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Bürgerversammlung zur geplanten Stromtrasse durch den Wartburgkreis

Damit der Strom aus Windkraftanlagen im Norden nach dem Atomausstieg auch im Süden genutzt werden kann, sollen nach Vorgaben der Bundesregierung neue Stromtrassen gebaut werden. Nachdem die ursprünglich oberirdisch geplante Trasse nun in Form von Erdkabeln in einem rund 1000 Meter breiten Planungs-Korridor verlaufen soll, steht neuerdings neben den aktuellen Planungen für Westdeutschland auch eine Streckenführung über ehemals ostdeutsches Gebiet und damit auch durch den Wartburgkreis zur Debatte.

Am Donnerstag, 3. November findet um 17 Uhr dazu eine Bürgerversammlung im Kreistagssaal des Landratsamtes in der Erzberger Allee 14 in Bad Salzungen statt. Die beiden Vorhabenträger TenneT und TransnetBW stehen an diesem Abend mit ihrem Projektteam für Fragen und Hinweise zur Verfügung.

Landrat Reinhard Krebs lehnt die Trasse rundheraus ab. Und da am Ende eine Entscheidung für die Ost- oder die Westvariante des Streckenverlaufs fallen soll, möchte er dringend versuchen, Einfluss zu nehmen, wie die künftige Streckenführung aussieht. Er plant dazu ein Bündnis mit den ebenfalls betroffenen Nachbarlandkreisen Unstrut-Hainich-Kreis und Schmalkalden-Meiningen. Dazu wird es bereits am 4. November ein erstes Treffen der Landräte sowie einem Vertreter des Thüringer Umweltministeriums geben. Denn auch Thüringens Landesregierung sieht die Trasse skeptisch:

Wir haben hier eine Vielzahl schützenswerter Naturlandschaften, so dass insbesondere Aspekte des Natur- und Umweltschutzes gegen einen Trassenkorridor auf Thüringer Gebiet sprechen, betonte Ministerpräsident Bodo Ramelow, der zudem darauf hinwies, dass Thüringen bereits einen überdurchschnittlich hohen Beitrag zur Energiewende leisten würde.

Aktuell ist man in der informellen Vorphase, das heißt, Netzbetreiber TenneT stellt die Pläne Fachbehörden, Kommunen und Bürgern vor, um mögliche Konflikte im Vorfeld zu vermeiden. Der neue Plan von TenneT enthält – anders als in der Vergangenheit – nicht von vornherein einen sogenannten „Vorzugskorridor“, also eine priorisierte Route. Der genaue Korridor soll im weiteren Dialog bis Ende März/Anfang April 2017 entwickelt werden. Führende Behörde für die Umsetzung der Pläne ist die Bundesnetzagentur. Ein Raumordnungsverfahren hat noch nicht begonnen. Nach der Untersuchung aller möglichen Korridore, wird einer für das Planfeststellungsverfahren ausgewählt. Baubeginn soll 2020 oder 2021 sein, 2025 soll der Suedlink in Betrieb genommen werden. Der Wartburgkreis wäre dabei ein reines Transfergebiet und würde nicht von der neuen Leitung profitieren.

Unter folgendem Link ist eine Karte mit dem Trassenverlauf zu finden, in die man sich weit hineinzoomen und auch direkt Bedenken und Hinweise zum jeweiligen Trassenabschnitt eintragen kann: https://gis.ilf.com/K509/synserver?project=K509.

Andrea T. | | Quelle:

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