Eisenach Online – Aktuelle Nachrichten
Werbung

Elefantenrutsche: Beton kann saniert werden, aber Sicherheit als Spielgerät ist noch zu prüfen

Der Beton ist schön fest, ich kann erst mal keine Hohlräume feststellen, sagte Andreas Frank, während er mit einem Hammer die Elefantenrutsche auf dem Spielplatz im Thälmannviertel rundum abklopfte.

Auch mehrere Tests mit einem sogenannten Schmidt‘schen Hammer, der die Betondruckfestigkeit misst, bestätigen seinen ersten Eindruck: Der Betonelefant könnte saniert werden. Ob er auch als Spielgerät zugelassen werden kann, ist noch zu prüfen.

Andreas Frank, Chef der gleichnamigen Firma für Bauwerkinstandsetzung aus Erfurt, schaute sich in dieser Woche gemeinsam mit den Kollegen des städtischen Amtes für Tiefbau und Grünflächen die zurzeit gesperrte Betonrutsche genau an. Betoninstandsetzung ist seit 1990 eines seiner Geschäftsfelder – deshalb hatten die für die städtischen Spielplätze verantwortlichen Kollegen Andreas Frank als Sachverständigen zu einer ersten Begutachtung nach Eisenach eingeladen. Frank kennt sich in Eisenach aus, bearbeitet auch andere Bauprojekte der Verwaltung und die gemeinsame Zusammenarbeit ist sehr gut.

Frank stellte an der Elefantenrutsche mehrere Stellen fest, an denen der Beton bereits so verwittert ist, dass die Bewehrungseisen frei liegen. Auch die Kanten sind an vielen Stellen ausgebrochen.

Der Elefant müsste erst einmal grundlegend sandgestrahlt werden, dann könnten die Bewehrungseisen behandelt und die schadhaften Stellen ausgespachtelt werden, sagte Frank.

Er empfiehlt, auch den Boden unter dem Elefanten frei zu legen, damit die gesamte Figur begutachtet werden kann. Die Rutschfläche solle aber auf jeden Fall erhalten bleiben –

die ist von den Kinder-Popos jahrzehntelang poliert worden, noch glatter geht es nicht, so der Betonfachmann.

Neben der Frage, ob der Beton saniert werden kann, muss aber noch geprüft werden, ob der Rutsch-Elefant auch weiter als Spielgerät zugelassen werden kann. Nach den gültigen Vorschriften müssten beim Aufstieg am Hinterteil des Betontieres und teilweise an der Rüsselrutsche seitliche Geländer angebracht werden. Außerdem ist eine Querstange oben am Kopf unbedingt erforderlich, damit kein Kind aus Versehen von oben auf die Rutsche abstürzen kann. Dies könne sicher mit Edelstahlrohren bewerkstelligt werden, meinte Andreas Frank. Noch unklar ist aber, ob die Stoßzähne den Sicherheitsstandards entsprechen.

Jetzt stellen sie jedenfalls eine Verletzungsgefahr dar, betonte Bernd Weißenborn, Leiter der zuständigen Grünflächenabteilung.

Um möglichst alle noch offenen Fragen zu klären, ist für Ende August ein weiterer Ortstermin an der Elefanten-Rutsche geplant. Dazu werden neben Betonfachmann Frank auch ein Sachverständiger der Dekra und ein erfahrener Edelstahlbauer eingeladen.

Erst wenn alle Fakten vorliegen, kann ein komplettes Sanierungskonzept erstellt und über die Kosten gesprochen werden, bekräftigt Andreas Frank.

Um die in die Jahre gekommene Elefantenrutsche auf dem Spielplatz an der Wilhelm-Pieck-Straße gab es im Juli eine öffentliche Debatte. Die Verwaltung hatte geplant, den Elefanten, der auch Namensgeber für den Spielplatz ist, durch ein neues Spielgerät zu ersetzen. Daraufhin hatten sich einige Eisenacher mit der Bitte gemeldet, die Rutsche doch lieber zu erhalten und zu sanieren.

Die Verwaltung prüft jetzt in mehreren Schritten, ob eine Sanierung des Eisenacher Elefanten möglich ist und wie hoch der Aufwand wäre.

Eines muss allerdings klar sein: eine Sanierung ist nur sinnvoll, wenn es hinterher eine sicherheitstechnische Abnahme nach DIN-Vorschrift geben kann. Und welche Variante auch immer gewählt werden mag, es gilt: Die Gesundheit der Kinder steht natürlich an allererster Stelle, so Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

Der beliebte Betonelefant mit der Rüssel-Rutsche ist 1967 auf dem Spielplatz aufgestellt worden. Er wurde von den Bildhauern Johannes Peschel, Edmar Ponndorf und Vinzenz Wanitschke geschaffen und von ihnen auch selbst in Eisenach aufgestellt.

Andrea T. | | Quelle:

Was denkst du?

000000
Werbung

Durch den Klick auf Disqus Kommentare laden stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Danach wird das Kommentarsystem Disqus geladen. Disqus ist ein Service von Disqus Inc., San Francisco, USA.

Top