Eisenach und Partnerstadt Marburg begehen gemeinsam den Tag der deutschen Einheit und feiern 35-jährige Städtepartnerschaft

„Lassen Sie uns gemeinsam an einer besseren Zukunft arbeiten, in der unsere gemeinsame Städtepartnerschaft weiterhin ein lebendiges Zeichen der Einheit und Freundschaft ist“, erinnerte Bürgermeister Christoph Ihling in seiner gestrigen (3. Oktober) Rede an die damalige Vertragsunterzeichnung der Städtepartnerschaft zwischen Eisenach und Marburg.

Eine Marburger Delegation war zum Tag der Deutschen Einheit nach Eisenach gekommen, um dieses Ereignis gemeinsam mit den Eisenacher Freunden in der Predigerkirche zu feiern. Es ist Tradition, dass die Feierlichkeiten zur Deutschen Einheit wechselseitig in eine der beiden Städte begangen werden. 

Die Feierstunde fand dieses Jahr in der am Sonntag neu eröffneten Predigerkirche statt, anschließend ging es mit einem Empfang im Innenhof des Martin-Luther-Gymnasiums weiter. 

Am Festakt nahmen neben Bürgermeister Christoph Ihling, 70 Gäste aus Marburg teil, darunter Marburgs Oberbürgermeister Thomas Spies sowie Stadträtin Kerstin Dinnebier und die Vorsitzende des Hauses für Romantik, Prof. Dr. Marita Metz-Becker.

Gefeiert wurde nicht nur die Deutsche Einheit, sondern auch das 35-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Marburg und Eisenach. Die Städtepartnerschaft ist ein passendes Symbol für die Einheit des Landes.  Die Vertragsunterzeichnung erfolgte vor 35 Jahren am 10. Juni 1988 durch den damaligen Bürgermeister der Stadt Eisenach, Joachim Klapczynski und den Oberbürgermeister der Stadt Marburg, Dr. Hanno Drechsler.

In Anbetracht der aktuellen Wahlprognosen mahnte Christoph Ihling in seiner Rede auch zu mehr Empathie, Respekt und dem Festhalten an den demokratischen Grundwerten. „Ich finde, da ist der 3. Oktober der richtige Tag, um darüber zu reden, welche Gesellschaft wir künftig wollen, wie wir sie verändern wollen, welche Veränderung wir nicht wollen. Der Tag der Deutschen Einheit erinnert uns daran, dass Einheit und Freiheit kostbar sind, und vor allem nicht selbstverständlich“, so der Bürgermeister.

Auch Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies pflichte dem bei: „Der Tag der Deutschen Einheit ist der Tag aller Bürgerinnen und Bürger des Landes, alle Bürgerinnen und Bürger gehören zu unserer Gesellschaft. Wir sollte den Blick darauf richten, was uns eint, nicht was uns trennt. Die Gesellschaft steht vor herausragenden Anforderungen, besonders in den ländlichen Räumen. Es ist eine gemeinsame Aufgabe die Unterschiede auszugleichen und die Gesellschaft zusammen zu halten. Bei all den Probleme gibt es keine Entschuldigung und keine Ausrede, Rechtsextremisten zu wählen. Der Tag der Deutschen Einheit ist ein Tag der Reflexion, wir sollten einen Blick auf das Gemeinsame werfen, aber auch dürfen Ungerechtigkeiten nicht geduldet werden, besonders in den Zeiten der Klimakrise, der Inflation, des Fachkräftemangels und der Abwanderung.“

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Dr. Reinhold Brunner, kommissarischer Leiter des Thüringer Museums, sprach in seinem Vortrag über das Thüringer Museum als Sehnsuchtsort und Streitobjekt und ging dabei besonders auf die wiedereröffnete Predigerkirche und ihre Beziehung zu Heiligen Elisabeth ein. „Dem Leben und Wirken der Heilige Elisabeth wird in Eisenach nun wieder mehr Raum gegeben. Kein Ort ist dafür besser geeignet als die Predigerkirche, eine der ältesten Elisabethkirchen in Deutschland“, so Dr. Reinhold Brunner. In der Predigerkirche werden ab sofort 24 großformatige Tafeln mit Elisabeth-Bildern ausgestellt, welche eine Schenkung des Hauses der Romanik aus Marburg sind. Auch hier zeigt sich die enge Verbundenheit der Partnerstädte.

Prof. Dr. Marita Metz-Becker, Vorsitzende des Hauses für Romantik, freute sich, dass die Elisabeth-Bilder nun in der Predigerkirche ausgestellt sind und lobte in ihrer Rede die Neuinterpretation und Neuerfindung der Predigerkirche.

Musikalisch begleitet wurde die Festveranstaltung von den Musikerinnen Monica Ripamonti und Linda Wollert der Eisenacher Musikschule Johann Sebastian Bach mit dem Violoncello und dem Klavier. Abgerundet wurde das Programm durch Köstlichkeiten aus der Salam Kitchen. Alle Anwesenden sangen zum Abschluss die Nationalhymne.

Titelbild: Bürgermeister Christoph Ihling und Oberbürgermeister der Stadt Marburg Dr. Thomas Spies

Stefanie Hoffmann

Foto: Übergabe des Gastgeschenkes von Bürgermeister Christoph Ihling an Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies © Stadtverwaltung Eisenach