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500 Jahre Bibelübersetzung: Touristisches Themenjahr „Welt Übersetzen“ eröffnet

Bildquelle: © Stadt Eisenach/Ulrike Müller
Thüringer Tourismus GmbH-Marketingleiterin Martina Maaß (von links), Superintendent Ralf-Peter Fuchs, Ministerpräsident Bodo Ramelow und Oberbürgermeisterin Katja Wolf eröffnen das Touristische Themenjahr „Welt übersetzen“ in Eisenach.

Anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Übersetzung des Neuen Testaments auf der Wartburg stellt die Thüringer Tourismus GmbH (TTG) das gesamte Jahr 2022 unter das Motto „Welt Übersetzen“. Am diesjährigen Reformationstag, 31. Oktober, eröffneten Ministerpräsident Bodo Ramelow, Katja Wolf, Oberbürgermeisterin der Stadt Eisenach, Thüringer Tourismus GmbH – Marketingleiterin Martina Maaß und Superintendent Ralf-Peter Fuchs, das touristische Themenjahr in der Wartburgstadt Eisenach.

Touristisches Themenjahr beginnt

Die Bibelübersetzung von Martin Luther ist nicht nur eine theologische Meisterleistung, sondern tatsächlich auch eine wesentliche Grundlage für unsere heutige deutsche Sprache, verdeutlicht Ministerpräsident Bodo Ramelow seinen Anspruch an das Jubiläumsjahr. In kaum elf Wochen, so der Ministerpräsident weiter, war es dem Reformator gelungen, eine Bibelübersetzung vorzulegen, die einerseits hohen theologischen Ansprüchen genügte, andererseits aber so angelegt war, dass auch das ‚gemeine Volk‘ sie verstehen konnte. In einem Reich, dass nicht nur in zahlreiche Kleinstaaten zerfiel, sondern in dem wenigstens genauso viele Dialekte gesprochen wurden, war das eine Neuerung ungeahnten Ausmaßes.

Der Ministerpräsident verweist auf das Kulturschöpferische der Lutherschen Übersetzung:

Als sprachlichen Ausgangspunkt wählte Luther die sächsische Kanzleisprache, eine technische Verwaltungssprache, die überregional verwandt wurde. Ihm gelang das Kunststück, diese sehr formalisierte Sprache – vergleichbar mit heutigen Programmiersprachen – durch einfallsreiche Sprachbilder so auszugestalten, dass Vieles davon die Jahrhunderte bis heute überdauert hat. Jeder kennt Redewendungen wie ‚ein Herz und eine Seele‘, ‚ein Buch mit sieben Siegeln‘ oder ‚Hochmut kommt vor dem Fall‘. Die Liste ließe sich beliebig verlängern und zeigt, mit welcher Wucht und Kraft Luther dem ’Chaos der Dialekte‘, wie es ein Feuilletonist einmal umschrieb, zu Leibe rückte.

Martin Luthers Erbe ist überall in Thüringen spürbar. Aus aller Welt und ganz Deutschland kommen Gäste, um seinen Spuren zu folgen. Bereits im Jahr 2017 –  zum 500. Jubiläum der Reformation – lockte Thüringen in seiner Wahrnehmung als Lutherland viele Besucher*innen von nah und fern an.

Mit dem Jubiläum der 500-jährigen Übersetzung des Neuen Testaments und dem Themenjahr ,Welt übersetzen – Sprache lesen, hören, sehen‘ kann Thüringen nun ein einmaliger Brückenschlag zwischen diesen beiden universellen Ereignissen gelingen – vom Lutherland zum Weltkulturland, sagt Martina Maaß, Marketingleiterin der Thüringer Tourismus GmbHzur heutigen Pressekonferenz.

Jeder, der nach Eisenach kommt, muss die Wartburg besucht haben, muss im Bachhaus gewesen sein und auch das Lutherhaus gesehen haben. Eine dichtere Atmosphäre geschichtsträchtiger Orte kann es kaum geben. Deshalb ist die Wartburgstadt Eisenach genau der richtige Ort für das Jubiläum 500 Jahre Übersetzung des Neuen Testaments und natürlich in dieser Hinsicht Reiseziel Nummer 1 im kommenden Jahr, unterstreicht Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

Sie freut sich über die breite finanzielle Rückendeckung von Bund und Land. So fördern die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien mit 330.000 Euro sowie der Freistaat Thüringen mit 200.000 Euro die verschiedenen Veranstaltungen des „Festivals der Sprache“ in Eisenach. Auch die Stadt habe ihren Beitrag geleistet, so Wolf weiter und verweist auf Personalstellen, Sachkostenanteile und die Sicherstellung einer Geschäftsstelle.

