Erstes Versuchslabor endet

Goldschmiede Eisenach

Bildquelle: © Stadt Eisenach/Ulrike Müller
Ein Leerstand wird langfristig mit Leben erfüllt: Oberbürgermeisterin Katja Wolf (von rechts), Künstlerin Katrin Becker und Citymanagerin Nadia Schwedler vor der Galerie in der Goldschmiedenstraße.

Das Projekt „Goldschmiede Eisenach“ wurde Ende 2022 gestartet, um die Vitalität des Stadtzentrums als Mitte der Stadtgesellschaft zu sichern und die Innenstadt (wieder) zu beleben. Eine Maßnahme innerhalb des Projekts war die Etablierung von sogenannten „Versuchslaboren“, um aktiv bei der Entwicklung von Nutzungsideen zur Wiederbelebung einer leerstehenden Erdgeschosseinheit zu unterstützen. Das erste Versuchslabor endet nun – und zwar erfolgreich. Auch nach Auslaufen der Förderung wird Katrin Becker ihre Galerie in der Goldschmiedenstraße fortführen.

Natürlich können nicht von heute auf morgen alle leerstehenden Geschäfte mit neuem Leben erfüllt werden. Das war auch nicht das Ziel. Das Projekt Goldschmiede sollte als Teil eines ganzen Maßnahmenkataloges einen ersten Schritt hin zu einer belebteren Innenstadt darstellen. Und das Ziel haben wir – wie ich finde – mehr als erreicht. Die Zahl der Versuchslabore an sich ist schon wunderbar und macht unsere Stadt um einiges bunter. Hinzu kommt die Vielfalt an Läden, Geschäften, Galerien und Cafés und die Einzigartigkeit jedes einzelnen, zeigt sich Oberbürgermeisterin Katja Wolf begeistert.

Im April 2023 wurde das erste Versuchslabor im seit Jahren leerstehenden Geschäft in der Goldschmiedenstraße 19 eröffnet. Katrin Becker, die bereits eine Galerie am Marktplatz betreibt, bietet dort seither Mal-Events und Kunst-Kurse an und stellt auch eigene Arbeiten aus. Die Förderung für dieses erste Versuchslabor ist am 31. März 2024 nach einem Jahr ausgelaufen. Das Angebot wurde jedoch so gut angenommen, dass die Galerie nun auch ohne Förderung weiterbetrieben wird.

Ich war schon lange auf der Suche nach passenden Räumen, in denen ich meine Mal-Events anbieten konnte. Es war ein Glücksfall, dass sich durch das Projekt ,Goldschmiede‘ diese Möglichkeit ergeben hat, erinnert sich Katrin Becker.

Dank der hohen Nachfrage und gleichzeitig guten Annahme des Projektes vonseiten der Innenstadtakteur*innen wurde das Ziel mit insgesamt elf Versuchslaboren erreicht und sogar übertroffen: Das Kontingent für die Versuchslabore wurde restlos ausgeschöpft. Ursprünglich waren zunächst nur acht angedacht. Im Laufe des Jahres 2023 und im Frühjahr 2024 konnten weitere Versuchslabore an unterschiedlichen Standorten in der Innenstadt etabliert werden. Die Nutzungen sind dabei ganz unterschiedlich.

Weitere Versuchslabore

Anzeige

In der Goldschmiedenstraße 19 eröffnete beispielsweise auch das Café Seiku, das arabische und deutsche Backwaren serviert. Die wechselnden Kunstausstellungen der K12  (Galerie des Kunstvereines e. V.) am Frauenberg 30 erfreuen sich großer Beliebtheit und werden gut besucht. Der Concept Store „Glückskontur“ in der Alexanderstraße unterstützt den bereits seit längerem vorhandenen Onlineshop vor Ort. Auch „Chic in Style“ am Johannisplatz 7 hat es erfolgreich geschafft, seinen Onlineshop in ein Angebot vor Ort umzuwandeln. In der Löberstraße 9 finden an zwei Tagen der Woche durch „Reba Immobilien“ Beratungen von Eigentümer*innen zu Sanierungen, Bauen und verschiedenen Dienstleistungen statt. 

Zu Jahresbeginn eröffnete in der Alexanderstraße der Backshop „Azimi“, welcher afghanisches Fladenbrot anbietet. Das Angebot soll im Laufe des Jahres ausgeweitet werden. In der Querstraße 13 werden durch „Malia Glam & Jewelry“ kosmetische Dienstleistungen im hinteren Ladenbereich und im vorderen Bereich permanenter Schmuck angeboten. Gestartet ist am 1. April ein Selbstheilungszentrum als zentrale Stelle für alle Themen rund um das Thema Heilung in der Goldschmiedenstraße 5. Seit dem 1. Mai gibt es außerdem in der Georgenstraße 19 eine offene Werkstatt des WAK-Lab e. V. Hier wird ein Maker- und Hackerspace aufgebaut.

Fazit

Das große Interesse an den Versuchslaboren übertraf die Erwartungen der Organisator*innen bei weitem. Ziel des Projektes war es, im Projektzeitraum wenigstens acht Versuchslabore zu etablieren, um so eine Reduzierung des Leerstands herbeizuführen und neue innovative Nutzungen zu unterstützen. Folglich wurden im Rahmen der Förderung auch Fördermittel für diese ungefähre Anzahl von Versuchslaboren kalkuliert und beantragt.

Mit dem Ausschöpfen des Fördermittelkontingents können keine weiteren Versuchslabore – und damit Nutzungsideen – gefördert werden, da eine Aufstockung aufgrund der Fördermodalitäten vorerst nicht möglich ist. Sollte sich an diesem Sachstand etwas ändern, informiert die Stadt Eisenach. Zudem steht das Fachgebiet Stadtplanung gerne bei der Suche nach einer passenden Immobilie zur Verfügung.

Weitere Informationen über das Projekt sind hier zu finden: https://www.eisenach.de/rathaus/rathaus-verwaltung/fachbereiche/stadtentwicklung/goldschmiede-eisenach/.

Anzeige