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Über unnütze Befindlichkeiten

Keine leichte Aufgabe war es, die der städtische Ausschuss für  Soziales, Bildung und Gesundheitswesen am gestrigen Mittwoch zu bereden hatte. Denn eine Anhörung, wie die am gestrigen Tag als es um die Zukunft der Eisenacher Gemeinschaftsschule (EOL berichtete) ging, sorgt bekannterweise immer wieder für die eine oder andere Reibungsfläche. So auch am gestrigen Tag, als eine an und für sich harmlose Anhörung beinahe in einem grundlosen Streit endete.

Denn auch die Schulkonferenz der Oststadtschule war vor den 13-köpfigen Ausschuss geladen worden, um Fragen zu ihrer Stellungnahme zur geplanten Fortschreibung der Schulnetzkonzeption der Wartburgstadt beantworten zu können. Unter ihnen auch Schulsprecherin Pia Hering, die die achte Klasse des auslaufenden Regelschulmodells an der Oststadtschule besucht und welche umgehend unter Beschuss genommen wurde.

Denn Ottomar Schäfer (CDU), der eigentlich nur Stadtratskollegin Julia Durner in dem Ausschuss vertreten sollte, verwies kaum nachdem die drei Vertreter von Eltern, Schülern und Schulleitung Platz genommen hatten auf die fehlende Urteilskraft der Schulsprecherin. Da sie in der achten Klasse sei, so Schäfer, könne sie ja nicht die Belange der aktuellen Sechstklässler, welche die ältesten Schüler der Gemeinschaftsschule sind, vertreten.

Auch nach dem energischen Eingreifen und Argumentieren von Abteilungsleiter Bernd Wächter dem Ausschussvorsitzendem Uwe Schenke (Linke) ließ Schäfer, der selbst als Oberstufenleiter des Ernst-Abbe-Gymnasiums arbeitet, sich nicht von seiner Meinung abbringen und setzte mehrfach mit lauter Stimme zum Widerspruch an. Erst die Beendigung der Anhörung vermochte es dann, Ruhe in den Ausschuss zu bringen.

Schade ist dabei, dass ein Pädagoge in Führungsposition mit dem Prinzip der Schülervertretung derart öffentlich hadert und ganz und gar versucht eine Schülerin vor dem Ausschuss zu diskreditieren. Professionell ist das nicht. Weder für einen Stadtrat noch für einen Pädagogen.

Denn, das bestätigte Schulleiterin Kerstin Lüder auch vor dem Ausschuss, Schulsprecherin Pia Hering wurde von allen Schülern im direkten Wahlverfahren demokratisch zur Schulsprecherin gewählt. Und auch die Fünft- und Sechstklässler haben Hering zu ihrem „Sprachrohr“ in Schulkonferenz und eben auch vor Ausschüssen gemacht. Damit ist sie durchaus in der Lage (so sagt es im Übrigen auch die Thüringer Schulordnung) alle Schüler der Oststadtschule zu vertreten. Ob sie selbst von einer Sache wie der Schulnetzkonzeption betroffen ist oder nicht.

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