Die Übersetzungsleistung Luthers hat nicht nur die deutsche Kultursprache geprägt, sie stellt auch einen Anspruch an unsere heutige Sprachkultur. Hier gibt es etwas zu verteidigen, macht Superintendent Ralf-Peter Fuchs im Gespräch deutlich.

Er verbindet damit die Hoffnung, dass das Jubiläumsjahr „auch über die Grenzen der Wartburgstadt hinaus, die Menschen sensibel macht für die Macht der Worte. Das Jubiläum der Bibelübersetzung soll nicht nur ein Grund sein, gelegentlich über die Bibel zu reden, sondern auch ein Anlass, in das „Buch der Bücher“ hinein zu schauen“, ergänzt Fuchs. Das gemeinsame Fest „Kraft der Worte“ im September, wird, so der Superintendent, Gelegenheit bieten, sich auf vielen Ebenen diesem Buch anzunähern.

Rathaus-Chefin Katja Wolf dankt zudem der Thüringer Tourismus GmbH für die professionelle Marketing-Kampagne anlässlich des Themenjahres und blickt voller Vorfreude voraus:

Eine solche Fülle an besonderen Ausstellungen und Kunstprojekten etwa in Zusammenarbeit mit der Kunstakademie Münster sowie der Kunsthochschule Burg Giebichenstein gibt es selten in Eisenach. Ich freue mich auf das gesamte Jubiläumsjahr 2022, für das heute der Startschuss mit der Nacht der Museen gegeben wird.

Einen Rekordversuch soll es mit der Wiedmann-Bibel geben. Willy Wiedmann setzte das Alte und Neue Testament in den 1980er Jahren in Bilder um. Seine Werke werden 2022 den Weg von der Stadt hinauf zur Wartburg illustrieren: die längste begehbare Bilderbibel – ein weltweit einzigartiges Projekt. Einen Überblick über die einzelnen Veranstaltungen gibt es unter eisenach-luther.de.

500-jähriges Jubiläum mit virtueller Rekonstruktion

Zentral in der Bewerbung der Destination Thüringen ist die neue Webseite, die ab sofort unter weltkultur.thueringen-entdecken.de inspirierende Geschichten zum Thema erzählt und Ausflugstipps gibt. Als touristische Landesmarketingorganisation wirbt die Thüringer Tourismus GmbH damit verstärkt bei Gästen im In- und Ausland für das heute beginnende Jubiläum. Aus einer Untersuchung des Einflusses der Lutherschen Übersetzung auf die Sprache, die Musik und die Kunst entstand eine großangelegte Marketing-Kampagne, welche das Jubiläumsjahr touristisch begleiten soll und die Verbindungen zu J.S. Bach oder Cranach hervorhebt. Entwickelt werden zum Beispiel Werbemotive für Online und Print, ein Podcast, touristische Publikationen, eine neue Tour in der Thuringia.MyCulture.-App und Autobahnschilder.

Zudem wird ein besonderes Ereignis geplant:

Wir bringen gemeinsam mit den Thüringer Bachwochen unser Herzensprojekt, die virtuelle Auferstehung der Himmelsburg, endlich auf die Straße und damit zu den Menschen, erklärt Martina Maaß.

Coronabedingt musste das Virtual-Reality-Spektakel, das ursprünglich im Musikjahr 2020 Premiere feiern sollte, ruhen. Eine geplante Tour wurde abgesagt.

Wir sind sehr froh heute ankündigen zu können, dass die Himmelsburg im Jubiläumsjahr 2022 durch Deutschland touren und potentielle Gäste für das geistige Erbe Bachs begeistern wird, der sich wie kein anderer von Luthers Werk inspirieren ließ.

Die Himmelsburg 2.0 beinhaltet hochmoderne Virtual-Reality-Technik in einem Überseecontainer, in dem die abgebrannte Weimarer Kapelle Himmelsburg, welche Bach besonders liebte, zum Leben erweckt wird.

Das Themenjahr zur Bibelübersetzung bietet einen ausgezeichneten inhaltlichen Rahmen für die Auferstehung der Himmelsburg und macht Luthers Einfluss auf die Musik auf eindrucksvolle Weise erlebbar, so Maaß abschließend.

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