Der stille Tod der Amphibien auf Thüringens Straßen

Der NABU Thüringen bittet um Rücksichtnahme bei Amphibienwechseln

Jena – Etwas langsam und verhalten startet in Thüringen die Amphibienwanderung.„Erste Molche, Erdkröten und Grasfrösche wurden bereits an einigen Amphibienzäunen eingesammelt und sicher über die Straße getragen“, berichtet Ulrich Scheidt, Spreche des Landesfachausschusses für Herpetologie des NABU Thüringen. „Grundsätzlich wird der Start der Amphibienwanderung durch die innere Uhr der Tiere bestimmt. Unter den richtigen Voraussetzungen kann die Wanderschaft auch schon Anfang März beginnen, allerdings zunächst nur sehr verhalten. In der Regel fangen Amphibien bei Temperaturen ab etwa 6 °C und feuchter Witterung in der Abenddämmerung an zu wandern. Ein Kälteeinbruch kann die Wanderung jederzeit unterbrechen.“

Tiere vor dem Tod bewahren

Auf dem Weg zu den Laichgewässern werden jedes Jahr Tausende Amphibien überfahren. Um diese sinnlosen Todesfälle zu vermindern, bittet der NABU Autofahrerinnen und Autofahrer jedes Jahr darum, in der Dämmerung vorsichtig an Amphibienwechseln zu fahren, ohne jedoch andere Verkehrsteilnehmende zu gefährden. Überall, wo Kröten, Frösche, Molche und Unken unterwegs sind, ist eine Geschwindigkeit von 30 km/h empfehlenswert, um die Tiere nicht unnötig zu gefährden. Denn bei mehr als 30 Stundenkilometern steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Tiere allein durch den Strömungsdruck sterben, ohne vom Fahrzeug direkt berührt worden zu sein. Der entstehende Luftsog ist so stark, dass er die inneren Organe der Amphibien zum Platzen bringt.

Freiwillige an den Schutzzäunen

„Umsichtiges Fahren schützt auch die Freiwilligen, die die Amphibienzäune aufbauen und betreuen, bei ihrer Arbeit. Zumal die Einsätze oft in der Dämmerung stattfinden, wenn die meisten Tiere unterwegs sind“, so Ulrich Scheidt:

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