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Baustellenbesichtigung II: Städtisches Glasfaserprojekt erreicht Innenstadt

Seit Monaten graben Bagger schmale Gräben entlang von Straßen und Fußwegen im gesamten Stadtgebiet. Hier kommen Kabel für besseres Internet hinein. Verlegt wird Glasfaser. Die Stadt hat es sich zum Ziel gesetzt, für alle Haushalte und Gewerbegebiete eine Datenübertragungsrate von einem Gigabit pro Sekunde möglich zu machen. Deshalb wird gerade an allen Ecken und Enden gebaut. Wie die Arbeiten konkret aussehen, davon überzeugte sich Oberbürgermeisterin Katja Wolf bei einer Baustellenbesichtigung in der Unteren Predigergasse.

Die Stadt leistet den Breitbandausbau in Zusammenarbeit mit der Sportbad Eisenach GmbH (SEG). Das Projekt hat Vorbildfunktion in Thüringen, denn nur selten wird der Breitbandausbau in dieser Dimension flächendeckend vorangetrieben. Das Netz bleibt im Eigentum der Stadt – ein weiterer Vorteil, wenn es darum geht, die Kontrolle über die Datenanbindung zu behalten.

Wir haben eine Unternehmensbefragung gemacht, bei der absolut deutlich wurde, dass das Thema Breitbandversorgung eine der wichtigsten Zukunftsfragen ist, sagt Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

„Weiße Flecken“ beseitigen und durchgängig Glasfasertechnologie verlegen
Um dies schrittweise zu verwirklichen, hat sich die Stadt Eisenach mehrfach um Fördermittel für die Durchführung von Breitbandprojekten verschiedener Kategorien beworben. Das Projekt erstreckt sich im Kern auf Teilgebiete, die als sogenannte ,weiße NGA-Flecken‘ eingestuft werden, in denen also eine Versorgung mit einer Downloadrate von mindestens 30 Mbit/s aktuell nicht vorhanden und innerhalb der nächsten drei Jahre auch nicht zu erwarten ist. Der aktuelle Ausbau betrifft rund 1.200 Haushalte und Unternehmen, die mit durchgängiger Glasfasertechnologie bis zum Hausanschluss – dem „Goldstandard“ im Bereich der Breitbandanbindung – erschlossen werden.

Des Weiteren sieht der städtische Breitbandausbauprojekt vor, dass für weitere rund 1.800 Anschlüsse, die derzeitig bereits mit mehr als 30 Mbit/s Internetgeschwindigkeit versorgt werden, über sogenannte Projektreservekapazitätserweiterungen einen Glasfaseranschluss verlegt bis an die jeweiligen Grundstücksgrenzen erhalten werden. Dies wird ebenfalls über die bewilligten Fördermittel vom Bund und Land sowie einen Vorfinanzierungsanteil der Sportbad Eisenach GmbH möglich. Damit verbessert sich für insgesamt rund 3.000 Haushalte und Unternehmen in der Stadt Eisenach und den Ortsteilen die Versorgung mit hochbitratigem Internet deutlich.

Auch die Bildungseinrichtungen sowie Verwaltungsgebäude der Stadt werden im Rahmen des Vorhabens mit zukunftsfähigen Gigabitanschlüssen versorgt. Nach Abschluss des Vorhabens steht an den betroffenen Endkundenanschlüssen eine zuverlässige symmetrische Geschwindigkeit von 1Gbit/s zur Verfügung. In einem nächsten Schritt sollen mittelfristig dann noch die Haushalte ans Glasfasernetz angeschlossen werden, die zwar über eine Übertragungsrate von mehr als 30 Mbit/s verfügen, aber unter 100 Mbit/s liegen. Probleme beim Homeoffice oder Cloud- und Streamingdiensten gehören somit der Vergangenheit an.

Umsetzung: Bereits ein Viertel der Tiefbautrasse geschafft
Nach einem aufwendigen Förderverfahren ist es gelungen, für das Vorhaben eine Unterstützung in Höhe von insgesamt rund 14 Millionen Euro netto durch den Bund und das Land Thüringen einzuwerben. Damit handelt es sich um das volumenstärkste in der Realisierungsphase befindliche Infrastrukturprojekte der Stadt Eisenach seit der politischen Wende 1990. Die Umsetzung des Projektes erfolgt im sogenannten Betreibermodell, wodurch die Stadt Eisenach Eigentümerin der fertiggestellten Glasfaserinfrastruktur bleibt und die Wertschöpfung vor Ort erhält.

Per Stadtratsbeschluss wurde die stadteigene Sportbad Eisenach GmbH (SEG) zur eigentumsführenden Gesellschaft für den Glasfaserausbau nominiert. Damit ist der gesellschaftsrechtliche Mantel für das Betreibermodell gesichert und eine wichtige Fördervoraussetzung erfüllt. Der Netzbetrieb wurde an ein erfahrenes Telekommunikationsunternehmen vergeben. Als Pächter und Netzbetreiber für das Vorhaben konnte sich im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung die Thüringer Netkom durchsetzen.

Die Bauarbeiten für das Infrastrukturprojekt werden von erfahrenen Unternehmen der „Arbeitsgemeinschaft Breitbandausbau Eisenach“ seit Herbst 2020 ausgeführt. In der Zwischenzeit konnte bereits rund ein Viertel der erforderlichen Tiefbautrasse realisiert werden. Die Ausbauarbeiten werden dabei parallel im Zuge einzelner Bauabschnitte in verschiedenen Ortsteilen durchgeführt, wozu das Stadtgebiet in 38 Bau- und Montagelose eingeteilt wurde.

Weitere Infos zum Glasfaserprojekt Eisenach finden Sie hier.

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