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Curt Elschner-Galerie: Rechtsstatus der Stiftung zur Entscheidung bei Thüringer Innenministerium

Am heutigen Dienstag, 28. Juni, besichtigte Oberbürgermeisterin Katja Wolf die neu eröffnete Curt Elschner-Galerie des Thüringer Museums Eisenach. Die Ausstellung im Eisenacher Stadtschloss steht unter dem Thema „Mensch. Licht. Natur. Bilder aus der Curt Elschner-Galerie und dem Thüringer Museum“. Dr. Achim Heidenreich, Fachdienstleiter Kultur und kommissarischer Leiter des Thüringer Museums, präsentierte die Werke, die größtenteils der gleichnamigen Stiftung gehören. Lange Zeit waren die Bilder der Öffentlichkeit vorenthalten. Ihr Wert liegt darin, dass das Thüringer Museum Eisenach über eine bedeutende Sammlung vor allem auch Thüringer Maler aus dem 19. und 20. Jahrhundert verfügt.

Um das rechtmäßige Eigentum der Gemälde herrscht indes Unklarheit. Die Stiftung Curt Elschner-Galerie war im Jahre 1969 durch Beschluss des Rates des Bezirkes Erfurt nach den damals geltenden Vorschriften aufgelöst worden, um die Gemälde und anderen Kunstgegenstände dem staatlichen Vermögen zuzuführen und auch verkaufen zu können. Dieses Schicksal ereilte während der DDR-Zeit viele Stiftungen. Nach der Wende teilte das Landesverwaltungsamt mit, dass die Stiftung ihre Tätigkeit wieder aufnehmen kann, da die Auflösung nicht rechtmäßig erfolgt ist. Das entsprechende Schreiben des Landesverwaltungsamtes aus dem Jahre 1993 ist in der Ausstellung zu sehen.

Zweifel an Bewertung des Eigentums
Vor einigen Monaten teilte das Thüringer Innenministerium als übergeordnete Behörde der Stadt Eisenach jedoch Zweifel an dieser Bewertung mit. Um endgültig feststellen zu lassen, dass die Stiftung nicht aufgelöst wurde, reichte Oberbürgermeisterin Katja Wolf vor einigen Wochen einen Antrag auf Feststellung der Rechtsfähigkeit der Stiftung beim Ministerium ein. Ein Ergebnis steht derzeit noch aus. Da die Oberbürgermeisterin als Vorstand und Vorsitzende des Kuratoriums aber davon ausgeht, dass die Stiftung weiterhin besteht, wurden zwischenzeitlich die Kuratoriumsmitglieder nach Ablauf von fünf Jahren durch den Eisenacher Stadtrat neu gewählt – wie in der Satzung der Stiftung vorgesehen.

Die vorherigen Kuratoriumsmitglieder waren bereits im vergangenen Jahr von den Zweifeln des Ministeriums in Kenntnis gesetzt worden. Das neue Kuratorium trat inzwischen zu seiner ersten Sitzung zusammen. Für die alten und neuen Mitglieder des Kuratoriums fand vor drei Wochen ebenfalls der lange angedachte Rundgang durch die neue Ausstellung statt. Dabei waren der neue Bürgermeister Christoph Ihling als Nachfolger von Dr. Uwe Möller kraft Amtes, die Künstlerin Lydia Schindler als neu gewählte kunstverständige Bürgerin sowie Ingrid Pfeiffer als langjähriges Mitglied des Kuratoriums anwesend.

Hintergrund
Zweck der Stiftung Curt Elschner-Galerie ist laut Satzung die Förderung von Kunst und Kultur durch die Ausstellung der Gemäldesammlung, die vom Hotelier Curt Elschner, zusammengetragen und bereits im Jahre 1927 der Stiftung übereignet worden ist. Dem Ehrenbürger der Stadt Eisenach war es wichtig, die Kunstwerke der Eisenacher Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Für die Umsetzung und Gründung der Stiftung konnte er den damaligen Oberbürgermeister Fritz Janson gewinnen, der den Vorsitz im Kuratorium auf Lebenszeit behalten sollte.

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