Eisenach Online – Aktuelle Nachrichten
Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de

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Ehrenamtspreis 2019: Oberbürgermeisterin würdigt Engagement der Bürgerinnen und Bürger

Mit einer Festveranstaltung in der Aula des Martin-Luther-Gymnasiums würdigt Oberbürgermeisterin Katja Wolf im Namen der Stadt Eisenach am heutigen Freitag, 29. November, ab 18 Uhr das Engagement und die Einsatzbereitschaft ihrer Bürgerinnen und Bürger. Die Geehrten setzen sich in ihrer Freizeit in vielfältiger Weise und unentgeltlich für die Gemeinschaft ein.

Ehrenamt erfolgt im Großen wie im Kleinen, im Rampenlicht oder ganz unscheinbar – und ist doch immer großartig und bemerkenswert. Wir sind froh, dass die Eisenacher und Eisenacherinnen so engagiert das städtische Leben mitgestalten und bereichern. Dafür danke ich Ihnen ganz herzlich, sagt Oberbürgermeisterin Katja Wolf und betonte: Alle heute ausgezeichneten Projekte und Engagements stehen stellvertretend für die große Vielfalt des Ehrenamtes in Eisenach und stellen zugleich auch eine individuelle Auszeichnung dar.

Ausgezeichnet werden acht Einzelpersonen; sie erhalten die „Urkunde der Stadt zur Würdigung ehrenamtlichen Engagements“ und eine Erinnerungsmedaille. Erstmals wird eine Familie für ihr ehrenamtliches Wirken in Eisenach ausgezeichnet.

Des Weiteren wird der Ehrenamtspreis in Höhe von 1.500 Euro vergeben. Darüber hinaus wird ein Unternehmen für sein bürgerschaftliches Engagement gewürdigt. Musikalisch gestaltet wird die Veranstaltung von die Schulband des Martin Luther-Gymnasiums sowie vom Wartburg-Ensemble. Ausgewählt wurden die geehrten Personen, Projekte und Unternehmen aus einer Vielzahl von Vorschlägen, die nach öffentlichen Aufrufen eingegangen waren. Der Ehrenamtsbeirat sichtete diese Vorschläge und gab der Stadtverwaltung eine entsprechende Empfehlung. Ermöglicht wird die Festveranstaltung durch eine Zuwendung der Thüringer Ehrenamtsstiftung.

Die Laudatien für die Ausgezeichneten

Ehrenamtspreis 2019 für das Projekt „Gebärden für Eisenach“

Das soziale Projekt „Gebärden für Eisenach“ des Martin-Luther-Gymnasiums beschäftigt sich mit dem Miteinander von hörenden und nichthörenden Menschen. Dabei lernen die Schüler in ihrer Freizeit die Gebärdensprache. Es werden „Notvokabeln“ für den Alltag zusammengestellt und Kommunikationsregeln für den Umgang mit Gehörlosen geübt. So können die Schüler perspektivisch als Gebärdendolmetscher für Veranstaltungen eingesetzt werden. Zum Aktionstag der Eisenacher Selbsthilfegruppen am 27. Juni dieses Jahres konnten die Schüler und Schülerinnen das erste Mal in der Öffentlichkeit zeigen, was sie bereits gelernt haben. Dabei entstand ein erster Kontakt mit dem Schwerhörigen-Verein Eisenach, der die Idee unterstützt und als Partner gerne mit Rat und Tat bei der Umsetzung des Projektes zur Verfügung steht. Somit ist dieses Projekt nicht nur ein soziales Projekt für die Schüler des Martin-Luther-Gymnasiums. Es verbindet auch die Generationen und bringt Hörende und Nicht-Hörende einander näher. Es entstehen gemeinsame Erlebnisse, die verbinden. Von dieser Projektidee profitieren viele Menschen in Eisenach. Der Einsatz für nichthörende Menschen in Eisenach hat den Ehrenamtsbeirat überzeugt.

