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Ausstellung dokumentiert jüdische Schicksale

Im Verwaltungsgebäude der Stadt Eisenach am Markt wurde heute, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, eine Ausstellung eröffnet. «Deportation nach Belzyce. Häuser – Dokumente – Namen – Die Ermordung von Juden aus Thüringen und Sachsen 1942 – Spurensuche 2002» ist der umfangreiche Titel. Bis zum 27. Februar ist sie im Erdgeschoß, Markt 2, zu sehen.
Die eindrucksvolle Ausstellung wurde von der Geschichtswerkstatt Apolda/Weimar in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen, der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen, der Gedenkstätte Buchenwald und der Ephraim-Carlebach-Stiftung erarbeitet.
Den Juden aus Thüringen und Sachsen ist diese Ausstellung gewidmet. Ihr Weg in den Tod begann im Mai 1942 mit der Deportation. Etwa 500 Thüringer Juden, darunter 58 aus Eisenach, wurden deportiert. In Leipzig kamen Juden aus Sachsen, u.a. aus Chemnitz, Leipzig und Plauen dazu. Auf einer Tafel werden der Fahrplan von 9. Mai 1942 und die Eisenacher Juden auf dem Weg zum und im Bahnhof gezeigt.

Mit dem Zug wurden sie nach Belzyce transportiert, ein kleiner Ort südwestlich von Lublin. Zwar handelte es sich nicht um ein Vernichtungslager, doch auch hier waren die Deportierten einem langsamen Sterben preisgegeben. Kaum einer kehrte zurück, keiner der Eisenacher habe überlebt.
Schicksale der Betroffenen wurden aufgezeigt, Biografien aufgeschrieben, Briefe, Fotos und offizielle Dokumente aus dieser Zeit vorgestellt.

Aber es wird auch eine Brücke zur Gegenwart geschlagen. Vorgestellt wird das heutige Belzyce, wo nichts mehr an die Vergangenheit erinnert.
Die Ausstellung soll den Geschichtsunterricht der Schulen bereichern, denn ein wichtiger Bestandteil des Ausstellungskonzeptes sei die Auseinandersetzung mit der Geschichte.

Die Stadt Eisenach habe seit langem zur Versöhnung, Verständigung und Toleranz beigetragen. Dafür stehen die Begegnungswochen, Konzerte jüdischer Musik sowie Ausstellungen.

Heute von 58. Jahren wurde das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit.
Der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog hatte diesen Tag als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus vorgeschlagen.

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