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Adventszeit als Anlass zur Vorfreude und Besinnung

Am kommenden Sonntag (1. Dezember) feiern die Kirchengemeinden der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) den Beginn der Adventszeit und des neuen Kirchenjahres. In den folgenden Wochen laden sie zu Konzerten, Andachten, Gottesdiensten, Lesungen, Adventstreffen, Ausstellungen, Märkten und Theateraufführungen ein. In einigen Kirchengemeinden finden Veranstaltungsreihen statt wie „Lebendige Adventskalender“, gemeinsames Singen und musikalische Angebote.

Ein „Lebendiger Adventskalender“ wird beispielsweise in Münchenbernsdorf, Erfurt, Creuzburg, Weida, Gera und Wünschendorf organisiert. Die Teilnehmer ziehen mit Laternen und Kerzen in Privathäuser, Geschäfte, Rathäuser, Schulen, Restaurants, Autohäuser, Feuerwehr-Gerätehäuser und Kindergärten, um einen geistlichen Impuls zur Adventszeit zu hören sowie miteinander zu singen, zu beten, zu essen und zu trinken.

Im Regionalmuseum Bad Frankenhausen wird vom 1. bis 23. Dezember täglich um 17 Uhr zum Geschichten-Adventskalender eingeladen. Die Lesungen übernehmen Persönlichkeiten aus Kirche, Gesellschaft und Politik.

In der Kirche in Gumperda ist der Adventskranz ein altes geschmücktes Wagenrad. Vom 1. bis 24. Dezember wird hier täglich zum Abendläuten eine Kerze angezündet und eine kurze Meditation vorgelesen, danach herrscht Stille.

Zum gemeinsamen Singen wird in der Adventszeit wochentags um 17 Uhr in die Weimarer Stadtkirche eingeladen. Zwischen bekannten und neuen Advents- und Weihnachtsliedern sind Geschichten und Gedichte aus verschiedenen Jahrhunderten und Ländern zu hören. An jedem Sonntag findet auf der Burg Ranis das „Adventsblasen“ statt. Orgelmusik zum Advent ist regelmäßig in der Gothaer Margarethenkirche und der Altenburger Brüderkirche zu hören.

In Erfurt wird die Adventszeit am 30. November (18 Uhr) in der Augustinerkirche festlich eröffnet. Am 14. und 21. Dezember wird jeweils um 16.30 Uhr im Kreuzgang des Augustinerklosters ein Adventliches Posaunenkonzert mit Lesungen veranstaltet. Außerdem finden in der Augustinerkirche vom 16. bis 24. Dezember täglich Abendgebete statt.

In Dorndorf startet die Adventszeit am 1. Dezember (10 Uhr, Kirche) mit einem Fest-Gottesdienst mit Regionalbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Anschließend beginnt der Adventsmarkt auf dem Kirchvorplatz mit Konzerten. Um 18 Uhr sollen zu einer Wetten dass?-Aktion zehn als Engel verkleidete Dorndorfer auf Glasflaschen das Lied „Kling glöckchen“ spielen und dazu mit Glöckchen läuten. Außerdem haben Bischof Nikolaus und Knecht Ruprecht ihren Besuch angekündigt, der Posaunenchor spielt, abschließend findet ein Lampionumzug statt.

Aufführungen von Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ sowie weitere Konzerte mit Chören, Bläsern und Musikensembles sorgen für festliche Höhepunkte in den Kirchengemeinden. Am 30. November (19.30 Uhr, St. Salvator Kirche) erklingt in Hermsdorf/Thür. weihnachtliche Vokalmusik aus vier Jahrhunderten mit dem Ensemble „Singer Pur“ aus Regensburg. Gunther Emmerlich singt am 1. Dezember (17 Uhr, Christuskirche) in Hildburghausen. In Magdala findet am 1. Dezember (20 Uhr, Kirche) ein Konzert mit dem Leipziger Vokalensemble „tonalrausch“ statt. Am 17. Dezember wird in Erfurt (19.30 Uhr, Michaelis-Kirche) zu einem Adventskonzert mit „Spiritual-Standards“ mit dem Pianisten Markus Burger aus Kalifornien und dem Saxophonisten Jan von Klewitz eingeladen. Am 2. Dezember (17 Uhr, Bonifatiuskirche) ist in Sömmerda ein Kantatenkonzert mit dem Ensemble „prattica di musica“ geplant. In der Jakobskirche Weimar findet am 20. Dezember (19.30 Uhr) ein Gospel-Weihnachtskonzert statt.

Das Thüringer Polizeimusikkorps spielt am 14. Dezember in Bad Salzungen und am 5. Dezember in Eisenach. Am 22. Dezember (16 Uhr, Stiftskirche) tritt in Römhild der Suhler Knabenchor auf.