Für dieses besondere Engagement werden die Schüler, Schülerinnen und Lehrerin Annegret Tittelbach-Helmrich mit dem Ehrenamtspreis 2019 geehrt. Der Ehrenamtspreis ist mit 1.500 Euro dotiert.

Erinnerungsmedaille an Familie Roschka: Zum ersten Mal in der Geschichte des Eisenacher Ehrenamtspreises wird heute eine Familie gewürdigt. Alle Familienmitglieder engagieren sich auf unterschiedliche und vielfältige Weise in Eisenach. Was sie eint, ist die Überzeugung zu helfen, mitzumachen und nicht still zu Hause zu sitzen. Ihr Engagement kann mit drei Worten zusammengefasst werden: Verantwortung, Mitbestimmung und Nächstenliebe. Wir ehren Familie Roschka!

Das Engagement jedes einzelnen Familienmitgliedes soll hier kurz erwähnt werden. Tochter Deborah ist fast überall dabei, vor allem, wenn es um demokratische Mitwirkung junger Menschen in der Stadt Eisenach geht. Sie ist so vielfältig engagiert, dass viele nicht verstehen können, wie sie ihre unzähligen selbstgewählten, ehrenamtlichen Aufgaben meistern kann und trotzdem eine ausgezeichnete Schülerin ist. Deborah engagiert sich in der katholischen Pfarrjugend, wo sie soziale Projekte organisiert und verantwortlich für die Pressearbeit ist. Seit 2015 ist sie Schülersprecherin des Ernst-Abbe-Gymnasiums. Im Rahmen dieser Aufgabe ist sie federführend in der Gruppe der Eisenacher Schülersprecher aktiv und organisiert schulübergreifend Projekte und Veranstaltungen. Deborah Roschka ist tragendes und inspirierendes Mitglied des Eisenacher Jugendforums. Sie hat wesentlichen Anteil am 2. Eisenacher Stadtjugendmeeting. Die Mitglieder des Jugendforums haben sich aktiv in die Erarbeitung des Eisenacher Bildungsleitbildes eingebracht und die Bildungskonferenzen inhaltlich bereichert. Deborah ist Mitorganisatorin der Eisenacher „Fridays For Future“ Bewegung. Sie hat der Eisenacher Jugend eine Stimme verliehen und sehr deutlich gezeigt, dass sich Jugendliche von heute durchaus engagieren und für ihre Stadt einbringen möchten. Wir zollen dieser engagierten Frau unseren Respekt. Sie hat Eisenach mittlerweile verlassen, um an einem der 18 „united world colleges“ zu studieren. Die Schüler werden angeregt, sich für Frieden und nachhaltige Zukunft einzusetzen.

Mutter Eva Roschka engagiert sich in der St. Elisabeth-Gemeinde. Als Mitglied des Diakoniekreises besucht sie ältere und betagte Gemeindemitglieder zu Geburtstagen und schenkt ihnen Zeit und Zuwendung. Seit vielen Jahren ist Eva Roschka im „Eine-Welt-Verein“ aktiv. Sie ist die Schriftführerin des Vereins und arbeitet leitend im Ladenteam des „Markts der Völker“ mit. Einmal in der Woche sichert sie die Öffnungszeiten der Kleiderkammer der City Church ab. Darüber hinaus singt sie im Eisenacher Gospelchor mit. Gegenwärtig lebt eine junge Frau aus Ruanda im Haus der Familie Roschka. Sie absolviert ihren Bundesfreiwilligendienst in einem Altenheim. Auch hier wird Zeit und Zuwendung geschenkt. Berührungsängste zu Menschen aus anderen Ländern hat Eva Roschka nicht. Sie hat mehrfach Gastschüler aus anderen Ländern aufgenommen. Als im Frühjahr ein Schulleiter aus Burkina Faso an der Eisenacher Berufsschule hospitierte, fand auch er ein Zuhause bei Familie Roschka.

