„Büfett-Gier“ in Restaurants: Auch im Wartburgkreis landen Berge von Essen in der Tonne

Gastro-Gewerkschaft: Lebensmittelverschwendung – Geld besser ins Personal investieren

Einfach so viel essen, wie man will und kann: Büfetts in Restaurants machen satt – oft pappsatt. „Büfett-Gier folgt dem Prinzip: Draufladen, was das Zeug hält. Denn  die Augen sind oft größer als der Magen. Aufgegessen wird dann nicht. Und am  Ende landet gutes Essen in der Tonne“, sagt Jens Löbel von der Gewerkschaft  Nahrung-Genuss-Gaststätten Thüringen. 

Der Geschäftsführer der NGG Thüringen appelliert an Restaurantbesucher im Wartburgkreis, den Teller am Büfett „mit Augenmaß vollzumachen“. Es sei vernünftiger,  lieber häufiger zum Büfett zu gehen und dafür mit kleineren Portionen zum Tisch  zurückzukehren. „Wenn der Punkt kommt, an dem nichts mehr geht, kann man mit dem  Essen aufhören, ohne einen halbvollen Teller stehen zu lassen“, so Löbel. 

Die NGG Thüringen plädiert damit für mehr „Büfett-Disziplin“ in „All you can eat“- Restaurants im Wartburgkreis. „Wer eine viertel oder sogar halbe Portion auf dem Teller  zurückgehen lässt, der sollte dringend an seiner Wegwerf-Marotte arbeiten. Das gilt  auch bei halbvollen Gläsern, wenn es eine Getränke-Flatrate gibt“, so NGG Geschäftsführer Löbel. 

Immerhin gehe es um Lebensmittelverschwendung. Wenn ein Restaurant pro Woche  für mehrere Hundert Euro Essen in die Lebensmittel-Tonne werfen müsse, dann sei das  ethisch genauso wie wirtschaftlich nicht zu vertreten. „Das sind verschwendete  Ressourcen. Das ist Geld, das Restaurants im Wartburgkreis wesentlich sinnvoller  investieren können – nämlich in mehr Personal und bessere Löhne für Köche und  Kellnerinnen“, so Jens Löbel. 

Es werde Zeit, in den Köpfen der Menschen den Schalter umzulegen – auch beim  Restaurantbesuch im Wartburgkreis: „Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst – Lebensmittel sind  kostbar. Und jeder, der am Büfett den Löffel in die Hand nimmt, muss wissen: Dahinter  steckt auch eine Menge Arbeit von Menschen“, sagt NGG-Geschäftsführer Löbel.  Gastronomen sollten das „All you can eat“-Geschäftsmodell überdenken. Stehe  beispielsweise am Büfett Personal, dann sei „die Hemmschwelle, hemmungslos  zuzugreifen deutlich höher“.

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