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Baustelle Nikolaitor

Im Vorfeld des Tages des offenen Denkmals lud das Ortskuratorium Eisenach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am 4. September 2013 zu einer Besichtigung am Eisenacher Nikolaitor ein.

Der Restaurator Stephan Scheidemann erläuterte vor Ort die seit Monaten laufenden steinkonservatorischen Maßnahmen an dem 1170 errichteten Nikolaitor und an dem 1886/87 errichteten Neuen Tor.

Schon seit mehr als 800 Jahren erhebt sich der als Nikolaitor bezeichnete Torturm der Eisenacher Stadtbefestigung schützend über den Dächern der Altstadt am Karlsplatz.

Der Turm hat eine Gesamthöhe von etwa 27,5 m, die Grundfläche beträgt 9,5 × 7 m.

Nach einer letzten Sanierung im Wendejahr 1989, als man die Taubenplage im Inneren des Turmes bekämpfen musste und dringende Reparaturarbeiten am Dachstuhl vornahm, versperren nun erneut Gerüste den freien Blick zum Turm.

Was hinter den Schutzplanen der Gerüste in den letzten Monaten zum Vorschein kam, konnte auch von Laien als besorgniserregend gedeutet werden: neben den klaffenden Rissen im Gemäuer stellt sich der schlechte Zustand des Steinmaterials für die Bauexperten als alarmierend heraus.

Hinter den schwarzen Krusten, die mühelos vom Sandstrahl entfernt wurden, zeigen sich viele Steine im fortgeschrittenen Zerfallsprozess – sie wurden vom «Zahn der Zeit» förmlich zerbröselt. Schon beim Bau des Turmes wurden alle verfügbaren Baumaterialien verwendet, meist nur roh in Form gehauenene Kalksteine aus den angrenzenden Steinbrüchen am hinteren Pflugensberg.

Nach einer intensiven Reinigung der Steinoberflächen konnte nun eine detaillierte Schadenskartierung vorgenommen werden, die Baugeschichte des Turmes wird nachvollziehbar und die jetzt erforderlichen Restaurierungsarbeiten werden «kalkulierbar».

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