Ein etwas anderes Adventskonzert gibt es am 30. November in Arnstadt: Unter dem Motto „Bachkirche unplugged“ erklingen Hits der Rock- und Popgeschichte, gespielt von mehr als 40 Thüringer Musikern. Am 13. Dezember (19.30 Uhr, An der Gottesgabe) präsentiert das international gastierende Ensemble „Oni Wytars“ in Ruhla weihnachtliche Musik aus dem Orient und dem mittelalterlichen Europa. In Gera heißt es am 6. Dezember (20 Uhr, Kirche St. Johannis) „The Best of Black Gospel“, am 8. Dezember (17 Uhr, Kirche St. Salvator) spielen Alan Torres und Klangkünstler Mario A. unter dem Motto „Die Kraft der Klänge“ auf Instrumenten wie Gong, Kristallharfe, Klangpyramiden, arabische Gitarre, Didgeridoo, Caisa.

Einige Konzerte werden mit dem gemütlichen Beisammensein verbunden – so gibt es beim „Familien-Advent“ am 8. Dezember in Holzhausen (17 Uhr, Dreifaltigkeitskirche) Orgelmusik, Gelesenes und Kulinarisches wie „Orgelschneckchen“. Am 22. Dezember heißt es in Reichardtsdorf „Die Gemeinde singt, musiziert und liest gemeinsam in der Adventszeit“ – jeder der will, steuert Musik, Gesang und Texte bei. Treffpunkt muss auch nicht immer die Kirche sein: Am 22. Dezember findet in Menteroda in der Gemeindeschänke ein Adventssingen mit Kirchenchor, Bergmannschor und Gospel-Trio sowie Besuch von Bischof Nikolaus statt, und in 8. Dezember ist in Kaltenborn in der Ausflugsgaststätte „Käseschenke“ ein Adventsgottesdienst geplant. In Ranis trifft man sich traditionell im Gemeindesaal zur „Abendandacht im Advent“ mit dem gemeinsamen Essen für Jung und Alt an einer großen Tafel (14. Dezember). Am 30. November wird in Kahla beim Sternfest der große Adventsstern an der Stadtkirche St. Margarethen befestigt, anschließend gibt es bei Glühwein und Gebäck Musik der Johann-Walter-Kantorei und einer Bläsergruppe. Am 1. Dezember folgt das Weihnachtliche Singspiel „Eine sonderbare Nacht“ – der Kinder- und Jugendchor Kahla erzählt in Liedern und Geschichten von unserem heutigen Weg zu Weihnachten.

In Weimar wird am 30. November (16 Uhr, Herdersaal) „Ein Weihnachtslied oder der Geizhals und die Gespenster“ von Charles Dickens als Theaterstück aufgeführt. „Engel und Engelgeschichten – in der Bibel, der Literatur und bildenden Kunst“ stehen im Mittelpunkt eines Vortrages des Evangelischen Forums Gotha (11. Dezember, 9.30 Uhr, Augustinerkloster). Über „Märchen, Legenden, Weihnachtsgeschichten“ referiert der Schriftsteller Christoph Kuhn in Erfurt (9. Dezember, 19.30 Uhr, Bildungsstätte St. Martin).

Die Hofgemeinschaft „Siloah“ in Neufrankenroda lädt an den ersten drei Adventssonntagen zum Gemütlichen Adventskaffee vor dem Kamin mit dampfendem Punsch, Theaterstück zur Nikolauslegende, altem Handwerk, Reiten, Basteln und Adventssingen ein.

Adventsmärkte gibt es beispielsweise am 30. November in den Mühlhäuser Werkstätten, am 7. Dezember in den Gemeinderäumen der Kreuzkirche Weimar und am 13. Dezember in der Evangelischen Grundschule. Am 6. und 7. Dezember ist in der Kirche Winzerla der Nikolausmarkt geöffnet, und am 12. Dezember gibt es in der Kirche Großballhausen beim Adventsmarkt „PUERTA“ fair gehandelte Produkte.

Das Kirchenjahr ist nicht mit dem Kalenderjahr identisch, sondern beginnt mit dem ersten Adventssonntag. Das Wort Advent geht auf das lateinische „adventus“ zurück, das übersetzt „Ankunft“ heißt und auf die Geburt Christi hinweist. Der Advent ist eine Zeit freudiger Erwartung, gleichzeitig aber auch eine Zeit der Besinnung und Einkehr. Älteste Spuren für die vorweihnachtliche Vorbereitungszeit finden sich in der jungen Kirche in Gallien und Spanien. Damals begann der Advent am Tag nach dem Martinsfest (11. November). Erst seit 1570 setzte sich der Brauch durch, den Advent am vierten Sonntag vor dem Fest zu beginnen. Fest verwurzelt sind volkstümliche Bräuche wie das Aufstellen eines Adventskranzes.

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