Stadt Eisenach, Katja Wolf, Michael Kissel, Oberbürgermeister der Stadt Worms sowie der Oberbürgermeister der Stadt Wittenberg, Torsten Zugehör, gestern (7. März) auf einer gemeinsamen Pressekonferenz im Rahmen der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin die Planungen in den jeweiligen Städten sowie die verbindenden Projekte der drei Städte vor.

Schon bald nach dem Reformationsjubiläum 2017 war unter den Eisenacher Netzwerkpartnern klar, dass dieses Jubiläum in Eisenach eine wichtige Rolle spielen wird. Es ist ein weiterer ganz besonderer Höhepunkt, der nach Innen und Außen wirken soll, sagte Katja Wolf. Da das Jubiläum nicht nur ein Ereignis vor Ort ist, freue ich mich besonders, dass wir bereits seit einiger Zeit in engem Kontakt mit meinen Amtskollegen aus Wittenberg und Worms stehen, um Planungen abzustimmen, ein gemeinsames Format zu initiieren und uns gegenseitig auch im Marketing zu unterstützen,

so Wolf.

Die Zusammenarbeit zwischen Eisenach, Worms und der Lutherstadt Wittenberg harmoniert sehr gut und hat seine Basis in der Preisverleihung „Das unerschrockene Wort“, unterstreicht Oberbürgermeister Torsten Zugehör. In den Jubiläumsjahren 2021/2022 werden die Kooperationen aber eine ganz neue Qualität erreichen. Es wird ein neues Image und eine neue Form des Miteinanders der Lutherstädte geben und darauf freue ich mich sehr,

so Zugehör weiter.

Der Thesenanschlag 2017, die Widerrufsverweigerung auf dem Wormser Reichstag 2021 und die Übersetzung des Neuen Testaments 2021/22 sind die drei bis heute als bedeutend wahrgenommenen Lebensstationen Martin Luthers und verbinden die Städte Wittenberg, Worms und Eisenach, so Michael Kissel. Gleichzeitig bezeichnen die drei Städte auch den Reiseweg Luthers von Sachsen an den Rhein und zur Wartburg.

Eisenach
Ausstellungen und Projekte werden geplant Die Vorbereitungen für das Jubiläum 2021/2022 in Eisenach laufen bereits auf Hochtouren. Ausstellungen, Konzerte, eine Wanderung und ein Projekt auf dem Eisenacher Markt sind geplant.

Auf der Wartburg werden gleich zwei Ausstellungen vorbereitet. Vom 4. Mai 2021 bis 27. Februar 2022 wird dort eine Ausstellung mit dem Titel „Luthers Ankunft – Alltag auf der Wartburg“ zu sehen sein. Dabei soll Luthers Alltag während seines zehnmonatigen Aufenthalts auf der Feste Wartburg im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts in den Fokus genommen werden. Genau ein Jahr später wird am 4. Mai 2022 die Ausstellung „500 Jahre Neues Testament – Luthers Übersetzungswerk“ eröffnet. Die Ausstellung ist dem kulturellen Themenjahr Thüringens mit seinem Motto „Bibelübersetzung“ gewidmet. Bis zum 26. Februar 2023 soll auf informativ-unterhaltsame und interaktive Weise der Besucher mit der Problematik und der Geschichte des Übersetzens vertraut gemacht, die Kraft der Sprache als wichtigstes Kommunikationsmittel nachempfunden und die Freude am Schreiben gewonnen werden.

Das Eisenacher Bachhaus zeichnet in seiner Sonderausstellung „Bachs Bibel“ die Bedeutung und die Wirkungsgeschichte von Bachs Kirchenkantaten nach. Die Ausstellung wird an Bachs Geburtstag, dem 21. März 2021, eröffnet und ist bis zum 7. November des Jahres zu sehen.

Das Eisenacher Kulturamt plant, ab Mai 2021 das Kunstprojekt ‚bios [bible]‘ unter dem Titel „Der Bibelschreiber“ auf dem Eisenacher Markt zu installieren. Dabei schreibt ein Industrieroboter handschriftlich mit einer Schreibfeder in neun Monaten, Tag und Nacht, die Luther-Bibel einmal komplett mit Tinte. ‚bios [bible]‘ beschäftigt sich mit Fragen von Glauben und technischem Fortschritt.

Die Dauerausstellung des Lutherhauses Eisenach, „Luther und die Bibel“, ist seit 2015 die zentrale Ausstellung deutscher Reformationsstätten zu Luthers berühmter Bibelübersetzung. Die Stiftung Lutherhaus Eisenach plant deshalb im Januar 2022 eine Teilmodernisierung dieser mehrfach ausgezeichneten Ausstellung, die dann zum Saisonbeginn im April 2022 in neuem Glanz erstrahlen soll. Die Sonderausstellung des Lutherhauses zum berüchtigten „Entjudungsinstitut“ der evangelischen Kirchen, die im September 2019 eröffnen wird, soll weiterhin zu sehen sein und Einblicke in das „entjudete“ Neue Testament des Instituts sowie dessen Beziehung zu Luther geben. Das Lutherhaus plant zudem zahlreiche Veranstaltungen und museumspädagogische Angebote zum Thema „500 Jahre Bibelübersetzung“, so zum Beispiel BuchdruckWorkshops und eine kreative Übersetzer-Werkstatt, die dann auch zweisprachig jederzeit buchbar sein werden.

