Durchschnittliches Erntejahr im Wartburgkreis


Zur Situation der Ernte im Wartburgkreis informierten Landrat Reinhard Krebs und der Kreisbauernverband vorgestern in Wenigenlupnitz. Stefan Wolf von der Agrargenossenschaft Wenigenlupnitz e.G. gab Auskunft über die aktuelle Situation in seinem Betrieb.

Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden, nur beim Raps könnte es besser aussehen. Zum Glück kam immer noch gerade zur rechten Zeit Regen, denn der Grundwasserspiegel ist nach dem Extremsommer 2018 immer noch nicht wieder aufgefüllt, berichtet Vorstandmitglied Wolf.

Die Agrargenossenschaft bearbeitet mit sieben Mitarbeitern 730 Hektar Landwirtschaftsfläche zwischen Hörselberg und Kindel.

Es war ein durchschnittliches Jahr, mit durchschnittlichen Erträgen, resümierte auch Bernd Apfel, der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, wobei er darauf hinwies, dass im Landkreis sehr unterschiedliche Bedingungen herrschen würden – sowohl, was die Böden angehe, als auch die jeweils gefallene Menge an Niederschlägen.

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Was alle Bauern im Landkreis eint, ist die Sorge um die niedrigen Erzeugerpreise. Selbst Knappheit würde die Preise nicht mehr regulieren. So sei im letzten Jahr die Rapsernte völlig eingebrochen, der Preis aber dennoch nicht gestiegen, weil die EU tonnenweise Palmöl, u.a. von den Philippinen, eingekauft habe.

Für eine schlechtere Qualität des Weizens sorge zudem die neue Düngeverordnung, die einen reduzierten Eintrag von Stickstoff vorschreibt. Auch Fruchtfolgen seien kaum mehr möglich, weil Weizen das Einzige sei, das der Bauer immer loswird, auch weltweit. So würde kaum noch jemand Rüben anbauen oder Kartoffeln, die der Erzeuger nicht kauft, weil Lehm dran klebt, was aber bei der Beschaffenheit der Böden in der Region nicht zu vermeiden sei.

Glücklich sind die Bauern nach der massiven Futterknappheit im vergangenen Jahr mit dem diesjährigen Grünschnitt. So teilte Vorstand Norbert Heering mit, dass die Agrargenossenschaft in diesem Jahr schon 960 Ballen Heu eingefahren habe und sogar einiges davon verkaufen konnte.

Die Landwirtschaft brauche nun im Wesentlichen trockenes Wetter für die kommenden Tage, um jede Stunde zu nutzen, das was noch auf dem Halm steht, zu ernten und trocken einzufahren.

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