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Bildquelle: © Stadt Eisenach

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Armutsprävention: Strategie zum wirksamen Verhindern von Armutslagen in Eisenach mit Stadträten diskutiert

Auf Einladung der Stabsstelle Soziale Stadt trafen sich gestern (22. August) Vertreterinnen und Vertreter des Stadtrates und der Projektgruppe „Armutsprävention“ in der Stadtverwaltung Eisenach. Sie diskutierten über die Armutspräventionsstrategie sowie die darin verankerten Maßnahmen. Im Rahmen eines Workshops erarbeiteten die rund 30 Teilnehmer*innen eine erste Prioritätenliste, welche Maßnahmen schnell realisiert werden sollen oder können.

In der Workshop-Diskussion wurde unter anderem herausgearbeitet, dass zum Beispiel der Aufbau eines digitalen Angebotskatalogs, die Einrichtung einer Jugendberufsagentur sowie eines Eltern-Kind-Zentrums (TheKiZ) an einer städtischen Kita als erste Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Wir laden Sie ein, sich mit uns und den Experten in den Prozess der Erstellung einer Armutspräventionsstrategie hinein zu begeben, sagte Sozialdezernent Ingo Wachtmeister zur Begrüßung.

Der Prozess war durch die Kommunalwahlen unterbrochen worden, jetzt gelte es alle aktuell zu informieren und gemeinsam über die Reihenfolge der notwendigen Maßnahmen zu sprechen.

Bildquelle: © Stadt Eisenach

Die Armutspräventionsstrategie baut auf dem 2017 erschienen Sozialmonitor und dem 2018 veröffentlichten Lebenslagenbericht zur Kinder- und Jugendarmut auf. Im Lebenslagenbericht, wie auch in der Armutspräventionsstrategie finden folgende sechs Handlungsfelder besondere Beachtung: Familie und soziale Herkunft, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe, Wohnen und soziale Infrastruktur, Ökonomische Situation und Arbeitsmarkt, Gesundheit und Prävention, Migration und Integration.

Diese umfassen konkrete Handlungsempfehlungen und Maßnahmen zur direkten Förderung von Familien. Zudem steht der Ausbau spezieller Fördermöglichkeiten von benachteiligten Kindern und Jugendlichen besonders im Fokus. Mit etwa 70 Maßnahmen ist schließlich ein vorzeigbarer „Katalog“ entstanden. Dabei handelt es sich auch um Maßnahmen, die im Wirkungskreis der Kommune realisiert werden können.

Bevor der Stadtrat am 10. September die Armutspräventionsstrategie verabschiedet, hatten die Mitglieder des Stadtrates jetzt die Möglichkeit, über die vorgeschlagenen Handlungsempfehlungen zu diskutieren und sich beim Setzen der Schwerpunkte einzubringen. Dabei galt es herauszuarbeiten, welche Maßnahmen für die Stadt Eisenach notwendig sind, um Ungleichheiten abzubauen oder aktiv etwas gegen fehlende Teilhabe zu tun.

Uns ist sehr bewusst, dass wir als Stadt nur sehr begrenzt eingreifen können. Aber wir wollen das uns Mögliche tun, um Armut zu vermeiden, unterstrich Wachtmeister.

Die Teilnehmer des Workshops konnten in diesem Prozess pro Handlungsfeld drei Punkte für die Maßnahmen geben, die sie als wichtig und dringend erachten.

Auch die Projektgruppe „Armutsprävention“, welche das Projekt in den vergangenen drei Jahren begleitet hat, beteiligte sich an der Abstimmung. Vertreten in der Steuerungsgruppe sind neben zentralen Ämtern der Stadt (u.a. Jugendamt, Amt für Bildung, Sozialamt), auch das Jobcenter Eisenach und der Stadtjugendring.

Die Stadt Eisenach hat 2016 zur Umsetzung der Armutspräventionsrichtlinie eine Planungskoordinatorin eingestellt. Eine „Politik gegen Armut“ will die Teilhabe-, Partizipation- und Mitwirkungsmöglichkeiten verbessern, damit Einwohnerinnen und Einwohner ihre Verhältnisse aus eigener Kraft verändern können. Die Aufgabe der Armutsprävention besteht folglich darin, an die Spielräume der jeweiligen Lebenslagen der Menschen anzuknüpfen und externe Hilfen daran anzupassen. Die zweite Förderphase des Projektes wurde sowohl durch den Stadtrat als auch vom Fördermittelgeber bewilligt und ist auf die konkrete Umsetzung der Maßnahmen ausgerichtet.

Andrea T. | | Quelle:

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