Demokratieförderung in der Wartburgregion

Bildquelle: © Friederike Günther Wandelwerft GmbH
Übergabe der Situations- und Ressourcenanalyse durch Steffen Präger von der Wandelwerft GmbH an Martin Rosenstengel, Kreisbeigeordneter, die beiden lokalen Partnerschaften für Demokratie Eisenach und Wutha-Farnroda/Wartburgkreis sowie die federführenden Ämter im Landratsamt und der Stadtverwaltung Eisenach.

Analyse, Potenziale und Wege nach vorn – unter diesem Motto luden die beiden Partnerschaften für Demokratie Eisenach/Wutha-Farnroda und Wartburgkreis am vergangenen Donnerstag, 21. März, zur ersten gemeinsamen Demokratiekonferenz ein.

Über 80 Teilnehmende folgten der Einladung in die Hörselberghalle nach Wutha-Farnroda. Gemeinsam eröffneten Jörg Schlothauer, Bürgermeister Wutha-Farnroda, und Heike Apel-Spengler, Ehrenamtliche Beigeordnete der Stadt Eisenach, die Veranstaltung und gaben einen kurzen Einblick in erfolgreiche Projekte und Ergebnisse des lokalen demokratischen Engagements. Heike Apel-Spengler betonte:

Noch nie war es so wichtig und dringend, dass sich die Zivilgesellschaft vernetzt und engagiert. Nur mit vereinten Kräften wird es uns in Zukunft gelingen, demokratische Werte zu verteidigen. Wir brauchen mehr zivilgesellschaftliche Akteure, die sich in diesen Prozess mit einbringen.

Steffen Präger und sein Team der Wandelwerft GmbH aus Erfurt präsentierten anschließend wesentliche Ergebnisse der im Jahr 2023 durchgeführten Situations- und Ressourcenanalyse in der Wartburgregion. Betrachtet wurde die Lage in der Region anhand ausgewählter Indikatoren, wie z.B. Siedlungsstruktur, Sozioökonomie oder die politische Situation. Es folgte eine qualitative Befragung von 32 Personen aus Zivilgesellschaft, Bildung, Kirche, Sport, Verwaltung und Politik. 5 Thesen bringen abschließend sowohl Chancen als auch Herausforderungen der beiden Partnerschaften auf den Punkt.

Angeregt diskutierten die Anwesenden im zweiten Teil der Konferenz an Thementischen die Ergebnisse: Wie können die Partnerschaften sichtbarer werden? Wie schaffen wir niedrigschwellige Zugänge zu den lokalen Partnerschaften und zu Fördermitteln? Erste Ideen, wie Schulungen für Antragstellerinnen sowie das Erstellen von Tutorial-Videos fielen gleich mehrfach. Wie könnten die Ziele der Partnerschaften beispielsweise mit der Sozial- und Jugendhilfeplanung verzahnt werden? Oder auch die Frage danach, wie für mehr Verständnis für Jugendliche geworben werden kann, die sich politisch und sozial engagieren, wurde gestellt. Über Handlungsempfehlungen, wie Qualifizierungsangebote für Jugendliche oder ein Training für lokale Begleiterinnen, wurde an den Thementischen ebenso gesprochen, wie über vorhandene Ressourcen. Die Jugendforen seien zunehmend in der Region verankert und die offene Jugendarbeit wird als Kooperationspartner gesehen. Es brauche jedoch vor allem eine gesicherte Finanzierung von Trägern der Jugendhilfe.

Insbesondere im ländlichen Raum, in kleineren Gemeinden, fühlten sich Menschen häufig nicht ausreichend geschützt, wenn sie sich für die Zivilgesellschaft engagieren. Das führt dazu, dass eine größer werdende gesellschaftliche Gruppe sich abwägend verhält, kristallisierte die Analyse heraus. An einem weiteren Thementisch wurden dazu Lösungsansätze diskutiert, wie mehr lokale Begegnungsformate gerade in Quartieren anzubieten, in denen Bürgerinnen auch mit Entscheidungsträgerinnen zusammenkommen können.

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Martin Rosenstengel, Kreisbeigeordneter des Wartburgkreis, hielt die abschließenden Worte der Konferenz und sprach sich nach den Diskussionsrunden für eine weitere Zusammenarbeit der beiden Partnerschaften aus. Alle Ideen und Handlungsempfehlungen werden zudem in die strategische Ausrichtung der beiden Partnerschaften ab 2025 einfließen. Veränderungen wird auch die neue Förderperiode des Bundesprogramms „Demokratie Leben“ ab 2025 bringen, auf deren finanzieller Grundlage neben dem Landesprogramm „Denk bunt“, beide Partnerschaften stehen.

Neben neuen Projektideen und der Vernetzung untereinander verwöhnten die Kaffeemühle aus Wutha-Farnroda und das Restaurant Krug aus Wutha-Farnroda mit gutem lokalem Essen. Der Neue Welten e.V. sorgte musikalisch für eine stimmungsvolle Atmosphäre zum Abschluss. Die gesamte Situations- und Ressourcenanalyse wird nach Fertigstellung zum Download zur Verfügung stehen.

© Eva Langer/Lokale „Partnerschaft für Demokratie“ der Stadt Eisenach und der Gemeinde Wutha-Farnroda „Vielfalt tut gut“
Gruppenfoto mit allen Teilnehmenden zum Beginn der Konferenz, als Zeichen anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus unter dem Motto: Menschenrechte für Alle.

Die Demokratiekonferenz und die Lokalen Partnerschaften werden im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Thüringer Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „Denk bunt“ durch das Thüringer Ministerium für Jugend, Bildung und Sport gefördert.

Nähere Informationen sind unter www.demokratie-leben.de oder www.denkbunt-thueringen.de/ erhältlich.

Interessierte Bürger*innen können sich für Fragen, Anregungen oder Projektvorhaben gerne an denkbunt@wartburgkreis.de oder vtg.eisenach@googlemail.com wenden.

Alle weiteren Informationen finden Sie auf www.denkbunt-wartburgkreis.de und www.vielfalt-wartburgregion.de.

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