Vater Clemens Roschka ist Mitbegründer des Eine-Welt-Vereins Eisenach und von Beginn an dessen Vorsitzender. Der Verein tritt für mehr Gerechtigkeit durch fairen Handel ein und übernahm die Trägerschaft des „Markts der Völker“. Clemens Roschka ist häufig nach Ladenschluss dort anzutreffen und erledigt die Hintergrundaufgaben, damit der Laden mit seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern funktioniert.  Als Leiter des Altenpflegeheims „Elisabethenruhe“ und des Hospizes Eisenach kümmert er sich nicht nur um seine Bewohner und Mitarbeiter. Er berät auch die pflegenden Angehörigen und organisiert monatliche Treffen für Angehörige von Menschen mit Demenz. Clemens Roschka wurde außerdem Sieger beim diesjährigen Stadtradeln. Er war insgesamt 1.348 Kilometer innerhalb von drei Wochen unterwegs. Die Aktion ist ein Beitrag zum Klimaschutz in vielen Städten Deutschlands.

Für ihren unermüdlichen Einsatz wird Familie Roschka mit der Erinnerungsmedaille der Stadt Eisenach geehrt.

Erinnerungsmedaille an Lisa Weimer: Lisa Weimer ist seit ihrer Kindheit sportlich aktiv. Alles begann beim Creuzburger Karneval in der Kindertanzgruppe. Mit 13 Jahren wechselte sie zur Akrobatik. Mit 16 Jahren bestand sie die Ausbildung zur Übungsleiterin. Im Ernst-Abbe-Gymnasium baute sie unter Anleitung eines Sportlehrers die Akrobatikgruppe auf und trainiert diese. In der Akrobatikgruppe „firelights“ werden nicht nur turnerische Grundelemente, Balance, Ausdauer, Vertrauen und Körperspannung trainiert, sondern auch gemeinsam und mit viel Spaß verschiedene dynamische Choreografien einstudiert. Highlights sind die großen menschlichen Pyramiden, die aufgebaut werden. Die Akrobatik-Gruppe ist eine schulische Arbeitsgemeinschaft, die im Rahmen von schulbezogener Jugendarbeit gefördert und unterstützt wird. Lisa hat nach ihrem Abitur am Ernst-Abbe-Gymnasium ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. Mittlereile studiert sie an der Universität Erfurt Grundschullehramt. Doch Lisa ist dem Ernst-Abbe-Gymnasium und ihren Sportakrobaten treu geblieben. Jedes Wochenende reist sie aus Erfurt an, steht ab 10 Uhr in der Sporthalle und trainiert die Mädchen. Die Verbundenheit zur Gruppe und zum Ernst-Abbe-Gymnasium über die eigene Schulzeit hinaus ist nicht selbstverständlich. Das Training ist geprägt von einer ruhigen Trainerin, die Spaß daran hat, mit den Mädchen die Übungen zu erarbeiten. Sie bereitet ihre Schützlinge gewissenhaft vor und achtet darauf, dass die Übungen gut verinnerlicht werden, um Verletzungen zu vermeiden. Die „firelights“ haben in den letzten Jahren deutlich Zuspruch erfahren. So trat die Gruppe zum Theatertag des Ernst-Abbe-Gymnasiums im Landestheater auf. Sie vertraten die Stadt Eisenach beim diesjährigen Landkreisfest in Steinach oder zuletzt bei der diesjährigen Sportlerehrung. Immer wenn die Akrobatik-Gruppe auftritt, versetzt sie das Publikum ins Staunen. Das hohe sportliche und künstlerische Niveau der Gruppe wird maßgeblich durch das Engagement von Lisa Weimer erreicht.

Für ihren besonderen Einsatz wird Lisa Weimer mit der Erinnerungsmedaille der Stadt Eisenach geehrt.