Zudem soll eine geführte Wanderung auf dem Lutherweg 1521 angeboten werden. Dabei soll Luthers Weg von Eisenach nach Worms authentisch auf der historischen Route nacherlebt werden.

Die Planungen seitens der Kirche beginnen gerade. Alle Kirchgemeinden der Kreise machen mit. Eine prominente Predigtreihe in der Eisenacher Georgenkirche wird geplant.

All diese Termine sind im Eisenacher Terminflyer zum Jubiläum zusammengefasst.

Eisenacher Projektpartner werben mit neuem Logo
Um bereits im Vorfeld auf das Jubiläum aufmerksam zu machen, haben die Netzwerkpartner in Eisenach ein eigenes Logo entwickelt. „Alle Projektpartner in Eisenach werden das Logo ab sofort als verbindende Marke nutzen und damit das gemeinsame Agieren öffentlich sichtbar machen“, erklärte Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

Das Logo besteht aus dem berühmten Tintenfleck, mit dem Luther der Legende nach den Teufel bekämpft haben soll, einer Schreibfeder, die für die Bibelübersetzung steht, und der Silhouette der Wartburg, welche die historische Verortung der Bibelübersetzung nach Eisenach darstellt. Zudem erscheint auf dem Logo der Schriftzug „2021/2022 – 500 Jahre Bibelübersetzung. „Damit ist es einerseits ein auffallendes und leicht verständliches Symbol, andererseits jedoch nicht so dominant, dass es sich nicht in bereits bestehende Corporate Designs integrieren lässt“, ergänzte die Oberbürgermeisterin.

Auf den ersten Werbeprodukten ist das Logo bereits zu finden, so zum Bespiel auf dem Eisenacher Terminflyer für das Jubiläum. Ab nächster Woche wird das Logo das neue Banner der Tourist-Info am Eisenacher Stadtschloss zieren und auch auf den städtischen Briefbögen und in der Mail-Signatur der städtischen Mitarbeiter ist es bereits zu finden.

Das Logo kann bei der Eisenacher Stabsstelle Reformationsstadt, Sophia Spangenberg (Mail: sophia.spangenberg@eisenach.de) angefragt werden. Ein Handbuch beschreibt, wie das Logo auf Printprodukten richtig anzuwenden ist. Dieses Handbuch wird bei der Herausgabe des Logos mit versendet.

Wittenberg
Lutherstadt Wittenberg
Die Netzwerkbildung in der Lutherstadt Wittenberg hat bereits im Jahr 2018 begonnen.
• Sämtliche Hauptveranstaltungen 2021/22 firmieren unter dem Thema: Jubiläen „500 Jahre Widerrufsverweigerung „ und „500 Jahre Übersetzung des neuen Testaments“.
• Die Wittenberger Tage „Macht Worte“ werden neu aufgelegt. Das Programm soll, wie 2017, unter dem Titel „macht Worte!“ stehen und gemeinsam mit den Wittenberger Einrichtungen erarbeitet werden. Der Besucher der Stadt kann sich so ein Bild machen, wie die Lutherstadt Wittenberg mit dem Thema Sprache umgeht. Ob bei Lesungen, Workshops an den Schulen, Schreibwerkstätten, LeseNächten, Vorträgen oder Gottesdiensten – ein vielfältiges Programm, das zum Erleben und Mitmachen einladen soll.
• Des Weiteren ist eine Kooperation mit „Ferropolis Stadt aus Eisen“ geplant, die sich auf Konzertreihen und Bandworkshops konzentrieren wird.
• In der Vorabstimmung ist auch ein Internationales Jugendcamp „Von Babel nach Wittenberg – von der Sprachverwirrung zur neuen Verständigung der jungen Generationen“ zum Thema Klimawandel und Globalisierung vorgesehen. In Zusammenarbeit mit den Schulen, Stiftungen und weiteren Institutionen soll dieses internationale Jugendcamp stattfinden, das die Standortvorteile des KonfiCamps nutzt.
„Wir sind zum wechselseitigen Gespräch geboren“ – der „Mittwochs -Segen“ auf dem Wittenberger Markt. In Abstimmung mit den Kirchengemeinden und in Anlehnung an den Abendsegen 2017 wird dieses Format auf dem Wittenberger Markt geplant.
• Im zweijährigen Rhythmus soll ein evangelisches Chorfestival in der Lutherstadt Wittenberg stattfinden.
• Die Aufführung des Pop-Oratoriums Luther und eine Fachtagung, welche sich der deutschen Sprache und dem deutschen Sprechen widmet, sind im Gespräch.
• Wiederbelebung des Alten Gefängnisses als Kunst- und Kulturstandort – 2017 fand dort die vielversprechende Ausstellung „Luther & die Avantgarde“ statt.

