Das große Wiedersehenstreffen

Bildquelle: Florian Fischer – Mehrere hundert ehemalige Schüler, Lehrer und Gäste stellten sich am Abend zu einem Gruppenbild
Elisabeth-Gymnasium feierte ein hoch emotionales Jubiläumsfest, nutzte dazu auch das große Freigelände
„Ein Fest, das wir schon lange hätten feiern sollen“, Matthias Bückert, der Schulleiter des Elisabeth-Gymnasiums, sprach allen aus dem Herzen. Zum 35-jährigen Jubiläum hatte das „Eli“ zu einem ganztägigen Schulfest eingeladen. Das Organisationsteam um Catrin Schwertfeger hatte alles bestens vorbereitet, ihm wurde am Abend mit tosendem Applaus gedankt. Spenden in Höhe 10.000 Euro trugen zum Gelingen des Schulfestes bei. Sicherlich als Wertschätzung für das Elisabeth-Gymnasium. Innenausbau Schwertfeger, die Wartburg-Sparkasse, die EVB und Zollservice Alaj beteiligten sich mit 2.500 Euro.

Es wurde ein riesiges Wiedersehenstreffen. Über 1.000 Gäste kamen über den Tag verteilt. Mit Freude, Stolz, Wehmut und einer Portion Groll, endet doch auf mehrheitlichen Beschluss des Eisenacher Stadtrates die Geschichte des Elisabeth-Gymnasiums, das Ende einer außergewöhnlichen Schulgemeinschaft. „Bildung ist eines unserer wichtigsten Ressourcen. In Eisenach ist eine Entscheidung getroffen worden, die nicht daran glauben lässt, den besten Weg im Gymnasialbereich eingeschlagen zu haben“, betonte der Gründungsvater und ehemalige Schulleiter Gerhard Sippel bei einer Talkrunde am Abend. Dafür gab es reichlich Beifall. Oberbürgermeister Christoph Ihling, mit seiner CDU einer der treibenden Kräfte für das neue Schulnetz, welches das Ende des Elisabeth-Gymnasiums vorsieht, sah sich bei dieser Talkrunde Buh-Rufen und Pfiffen ausgesetzt. Für das Schulfest konnte das große Freigelände, das weitere Entfaltungsmöglichkeiten bieten könnte, genutzt werden. Am vorgesehenen Standort eines fusionierten Gymnasiums, auf dem Gelände des sicherlich geschichtsträchtigen Ernst-Abbe-Gymnasiums in der Wartburgallee, sind Freiflächen arg begrenzt, liegt es auch an einer stark frequentierten Fernverkehrsstraße.

Auch viele ehemalige Lehrer waren gekommen
Gekommen waren viele ehemalige Schüler und viele ehemalige Lehrer. Lehrer verschiedener Zeitetappen waren da. Auch die über 80-jährige Ulla Fischer war gekommen, ebenso die ehemalige Schulleiterin Roswitha Becker und Karin Filkorn, ehemals leitende Lehrerin im Haus 2 in der Ernst-Thälmann-Straße, die Lehrer und Lehrerinnen Henning Busboom, Anke Böhnhart, Beate Danz, Silvia Enke, Regina Kämnitz, Jörg Kleinsteuber, Frank Köberlein, Heidrun Langlotz, Rainer Lämmerhirt, Hubert Langlotz, Peter Witzsche, Christina Müller-Laun, Christine Meyfarth, Gerd Schnauß. Natürlich war auch das aktuelle Lehrerkollegium am Fest beteiligt. Etliche Schüler und auch Lehrer hatten sich ganz viele Jahre nicht gesehen, fielen sich in die Arme. Viele ehemalige Schüler hatten ihre Kinder, manche auch ihre Partner mitgebracht. Mit „erinnerst du dich noch“ oder „weißt du vielleicht, was der oder diejenige jetzt machen“, diese Fragen wurden mehrfach gestellt. Mancher oder manche traf seine oder ihre Schulliebe, deren Ringfinger inzwischen belegt war. Das Elisabeth-Gymnasium war für viele ein wichtiger Teil ihres Lebens, zu dem sie an diesem Tag noch einmal zurückgekommen sind.

