Breite Mehrheit gegen Hegele

Es war sichtlich kein leichter Gang, den Eisenachs Sozialdezernentin Dorothea Hegele (SPD) am Montagabend auf sich nehmen musste. Denn es war eigentlich nur ein Tagesordnungspunkt, der Bürger, Abgeordnete und Jounalisten gleichermaßen am Abend in den Ratssaal bewegte. Der gemeinsame Antrag von vier Stadtratsfraktionen und zwei Fraktionslosen Ratsmitgliedern auf Abberufung der Hauptamtlichen Beigeordneten.

Und kaum hatte der Rat begonnen, so wurde aufgrund von Beratungsbedarf auch schon die Nichtöffentlichkeit hergestellt. Dabei sei jedoch, so mehrere EisenachOnline-Quellen nicht alles mit hundertprozentig fairen Dingen zugegangen. So wurde unter anderem von einem Ordner berichtet, in welchem Verwaltungsmitarbeiter die Verfehlungen der Dezernentin aufgelistet hatten.

Ob nun allerdings dieser Ordner aber zum anschließenden Wahlergebnis seinen Beitrag leistete oder nicht, ist nicht nachzuvollziehen. Denn offenbar waren es auch hitzige Debatten, die hinter den verschlossenen Türen geführt wurden. Erst nach 70 Minuten durften die Gäste und auch Hegele selbst nach der Abstimmung wieder in den Ratssaal. Um dann gleich wieder einer geheimen Sache zu folgen. Denn auf Antrag der SPD-Stadtratsfraktion wurde die Abstimmung auf Abberufung der Dezernentin geheim gemacht.

Auch CDU-Fraktionschef Raymond Walk unterstützte den Antrag der Sozialdemokraten und verwies auf die „schwierige Persönliche Lage“, um den Antrag zu begründen.
Doch verhieß die Wahl nichts Gutes für die Hauptamtliche Beigeordnete. 27 der 33 anwesenden Abgeordneten stimmten dem Antrag zu. Nur zwei dagegen und vier Ratsmitglieder enthielten sich ihrer Stimme.

Doch reicht diese eine Abstimmung nicht aus, um die Beigeordnete von ihren Pflichten zu entbinden. In gut zwei Wochen wird eine erneute Abstimmung stattfinden. Erhält der Antrag dann wieder eine 2/3-Mehrheit, so wird Hegele noch am selben Tag ihren Hut nehmen müssen.

Ich finde es schade, dass ich selber zu den gegen mich getätigten Äußerungen gar keine Stellung nehmen kann und weise zugleich daraufhin, dass hier eine massive Rufschädigung von statten geht

erklärte die Dezernentin im Gespräch mit EisenachOnline.de zur heutigen Stadtratssitzung. Denn weder im öffentlichen noch im nichtöffentlichen Teil der Sitzung konnte Hegele sich vor dem Stadtparlament erklären.
Eine Erklärung zur Abberufung ihrer Stellvertreterin im Amt wollte auch Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) nicht abgeben.

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