Worms
Landesausstellung
Die rheinland-pfälzische Landesausstellung „Hier stehe ich. Gewissen und Freiheit – Worms 1521“, die im Städtischen Museum vom 17. April bis 31. Oktober2021 unter Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Malu Dreyer stattfindet, nimmt das 500jährige Jubiläum der Widerrufsverweigerung Martin Luthers auf dem Wormser Reichstag zum Anlass, die Geschichte der Gewissensfreiheit bis in unsere Gegenwart aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht zunächst der Auftritt Martin Luthers in Worms, dessen Bedeutung und Mythos, der zeitnah mit dem historischen Ereignis entstand, bis heute eine ungeheure Dynamik entwickelt hat. In einem zweiten Teil fokussiert die Ausstellung das Thema Gewissensfreiheit selbst, und zwar sowohl mit als auch ohne Bezug zu Luthers Wirken. Die Aufklärung hat dazu geführt, dass Gewissensfreiheit zum Menschenrecht wurde. In der Gegenwart stellen sich Fragen, wie es heute um die Freiheit des Gewissens bestellt ist. Das an die Heilige Schrift und Gott gebundene Gewissen, das Luther 1521 für sich in Worms in Anspruch nahm, ist vielen Menschen heute fremd. Gleichwohl zeigt die 500jährige Geschichte, dass das Gewissen nicht nur immer bestimmten Bedingungen unterlag, sondern, dass sich seine Freiheit und seine Grenzen auch immer wieder neu und weiter entwickeln konnten. Doch was wird aus dem Gewissen, wenn man in den sozialen Medien nur noch anonym klickt? Werden dann individuelle Freiheit und Verantwortungsübernahme unterlaufen? Wie können heutige, demokratische Gesellschaften lernen, mit moralischer und religiöser Diversität umzugehen, damit unsere Gesellschaft stabil bleibt und trotzdem auf einem ethischen übergreifenden Konsens basiert? Die Ausstellung wird vom Land RheinlandPfalz, dem Bund und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau gefördert Für die interessierte Öffentlichkeit und das Fachpublikum findet vom 16. bis 18. September 2019 eine dreitägige wissenschaftliche Tagung im Kultur- und Tagungszentrum „Das Wormser“ statt; Anmeldung über das Ausstellungssekretariat museum@worms.de, Tel: 06241/853-4101/4102.

Festspielinszenierung
In Worms wird seit 2002 Festspielgeschichte geschrieben: Das Theaterereignis vor dem Wormser Dom zieht jedes Jahr im Sommer Tausende Menschen in ihren Bann. Seit 2015 ist der preisgekrönte Filmproduzent Nico Hofmann Intendant der Nibelungen-Festspiele. Gemeinsam mit dem Künstlerischen Leiter Thomas Laue macht er Worms zur Stätte von qualitativ anspruchsvollen und mitreißenden Uraufführungen2021 steht nicht die Geschichte der Nibelungen im Zentrum der Festspiele, sondern der Reformator Martin Luther. Denn dann jährt sich zum 500. Mal der Reichstag zu Worms. Damit werden die Nibelungen-Festspiele im Wormser Lutherjahr 2021 zu einem zentralen inhaltlichen Ankerpunkt der Gesamtfeierlichkeiten und einmal mehr zum theatralen Großereignis. Die Inszenierung der Festspiele vom 16. Juli bis 1. August wird in ein umfangreiches Rahmenprogramm eingebettet. Weitere Informationen: www.nibelungenfestspiele.de

Jubiläumsprogramm und Gästeführungen
Vom 16. April bis 31. Oktober2021 bieten die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau gemeinsam mit der EKD und die Stadt Worms ein vielfältiges Kultur- und Bildungsprogramm im Jubiläumsjahr an. An der historischen Achse zwischen Bischofshof (heute: Heylshofpark) und Marktplatz werden die lutherischen Themen des Reichstags in Stationen des Bildungs- und Erlebnisparcours inszeniert und laden zum Mitmachen ein. Am Jubiläumswochenende vom 16. bis 18. April2021 gibt es neben der Eröffnung der Landesausstellung und einem Fernsehgottesdienst öffentliche Angebote auf Straßen und Plätzen. Rund um den Reformationstag findet eine Tagung der Evangelischen Erwachsenenbildung und die Uraufführung eines Reichstagsoratoriums im Wormser Theater statt. Im Haus zur Münze kann nach Vereinbarung die Sammlung der Lutherbibliothek besichtigt werden. Neben einer innerstädtischen Luthertour, die über Stelen zu historischen Orten und Ereignissen informiert, bietet die Tourist Information Gästeführungen an. Weitere Informationen findet man unter www.luther-worms.de und unter www.touristinfo-worms.de .

Andrea T. | | Quelle:

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