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DLRG-Report: 410 Menschen ertranken 2011 in Deutschland

Im vergangenen Jahr sind 410 Menschen in deutschen Gewässern ertrunken. 343 Männer, Frauen und Kinder verloren in Flüssen, Seen und Kanälen ihr Leben.
«Binnengewässer sind nach wie vor die gefährlichsten Badegebiete. Nur wenige Gewässerstellen werden von Rettungsschwimmern bewacht. Dementsprechend ist das Risiko dort zu ertrinken um ein Vielfaches höher als an den Küsten von Nord- und Ostsee oder in Schwimmbädern», analysiert Dr. Klaus Wilkens, Präsident der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG), die Sicherheitslage an Badestellen, die zumeist für die Öffentlichkeit frei zugänglich sind. «Die DLRG hat mit lokalen Gefahrenexpertisen und der Gestellung von Rettungsschwimmern viele Gefahrenstellen entschärft und ist dem Risiko zu ertrinken wirksam begegnet», so Dr. Wilkens weiter. Im Sommer dieses Jahres werde die DLRG in ausgewählten Küstenorten Niedersachsens mit dem Projekt «Mehr Strandsicherheit» beginnen, das beispielgebend für Küsten- und Binnengewässer sein soll.

Die Anzahl der Ertrunkenen ist zwar 2011 um 28 (-6,4%) zurückgegangen, der Rückgang ist aus Sicht der DLRG aber allein auf den durchgehend kühlen und nassen Sommer zurückzuführen.

«Er hat viele Menschen von einem Bad im Meer, Seen oder Bädern abgehalten», kommentierte der DLRG-Präsident das Ergebnis.

Die tödlichen Unfälle an Nord- und Ostsee haben sich im Vergleich mit 2010 halbiert. Zwischen Borkum und Usedom starben nur 16 Personen, die meisten davon an den wenigen unbewachten Stellen oder außerhalb der Wachzeiten. Rückläufig sind auch die Todesfälle in Frei- und Hallenbädern sowie in Gartenteichen und privaten Swimmingpools.

Deutlich angestiegen ist wieder die Zahl der Ertrunkenen über 50 Jahre. In den höheren Altersklassen registrierte die DLRG 225 Todesopfer, das ist ein Anteil von 55 Prozent. Bei Kindern im Alter bis 15 Jahren sank die Zahl der tödlichen Unfälle auf 22. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen der DLRG. «Diese gute Entwicklung verdanken wir einer gezielten, frühkindlichen Aufklärungsarbeit über Gefahren im und am Wasser, die wir in Zusammenarbeit mit unserem Wirtschaftspartner Beiersdorf und den Kindergärten und -tagesstätten seit 2001 bundesweit durchführen», begründet Dr. Wilkens den kontinuierlichen Rückgang der frühkindlichen Sterbefälle.

Wie in den Vorjahren ertranken die meisten Menschen in bayerischen Gewässern, dort kamen 78 Personen ums Leben, auf Rang zwei rangiert Niedersachsen mit 58 Todesfällen. Die Flächenländer Baden-Württemberg mit 51 und Nordrhein-Westfalen mit 47 folgen danach. Mit Brandenburg (35), Sachsen (23) und Mecklenburg-Vorpommern (21) folgen drei ostdeutsche Bundesländer auf den nächsten Plätzen. In Bremen, traditionell das sicherste Bundesland, ertrank nur ein Mensch. In Thüringen waren es sieben Personen, die ertranken.

In der internationalen Statistik «Ertrinken je 100000 Einwohner» schließt die Bundesrepublik Deutschland mit dem sehr guten Wert von 0.50 ab. Damit liegt sie im weltweiten Vergleich mit England, den Niederlanden und Schweden in der Spitzengruppe. Das Bundesland Brandenburg schneidet im Vergleich der Bundesländer mit 1.39 Punkten am schlechtesten ab, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit einem Wert von 1.27. Niedersachsen ist drittletzter mit einem Wert von 0.72. Bayern rangiert im 100000er Wert auf Platz 12. Bremen ist auch in dieser Statistik Spitzenreiter mit 0.15 Punkten, Nordrhein-Westfalen folgt mit 0.26 auf dem zweiten Platz vor Berlin (0.29) und Thüringen (0.31).

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