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 | Bildquelle: © Thomas Herrmann

Beschreibung:
Bildquelle: © Thomas Herrmann

Eisenacher Stadtpark in Nöten?

Die Stadt Eisenach besitzt mit dem Stadtpark einen ganz besonders wertvollen Park. Er erstreckt sich oberhalb der ehemaligen Brauerei, oberhalb der Bahnhofstraße und der Wartburgallee. Zugänge hat er aus der Stadt vom Bahnhof her, vom Karlsplatz durch das alte Stadttor und durch einen speziellen Treppen-Fußweg, an dessen Ende ein Eingangsplatz gestaltet wurde. Er hat eine stattliche Fläche von 26,7 Hektar.

Zur Geschichte: Ende der 1830er Jahre erwarb der Eisenacher Mäzen Friedrich Eduard von Eichel-Streiber die Fläche am Goldberg und ließ diese durch den Gartenkünstler Eduard Petzold von 1841 bis 1844 in einen Landschaftsgarten umwandeln. Im Laufe der Jahre wurde der Park durch Flächenzukäufe erweitert und immer wieder umgestaltet. So wurde der Gartenkunst-Stil durch neue Wege- und Wasserführungen verändert. Ende des 19. Jahrhunderts wirkte der königlich-sächsische Gartendirektor Max Bertram im Sinne moderner Gartenkunst stilbildend auf den Landschaftspark ein. Der Park war so bemerkenswert, dass er diesen im Fachbuch für die Ausbildung von Gartenkünstlern (heute: Garten- und Landschaftsarchitekten) detailliert dargestellt hat, mit seinen Wegeverläufen, der Wasserkunst und vielem mehr.

Seit einigen Jahren gibt es ein Parkpflegekonzept, welches gartenhistorische und denkmalpflegerische Aspekte in den Mittelpunkt stellt und den Stadtpark wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück versetzen will. Beispielsweise wurden einige historische Blickachsen auf die Wartburgstadt Eisenach wieder frei geschnitten. So kann der Stadtpark Eisenach dem gartenhistorisch interessierten Besucher interessante Einblicke in die Gestaltungshistorie eines Landschaftsparks geben. Erläuternde Hinweisschilder gibt es aber derzeit noch nicht.

Oberhalb des Stadtparks zeigt sich in exponierter Lage eine schlossartige, mit Fachwerkelementen verzierte Villa. Sie wurde von 1890 bis 1892 von der Familie Eichel-Streiber im Stile des Historismus errichtet und steht unter Denkmalschutz. Das Gebäude diente einige Jahrzehnte als Sitz der evangelischen Landeskirche Thüringens und steht heute leer.

Der Stadtpark Eisenach bietet zu jeder Jahreszeit einen Erholungsraum in freier Natur. Durch seine Lage oberhalb der Bahnhofstraße und der Wartburgallee ist er von der Innenstadt her schnell zu erreichen. Vom Karlsplatz aus benötigt man nur drei Minuten bis zum Stadtpark. So kann man bei einer Stadtbesichtigung einen kurzen Abstecher machen oder auch länger verweilen. Der Stadtpark hat eine direkte Verbindung zum Thüringer Wald, so dass man von hier aus auch zu ausgiebigen Wandertouren aufbrechen kann. Auch der Rennsteiglauf führt durch den Eisenacher Stadtpark.

Aber wie stellt sich der Park heute dar?

© Thomas Herrmann

Foto: © Thomas Herrmann

Stützmauern sind z.T. schon vor Jahrzehnten eingebrochen, Kriegsschäden teilweise noch sichtbar. Die Wasserkunst, Zaunanlagen und vieles Anderes ist verschwunden, die Wege sind so ausgewaschen, dass sie kaum noch begehbar sind. Das Ausschneiden der Gehölze ist ins Stocken geraten, der hintere Parkteil ist geradezu verwaldet.

© Thomas Herrmann

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Welchen Nutzen bringt dieser Bereich der Stadt, wenn er sich ungepflegt präsentiert und deshalb auch keiner hingehen mag? Würde es nicht einen Investor für die Villa geben, wenn das angrenzende Gelände gut gepflegt wäre?

Für den Kathausgarten wurde für den unmittelbaren Bereich hinter der Wandelhalle für die Sanierung der Mauern und Treppen über 700.000,00 € aufgewendet. Für eine ordentliche Sanierung des Eisenacher Stadtparks sind deutlich höhere Summen notwendig. Da die Stadtväter sich nun nicht um Gartenschaumittel bewerben; Antrag der CDU wurde im letzten Stadtrat (mit Stimmen der NPD und der Linken) nicht auf die Tagesordnung genommen; müssten die Sanierungskosten ohne die 75% Fördermittel im nächsten Haushalt erscheinen.

Auf dem Pflugensberg thront die Villa, welche von der ev. Kirche Jahrzehnte als Verwaltung genutzt wurde. Seit Jahren steht dieses tolle, stadtprägende Gebäude leer und verfällt. Falls am Stadtpark nicht mehr passiert, wird auch der Pflugensberg weiter verfallen, da sich so nur schwerlich ein Investor finden lassen wird.

© Thomas Herrmann

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Thomas Herrmann

Andrea T. |

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