Erinnerungsmedaille an Gisela Barnikol: Gisela Barnikol arbeitet seit 2010 ehrenamtlich beim Kreisverband der Volkssolidarität Schmalkalden-Meiningen in der Ortsgruppe 21 in Eisenach. Zuerst unterstützte sie als Mitglied der Gruppe die Arbeit des Vorstandes bei Veranstaltungen wie Kaffeenachmittagen und Bildungsfahrten und bei der Gewinnung von neuen Mitgliedern für die Ortsgruppe. Der Schwerpunkt der Arbeit von Frau Barnikol liegt in den Wohngebieten Eisenach-Nord und Goethestraße. Gern bezieht sie auch Senioren aus anderen Ortsgruppen mit ein. 2012 erklärte sich Frau Barnikol bereit, Verantwortung im Vorstand der Volkssolidarität zu übernehmen. Heute führt sie die Ortsgruppe allein, kümmert sich um die Beitragskassierung, plant und organisiert die Bildungsfahrten und Kaffeenachmittage. Trotz ihrer 85 Jahre besucht sie kranke Mitglieder, erledigt Einkäufe oder geht mit ihnen spazieren. Gisela Barnikol arbeitet eng mit der Geschäftsstelle der Volkssolidarität zusammen und koordiniert dort alle Termine und Vorhaben. Sie achtet auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Pflegedienst der Volkssolidarität, um Hilfsbedürftigen die Teilnahme an Bildungsfahrten zu ermöglichen. Durch ihr Engagement hilft sie mit, dass Senioren in ihrem häuslichen Umfeld verbleiben können und nicht vereinsamen.

Für Ihren Einsatz in der Seniorenarbeit in Eisenach wird Gisela Barnikol mit der Erinnerungsmedaille der Stadt ausgezeichnet.

Erinnerungsmedaille für Claus D. Schuchardt: Nachdem Claus D. Schuchardt sich im Kinderballett des Landestheaters Eisenach tänzerische Grundlagen erworben hatte, meldete er sich 1966 – mit Beginn der Lehrzeit zum Elektromonteur im Automobilwerk Eisenach – im Wartburg-Ensemble an. Schnell erarbeitete sich Claus D. Schuchardt nicht nur einen festen Platz in der damaligen Tanzgruppe, sondern übernahm auch solistische Tanz-Auftritte. 1975 beendete die damalige Leiterin aus gesundheitlichen Gründen die Tanzleitung und Herr Schuchardt übernahm kurzfristig die hauptamtliche Leitung der Tanzgruppe.

Als 1989 das Automobilwerk geschlossen wurde, war er als einziger bestrebt, das Ensemble weiter zu erhalten und zu führen – und schaffte es. Dieses Engagement war für die Zukunft des Ensembles entscheidend. Im Jahr 1990 folgte die Gründung des Wartburg-Ensembles e.V.. Zu dieser Zeit bestand der Verein aus einer Gesangsgruppe, Akrobaten und über 100 Tänzerinnen und Tänzern. Seit mehr als 50 Jahren ist Claus D. Schuchardt eng mit dem Wartburg-Ensemble verbunden. Er hat vielen Tänzerinnen und Tänzern eine solide Tanzausbildung ermöglicht. Er hat dazu beigetragen Kindern und Jugendlichen die Freude an Bewegung zu vermitteln und hat es geschafft, das Selbstbewusstsein großer und kleiner Mitglieder zu stärken. Mit vielen Choreographien und Programmen hat er das Publikum immer wieder bestens unterhalten. Dabei widmete er sich generationsübergreifend auch der Vermittlung von Thüringer Volksbräuchen und -tänzen. So stammt aus seiner Choreographie der „Rühler Springer“, den die Folklorevereinigung Alt Ruhla aufführt oder das Sommergewinnstanzspiel, welches bei den jährlichen Kommerschabenden zu sehen ist. Mittlerweile muss er nicht mehr Choreograph, Regisseur, Kostümdesigner, Bühnenbildner, Dramaturg – eben der Mann für alles sein. Mit seinen 70 Jahren hat er sich aus dem aktiven Tagesgeschäft zurückgezogen und den Staffelstab weitergegeben. Claus D. Schuchardt bleibt für viele im Verein ein Vorbild.

