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Aktuelle Erntesituation in der Wartburgregion, Druschfruchternte 2013

Im Wartburgkreis und der Stadt Eisenach werden durch 699 Betriebe des Neben-und Haupterwerb, GbR, Agrargenossenschaften, GmbH und GmbH & Co. KG ca. 59456 ha Landwirtschaftsfläche bewirtschaftet. Davon sind 33138 ha Ackerland und 26317 ha Grünland. Auf ca. 24727,66 ha wurden im Herbst 2012 das Wintergetreide und Winterraps bestellt. Die Herbstbestellung erfolgte unter normalen Bedingungen und das Getreide ist zu den agrogünstigen Terminen gesät worden.

Die Entwicklung der Pflanzenbestände war optional, mit Beginn des Winters und der Abdeckung der Pflanzen unter einer starken Schneedecke konnten die starken Fröste den Pflanzen nichts anhaben. Zu Beginn des März kamen die milden Tage und ein großer Teil des Schnees ist geschmolzen. Danach nahm der Frost wieder zu und zum Glück kam der Schnee, der die Pflanzen wieder abdeckte und vor erneuten Frost geschützt hat.
Die Situation in diesem Frühjahr war so, dass die Frühjahrsarbeiten sich verzögerten um bis zu 3 Wochen, damit war erkennbar, den Pflanzen stehen weniger Vegetationstage zur Verfügung, was sich letztlich auf den Ertrag auswirkt. Wir haben eine Verschiebung bei der Erntereife bekommen von 10- 15 Tagen.

Auch beim Grünland hatten wir eine Verschiebung des 1.Ernteschnitt Termin im Durchschnitt von 10 Tagen gleichzeitig wird mit einem Minderungsertrag bis – 20% gerechnet.

Im Monat Mai haben wir die Situation im Verbandsgebiet, das nach den Starkregen und Hochwasser viele landwirtschaftliche Flächen überschwemmt waren.
Im Verbandsgebiet sind zwischen 19.05. – 01.06.2013 im Durchschnitt 160 l/m² – 240 l/ m² Niederschlag niedergegangen. An der Wetterstation in Gräfendorf-Nitzendorf (Moorgrundgemeinde) sind für Monat Mai 328 l /m² gemessen worden, das ist die Hälfte vom Jahresmittel.

Die Überschwemmungen betrafen das Werratal von Barchfeld- Großburschla (Landesgrenze Hessen), sowie die Zuflüsse Hörsel, Nesse, Felda, Ulster, Suhl, Elte, Schweina, Madel, Erbstrom, Emse, Böber, Wiesenthal.

Die überschwemmte Fläche die zu diesen Zeitpunkt gemeldet wurden beim Landwirtschaftsamt sind: Überschwemmte Fläche 836,21 ha Ackerland, 1639,41 ha Grünland, 2475,62 ha – Summe

Wochenlang kamen die Betriebe nicht auf die betroffenen Flächen, ein großer Teil des 1. Grünlandschnittes war überschwemmt und konnte erst nach Wochen nach dem die Flächen befahrbar waren, von den Betrieben beräumt werden.

Jetzt nach fast 2 Monaten gibt es immer noch Grünlandflächen die nicht beräumt werden können. Der Bund und die Länder haben ein Soforthilfeprogramm für die Betroffenen auf den Weg gebracht, die Betriebe können Anträge stellen bis zum 30.08.2013 beim zuständigen Landwirtschaftsamt um die entstandenen Verluste ein wenig auszugleichen.

Bei einigen Landwirtschaftsbetrieben überschreiten die Schäden die 100000,00 € Summe.
Die Niederschläge in unserer Region dargestellt zeigen die Aufzeichnungen vom Versuchsfeld Bad Salzungen:

Die Ernte der Wintergerste hat in der Region am 22.07.2013 begonnen, die ersten Ernteergebnisse widerspiegeln die Ernteprognosen auf einem durchschnittlichen Niveau. Gegenwärtig befinden wir uns in der Haupternte, die Wintergerste ist eingebracht, die Erträge sind im Durchschnitt weniger wie in den letzten Jahren. Ursache dafür sind die extremen Witterungsverläufe in diesem Jahr.
Viel Sonnenschein und hohe Temperaturen haben das Getreide und den Raps in den vergangenen Tagen sehr schnell abreifen lassen. Die Entwicklung der letzten 10 bis 14 Tage hat bei den Pflanzen zu Notreife geführt und damit sind nur kleine Körner ausgebildet worden. Aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist keine klare Aussage möglich welche Erträge wir erreichen, die Betriebe befinden sich in der Haupternte, wie Weizen, Raps, Roggen, Triticaleu. a.m..
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist es von der Temperatur nicht mehr so heiß, der Regen war auch notwendig für die Kulturen wie Mais, Gras u.a.m.. Auch für die Bodenbearbeitung zur Aussaat des Raps hat der Regen gut getan. In den nächsten Tagen kommt es darauf an jede Stunde zu nutzen um das Getreide trocken vom Feld zu bekommen, gleichzeitig ist Beräumung der Flächen durchzuführen, damit sie frei werden für die Herbstbestellung . Für die Landwirte wird diese Ernte ein Kraftakt da man einschätzt, dass der Raps und das Getreide zu einem gleichen Zeitpunkt erntereif werden.

Dieses stellt die Landwirte vor großen Herausforderungen, wie Drusch des Getreides, Bergung des Strohs sowie Vorbereitung der Flächen für die Wiederbestellung.
Die Landwirtschaftsbetriebe müssen in kurzer Zeit hohe Arbeitsspitzen bewältigen, dabei ist der entscheidende Faktor der Verlauf der Witterungsbedingungen in den nächsten Wochen.
Wichtig ist das Getreide trocken vom Feld zu bekommen, die Erzeugerpreise schwanken und zeigen nach unten. Man kann nur empfehlen dass die Landwirte die Möglichkeit haben zur Einlagerung.

Bei der Abfrage von den Betrieben ergab sich folgende Erntesituation:
Nach den Erntemeldungen der Betriebe in der Wartburgregion sieht es momentan wie folgt aus Stand 14.08.2013:
Getreide
-Wintergerste 100 %
-Winterweizen 50 %
– Sommergerste 80 %
– Raps50 %
– Roggen 60 %
-Triticale 60 %
– Hafer 50 %

Das Hektolitergewicht bei der Wintergerste schwankt zwischen 52kg/hl bis 70 kg/hl.

Der größte Teil der Wintergerste wird eingelagert und ist für den Eigenverbrauch bestimmt in den tierhaltenden Betrieben .

Rainer Beichler | | Quelle:

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