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Fokus auf Unternehmensservice und Innovationen

Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de

Analyse des Wirtschaftsstandorts Eisenach im Wirtschaftsbeirat vorgestellt

Die Stadt Eisenach will den Wirtschaftsstandort zukunftsfähig aufstellen. Die Beratung für Wirtschaftsförderung, LennardtundBirner Dortmund/Nürnberg, wurde daher mit der Fortschreibung der Wirtschaftsstrategie beauftragt. Geschäftsführer Dr. Thomas Birner stellte am Mittwoch im Wirtschaftsbeirat die umfassende Faktenanalyse vor. Deutlich wurde: Es gibt großen Handlungsbedarf, aber auch konkrete, sich aus der Analyse ergebende Handlungsfelder. Daraus abgeleitete, konsequent umgesetzte Projekte können Änderungen bewirken.

Die Fakten wirken auf den ersten Blick zunächst ernüchternd. Eisenach hinkt vergleichbaren Städten bei zahlreichen Daten wie Gewerbesteuerentwicklung, Kaufkraft seiner Bürger*innen oder der Entwicklung der Beschäftigten hinterher.

Doch es gibt auch sehr ermutigende Erkenntnisse, auf welche Eisenach bauen kann, betonte Dr. Birner.

So sei die Stadt ein attraktiver Standort für Unternehmer*innen und Fachkräfte: Im Quervergleich mit den vier Städten Amberg, Coburg, Landshut und Schweinfurt ist zum Beispiel der Anteil der Fachkräfte mit Berufsabschluss an den sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten der höchste. Mit 87,8 Prozent liegt er auch über dem Landesschnitt (84,9). Die Jugendarbeitslosenquote ist die geringste im Quervergleich. Bauland und Gewerbegrundstücke sind noch günstig zu haben. Im Vergleich der genannten Standorte hat Eisenach mit durchschnittlich 68 Euro pro Quadratmeter die niedrigsten Kaufwerte für Bauland. Es gibt genügend Kinderbetreuungsplätze. Die Lebensqualität und das Angebot der Innenstadt zu den Themen Einkaufen, Gastronomie und Kultur ist auf einem sehr hohen Niveau, ebenso das Freizeitangebot in der Natur.

Konzentration auf Automotive und Gesundheit

Um wirtschaftlich zukunftsfähig zu sein, muss die Stadt sich laut LennardtundBirner auf die Förderung starker Branchen und Wertschöpfungsketten sowie eine sinnvolle Diversifizierung konzentrieren. Zuvorderst ist die Branche Automotive zu nennen, die sich im Transformationsprozess befindet. Sie hat in Eisenach eine lange Standorttradition. Laut Analyse gibt es vor allem eine hohe Kompetenz in der Fahrzeugelektrik.

Die Wertschöpfungskette Automotive, also auch die Zulieferer, hat außerdem die meisten Beschäftigten. In den vergangenen Jahren wurde zudem stark investiert, so Dr. Birner.

Allerdings sei Eisenach ein reiner Produktionsstandort und damit abhängig von Entscheidungen, die sich morgen ändern können. Innovationen und Entwicklungen, die nicht einfach transferiert werden können, kommen dagegen nicht aus Eisenach – trotz Innovationszentrum. Auch die Zusammenarbeit mit dem Wartburgkreis ist, obschon es enge Verflechtungen in der Lieferkette gibt, verbesserungsbedürftig.

Bündelung der Kräfte

Um diese Herausforderungen anzupacken, ist die Unterstützung der Unternehmen durch eine kompetente und starke Wirtschaftsförderung notwendig, zum Beispiel durch den Aufbau von Innovationsnetzwerken oder durch Initiierung und Unterstützung von Gründern in gezielten Themen und Branchen, welche die Wertschöpfungsketten unterstützen. Die Inhalte werden im Laufe des Prozesses noch erarbeitet. Auftragsgegenstand ist daher auch, die Ressourcen und Möglichkeiten der Stadt daraufhin zu betrachten und entsprechende Vorschläge zu machen. Dabei geht es nicht vordergründig darum mehr zu investieren, sondern die vorhandenen Mittel und Kompetenzen gezielt und sinnvoll auf die ermittelten Handlungsfelder zu fokussieren. Laut Analyse agieren die verschiedenen Organisationen in Wirtschaftsförderung, Stadtentwicklung und Marketing bisher in unabhängigen Einheiten ohne strategische Ausrichtung. Der Unternehmensservice und die Unterstützung für die starken Wertschöpfungsketten sind im Quervergleich zu schwach.

Faktenbasierte Grundlage für Projekte

Ich freue mich, dass wir ein ehrliches, faktenbasiertes und umfassendes Bild unseres Standortes erhalten haben, das wir auch nachvollziehen können, so Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

Im nächsten Schritt werden für jedes Handlungsfeld Projektvorschläge gemacht. Der Wirtschaftsbeirat entscheidet dann, welche Projekte prioritär auf den Weg gebracht werden. Diese werden mit konkreten Umsetzungsschritten, Zielen und Ressourcenaufwand formuliert. Am Ende steht als letzte Aufgabe ein Vorschlag für eine zielgerichtete Vorgehensweise und die Strukturierung der Aktivitäten in den Organisationen.

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