Für sein langjähriges Wirken im Wartburg-Ensemble und für sein künstlerisches Schaffen wird Claus D. Schuchardt mit der Erinnerungsmedaille geehrt.

Erinnerungsmedaille für Gabriela Birkner: Gabriela Birkner suchte in der Freiwilligenagentur nach einer ehrenamtlichen Betätigung. Seit 2012 ist sie als Lese-Oma an der Hörselschule in der Stedtfelder Straße ehrenamtlich tätig. Sie geht jeden Freitag in die Grundschule und ist im Deutschunterricht als Lese-Oma schon fast unverzichtbar. Sie betreut kleinere Gruppen, aber auch einzelne Schüler, die Schwierigkeiten beim Lesen haben. Somit können die Schüler individuell gefördert werden. Die Kinder sind glücklich über die Unterstützung ihrer Lese-Oma Gabi und haben Spaß am Lernen, denn sie merken, dass ihr Lesen immer besser wird. Auch in den Ferien kommt Lese-Oma Gabi in die Schule. Sie unterstützt den Hort und macht dort kleine Angebote. Frau Birkner leitet außerdem den im März 2016 gegründeten Lese-Club im Nachbarschaftszentrum. „Lernen am anderen Ort“ heißt es dort jeden Montag und Mittwoch jeweils für zwei Stunden. Schüler aus Grundschulen besuchen das Nachbarschaftszentrum und finden dort Ehrenamtliche, die viele Angebote rund um das Lesen machen. Die Kinder können lesen, spielen, Neues erfahren und Bücher aus dem Lese-Club ausleihen. Der Lese-Club ist eine Kooperation von der Freiwilligenagentur und der Stadtbibliothek. Gabriela Birkner unterstützt zusätzlich einmal in der Woche das Nachbarschaftszentrum im alltäglichen Betrieb. Ohne ihr ehrenamtliches Engagement könnten die Öffnungszeiten nicht gewährleistet werden. Gabriela Birkner hat eine Aufgabe gefunden, die sie mit viel Hingabe und Freude ausfüllt. Sie ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass ehrenamtliches Engagement sinnstiftend und erfüllend ist.

Für ihre Verdienste um die Förderung des Lesens bei Kindern wird Gabriela Birkner die Erinnerungsmedaille der Stadt Eisenach verliehen.

Erinnerungsmedaille für Steffen Senf: Steffen Senf engagiert sich vielseitig im Eisenacher Ortsteil Stregda. Seit 15 Jahren ist er im Ortsteilrat aktiv und vertritt die Interessen der Bürger und trägt so zu einer guten Dorfgemeinschaft bei. Zudem engagiert sich Steffen Senf auch für die Belange der anderen Ortsteile. Steffen Senf leitet außerdem den Kleintierzucht-Verein „Kleehof“. In dieser Funktion organisiert er Versammlungen und die alljährliche Kleintier-Ausstellung, bei der die Tiere fachlich fundiert bewertet werden. Das ist eine große Verantwortung. Problematisch ist, dass es zu wenige Züchter gibt.

Kleintierzüchter sind Menschen, die Freude im Umgang mit Kaninchen, Puten, Hühnern, Gänsen, Enten und Tauben haben. Sie opfern ihre Freizeit, um die bestmöglichsten Tiere in verschiedenen Rassen und Farbenschlägen zu züchten und diese im Wettbewerb zu präsentieren, so beschreibt Steffen Senf in einem Zeitungsartikel seine Vereinsmitglieder.

Er lässt sich in seinem Engagement nicht beirren und versucht neue Mitglieder für dieses besondere Hobby zu begeistern. Darüber hinaus war er Schatzmeister im Verein der Heimatfreunde Stregda e.V., wo seine Arbeit als sehr gewissenhaft und akribisch geschätzt wurde; die besten Voraussetzungen für dieses vertrauensvolle Amt. Steffen Senf hat sich durch seine offene und sachliche Art im Ortsteil Anerkennung und Wertschätzung erarbeitet.

