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Arno Surminski liest auf sowjetischem Friedhof in Herleshausen

Arno Surminski, einer der erfolgreichsten deutschen Schriftsteller, liest am 22. Juni auf der sowjetischen Kriegsgräberstätte in Herleshausen im Südringgau. Dort sind 1593 Kriegsgefangene aus der Sowjetunion begraben, die zwischen 1942 und 1945 im Quarantäne- und Seuchenlager Herleshausen an Krankheiten und mangelnder Versorgung starben. Anlass der Veranstaltung, zu der der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Gemeinde Herleshausen einladen, ist der 70. Jahrestag des Angriffs der deutschen Truppen auf die Sowjetunion

Ort und Autor sind bewusst gewählt, weil von beiden Zeichen der Verständigung und Versöhnung ausgehen. In vielen seiner Romane und Erzählungen beschäftigt sich Arno Surminski mit der Kriegs- und Nachkriegsgeschichte seiner ostpreußischen Heimat. Sein Anliegen ist, das Verständnis zwischen den Generationen zu fördern und überkommene Gegensätze zu überwinden.

Auch der sowjetische Friedhof in Herleshausen ist geeignet, Brücken zwischen den Menschen zu errichten. Er zeichnet sich dadurch aus, dass alle Namen und Lebensdaten der Verstorbenen erhalten sind und viele Familien in der ehemaligen Sowjetunion über das Schicksal ihrer Angehörigen benachrichtigt werden konnten. Das ist das Verdienst des couragierten ehemaligen Bürgermeisters Karl Fehr, der sich dem anonymen Verscharren der Gefangenen widersetzte. Somit sind zahlreiche Kontakte zwischen den Familien und der Gemeinde entstanden, und viele Hinterbliebene haben die Gräber seither besucht.

An der Veranstaltung, zu der auch eine ökumenische Andacht gehört, wirken der stellvertretende Präsident des Volksbundes, Professor Volker Hannemann, Bürgermeister Helmut Schmidt und Schüler der Südringgausschule Herleshausen mit.

Ab 11.30 Uhr ist ein kostenloser Bus-Pendeldienst vom ehemaligen Gutshof in Herleshausen zum Friedhof eingerichtet.

Rainer Beichler |

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