Von „Meet & Greet“ bis zum Spendenlauf
Die aktuellen und auch ehemalige Schüler und Lehrer luden am Vormittag zu „Meet & Greet“ in allen Klassenräumen und Fachkabinetten ein. Facettenreich deren Inhalte. „Vom Arbeiterkind zum Professor – Wie mir gute Bildung ein tolles Leben ermöglich“ war Thema von Tobias Brückmann. „Ich weiß doch auch nicht“, Carolin Rebs berichtete aus dem Leben einer Sozialarbeiterin. „Wie die Thüringer Bratwurst in die Schweiz kam“ war Thema von Norman Ott. In jedem Unterrichtszimmer wartete Wissenswertes, wurde zum Mitmachen eingeladen. Die 35-jährige Eli-Geschichte war in den Gängen in Wort und Bild dokumentiert. Ehemalige Schüler suchten „ihre Jahrgänge“. Bundesliga-Handballer des ThSV Eisenach bereicherten den frühen Nachmittag. Felix Montebovi, Jannis Schneibel, Marec Stupka, Gian Attenhofer und Bastian Freitag signierten mitgebrachte Mannschaftsposter, stellten sich zu Selfis und plauderten mit den vielen Besuchern des Schulfestes. Ein großer Spendenlauf endete mit einem Rekordergebnis. Sportlich, u.a. beim Tischtennis, ging es in der Turnhalle zu. Eine große Hüpfburg fand das Interesse der kleineren Gäste. Ein Kuchenbasar war dicht umlagert. Kaffee, Eis, Bratwurst, Pommes und vielerlei Getränke waren ebenso im Angebot.

Talkrunde statt Festreden
Statt Festreden fand auf der großen Bühne am Abend eine Talkrunde statt. Auch Thomas Giesa, Schulleiter des Martin-Luther-Gymnasiums, war unter den Gästen. Heike Apel-Spengler (Förderverein), Gerhard Sippel (ehemaliger Schulleiter), Christoph Ihling (Oberbürgermeister) und Matthias Bückert (Schulleiter) stellten sich den Fragen von Moderatorin Johanna Keiner. Einstiegsfrage: Wie beschreiben Sie das Eli mit 3 Worten. OB Ihling: Dynamisch, sportlich und menschlich, mit langer eigener Geschichte. Heike Apel-Spengler: Gemeinschaft, Vielfalt, Engagement. Gerhard Sippel holte weiter aus. Er hob die vielen Projekte hervor, „entstanden durch den Wahnsinnszusammenhalt zwischen Schüler, Lehrer und Eltern“. Als erfolgreiche Projekte, die über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit erregten, benannte er die Hilfsaktionen für Gussev, Leben unterm Hakenkreuz – Jüdisches Leben in Eisenach, Partnerschaft mit dem Gymnasium Sedan. Auch Oberbürgermeister Christoph Ihling hob die Identifikation der Schüler, Lehrer und Eltern mit ihrer Schule sowie die Partnerschaft mit Sedan hervor. Der Förderverein, so Heike Apel-Spengler, habe eine große Rolle im Schulleben gespielt, beispielsweise bei der Finanzierung toller Projekte wie das Beachvolleyballfeld, Bibliothek, Benefizkonzerte und die Beibehaltung der Elisabeth-Medaille bei den Abiturfeiern auf der Wartburg.

Stolz erfüllte Schulleiter Matthias Bückert
Mit Stolz blickte Matthias Bückert auf seine 2 ½ Jahre als „Leiter einer Schule mit Tradition und Geschichte“. „Ich konnte erleben, was diese Schule ausmacht. Durfte Neues auf den Weg bringen. Veränderung ist Realität. Liebgewordenes wird nicht bleiben. Es wird ein Balanceakt, zwei Gymnasium zusammenzuführen. Es wird nie eine perfekte Lösung geben, oft wird es einen Kompromiss erfordern“, richtete Matthias Bückert den Blick nach vorn. Aktuell ist er Leiter des Elisabeth-Gymnasiums und des Ernst-Abbe-Gymnasiums. Ein ganz viel Kraft kostende Aufgabe…!
Mit Livemusik der Schulband klang ein für alle unvergesslicher Tag aus