Für seinen Einsatz um die Kleintierzüchter und sein Wirken im Ortsteil Stregda wird Steffen Senf mit der Erinnerungsmedaille der Stadt Eisenach geehrt.

Erinnerungsmedaille für Lara Artschwager und Finn Weiß: Die beiden Schüler Lara und Finn haben im letzten Jahr eine besondere Aktion für Seniorenwünsche ins Leben gerufen. „Weihnacht.Wunsch.Herz.“ haben die beiden Jugendlichen ihre Aktion genannt. Sie organisierten – ähnlich wie die Weihnachtsstrauß-Aktion der Kinderbürgermeisterin – einen Wunschbaum für Senioren. Im Foyer der Wartburg-Sparkasse stand ein Weihnachtsbaum, an dem Zettel mit Wünschen für ältere Menschen hingen. Zu finden waren unter anderem solche Wünsche wie feste Hausschuhe, warme Socken, ein Buch oder gemeinsame Spaziergänge. Die Wünsche erfragten Lara und Finn in Eisenacher Pflegeheimen, im Hospiz und beim Seniorenbeirat. Viele Eisenacher unterstützen die Aktion und konnten somit zur Erfüllung der Wünsche beitragen. Die Übergabe der Geschenke war sehr beeindruckend und rührend zugleich.

Der Ehrenamtsbeirat ist von Laras und Finns Engagement beeindruckt und möchte mit der Erinnerungsmedaille Danke sagen.

Erinnerungsmedaille für Jörg Rumpf: Jörg Rumpf engagiert sich vielseitig in der Kinder- und Jugendarbeit in Eisenach. Hauptamtlich ist er als Kreisreferent für Kinder- und Jugendarbeit im Kirchenkreis Eisenach / Gerstungen tätig. Ehrenamtlich ist Jörg Rumpf aber auch seit mehr als zehn Jahren der Vorsitzende des Stadtjugendrings Eisenach e.V., des Dachverbandes für Jugendverbandsarbeit in Eisenach. In dieser Funktion vertritt er die Interessen von Kindern und Jugendlichen im Jugendhilfeausschuss als beratendes Mitglied. In seiner Arbeit sowohl hauptamtlich als auch ehrenamtlich ist es Jörg Rumpf ein großes Bedürfnis, entschieden gegen rechte und fremdenfeindliche Tendenzen einzutreten. Er engagiert sich seit vielen Jahren im Bündnis gegen Rechtsextremismus in Eisenach, gründete den Förderverein des Bündnisses mit und ist auch Vereinsvorsitzender. Das Bündnis gegen Rechtsextremismus vereint Gewerkschaften, Parteien, Vereine und kirchliche Gruppierungen. Sie alle treten entschlossen für ein weltoffenes Eisenach ein. Durch gemeinsame Aktionen und Veranstaltungen möchte das Bündnis die breite Mehrheit sensibilisieren, sich standhaft für die Demokratie zu engagieren, sich rechter Hetze entgegenzustellen und Minderheiten nicht auszugrenzen. Vor dem Hintergrund der letzten Wahlergebnisse wird die Arbeit des Bündnisses nicht weniger. Jörg Rumpf steht an vorderster Stelle. Er hat keine Angst, steht unerschrocken zu seiner Weltanschauung und verteidigt diese. Er versucht seine Gegner mit Argumenten zu überzeugen. Er bestärkt die ihm anvertrauten Kinder und Jugendlichen, sich selbst eine Meinung zu bilden und zu bewahren. Das Engagement von Jörg Rumpf ist in dieser Zeit notwendig. Es erfordert Mut, Überzeugung und Standhaftigkeit.

Für seinen Kampf gegen rechte Strukturen in Eisenach erhält Jörg Rumpf die Erinnerungsmedaille der Stadt Eisenach.

Unternehmerpreis 2019: Die Fleischerei Uth in der Frankfurter Straße in Eisenach ist ein Traditionsbetrieb, der heute in den Händen von Erik Döring liegt. Die Inhaber von Morgen sind die Brüder Nick & Léon Döring. Nick beendete 2014 seine Fleischerlehre (Fachrichtung Wurstherstellung) mit sehr guten Ergebnissen – er wurde bester Geselle der Handwerkskammer Südthüringen im Fleischerhandwerk und wurde mit dem STIFT 2014 ausgezeichnet. Anschließend absolvierte er eine Meisterausbildung und wurde 2016 bester Meister seines Lehrgangs. Sohn Léon beendete 2017 seine Fleischerlehre (Fachrichtung Verkauf) ebenfalls als bester Lehrling. Auch er wurde bester Geselle im Fleischerhandwerk und wurde mit dem STIFT 2017 ausgezeichnet.

Ehrenamtlich engagieren sich Firmenchef Erik Döring und seine Söhne in der Freiwilligen Feuerwehr Stedtfeld. Vater Erik ist seit 1986 dabei und hat seither zahlreiche Ausbildungen absolviert. 1996 wurde er zum Gruppenführer befördert. Von 2015 bis 2018 wählten ihn die Feuerwehrkameraden zum Wehrführer. Damit war er verantwortlich für alle, die mit ihm zu einem Einsatz fuhren. Das Amt musste er Ende 2018 abgeben, da die gleichzeitige Verantwortung für die Firma und die Feuerwehr eine zu hohe Belastung darstellte.

Seine Söhne Nick und Léon sind ebenfalls in der Freiwilligen Feuerwehr Stedtfeld aktiv. Nick Döring trat 2003 in die Feuerwehr ein, seit 2013 ist er Jugendfeuerwart im Ortsteil. Léon Döring trat 2007 in die Freiwillige Wehr ein. Er engagiert sich außerdem im Jugendclub in Stedtfeld. Nick und Léon sind mittlerweile komplett ausgebildete Feuerwehrmänner und seit ihrem 18. Lebensjahr in der Einsatzabteilung. Die Familie Döring würde sogar nachts aufstehen, die Fleischerei aufschließen, um den Einsatzkräften Verpflegung anbieten zu können, man muss sie nur fragen.

Aber es ist ein großer Spagat, den die Firma zwischen Ehrenamt und Fleischereibetrieb machen muss. Denn laut Thüringer Brandschutzgesetz und der Eisenacher Feuerwehr-Satzung müssen Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zu Übungen und Einsätzen kommen und der Arbeitgeber hat diese freizustellen. Bei einer Alarmierung muss die Firma also genau überlegen, wie sie die Arbeit organisiert, wenn drei Mitarbeiter gleichzeitig zum Einsatz müssen. Alle wissen wie wichtig heute Facharbeiter sind. Der Lohnausgleich der Stadt für diese Einsätze kann die Arbeit nicht aufwiegen, die ein Facharbeiter in dieser Zeit hätte erledigen können. Aus diesem Grund gibt es wenige Firmen mit Feuerwehrleuten. Die Fleischerei Uth nimmt sich für planmäßige Ausbildungen und kurzfristig für Einsätze Fremdpersonal zu Hilfe. Die Angestellten müssen früher an die Arbeit oder länger bleiben, um den sonst anstehenden Verlust auszugleichen.

Die Fleischerei Uth wird mit dem Unternehmerpreis für bürgerschaftliches Engagement 2019 geehrt, da sie sich uneigennützig für unsere Bürger der Stadt einsetzt – seit 1996 mit einem Kamerad, seit 2003 mit zwei Kameraden und seit 2007 mit drei Kameraden. Ihren Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr fangen die Firmenmitarbeiter über Mehrarbeit ab.

 

Andrea T. | | Quelle:

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