Freiwilligenagentur Wartburgkreis zu Besuch bei SV Kali Unterbreizbach 

 Unter der Rubrik „Zu Besuch bei…“ besuchte am 25. Februar die Freiwilligenagentur Wartburgkreis den SV Kali Unterbreizbach. Anliegen ist, eine Besuchsserie anzustoßen, bei der Vereine und Initiativen eine Plattform geboten wird, sich zu präsentieren sowie über Positives und Herausforderungen zu berichten. Gestartet wurde in Unterbreizbach, da hier ein Vereinsmodell gelebt wird, was vermeintlich Unterschiedliches vereint und Kräfte gebündelt werden. 

Mit Herzlichkeit, Interesse und Offenheit wurden Katrin Biermann und Katrin Knüpfer von der Freiwilligenagentur im Vereinsheim des SV Kali Unterbreizbach empfangen. Bewusst wurde der Auftakt der Rubrik „Zu Besuch bei…“, welche medial durch Presse und Wartburgradio begleitet werden soll, beim SV Kali Unterbreizbach geplant. Grund hierfür ist die außergewöhnliche Vereinsstruktur mit fünf Abteilungen, die Kultur und Sport zusammenbringt. Zudem hatte die „KulturZeit Unterbreizbach“, als eine der fünf Vereinsabteilungen, durch kreative Ideen und besonderes Engagement beim Ideenwettbewerb „Machen!2025“ den dritten Platz in der Kategorie „Engagement für mehr Lebensqualität und ein gutes Miteinander“ erringen und sich über ein Preisgeld in Höhe von 8.000 Euro freuen können. 

Gastgeber waren Diana Lapp als 2. Vorsitzende, Klaus Führer als ehemaliger Vorsitzender und „Urgestein“ des SV Kali Unterbreizbach, Antje Merzweil als Abteilungsleiterin „KulturZeit“ sowie weitere im Verein Engagierte. Auch Bürgermeister Roland Ernst war geladen. 

Ein Verein – viele Möglichkeiten 

Seit zwei Jahren ist der Verein in dieser besonderen Konstellation aktiv: Die Abteilung „KulturZeit“ ist an den SV Kali Unterbreizbach angegliedert – einen Verein, der zuvor eher sportlich und männlich geprägt war. Dieses Modell verbindet Sport und Kultur unter einem Dach und lebt das Motto: „Raus aus der Träumerei – rein ins Aktivwerden“. 

Was zunächst ungewöhnlich erschien und auf Widerstände stieß, hat sich als echter Gewinn erwiesen. Die Angebotsvielfalt ist deutlich gewachsen: Vom „Kaffeeklatsch“ am Wiegehäuschen in Pferdsdorf (Mai bis September) über Malkurse, Sportzeit für Frauen und Tanzkurse – neu im Programm ist Bachata – bis hin zu Vorträgen über Länder, Menschen, Historisches aus der Region, musikalische Themenabende sowie das Spielzeit-Café bereichern das Vereinsleben. 

Gemeinsam stärker: Vorteile des Modells 

Die Verbindung von Sport und Kultur bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Der Verein profitiert von einem größeren Pool an Ehrenamtlichen sowie an Arbeitsmitteln und Gerätschaften. Die breite thematische Aufstellung ermöglicht eine offene Ansprache – unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Alter – und fördert neue Ideen. Zudem eröffnete die Erweiterung des Vereinszwecks neue Fördermöglichkeiten und verringerte die Abhängigkeit von rein sportlichen Fördertöpfen. Die offene Willkommenskultur erleichtert es, Menschen aus verschiedenen Ortsteilen zusammenzubringen – ein Ansatz, der über die sportliche Schiene allein schwieriger umzusetzen war. 

Der Weg zur neuen Struktur 

Die Entwicklung begann mit einer Kindersportgruppe. Mit steigender Nachfrage wuchs die Erkenntnis: Sport ist auch Kultur – und Kultur ist auch Sport. Der Weg dahin war jedoch nicht frei von Herausforderungen. Es galt, viel Überzeugungsarbeit zu leisten. 

Nach einer Abstimmung mussten die rechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Mit Unterstützung von Anja Maintz vom Kreissportbund wurde ein neuer Satzungsentwurf erstellt, beim Finanzamt zur Prüfung vorgelegt und nach Freigabe vom Notar geändert, bevor er endgültig in Kraft treten konnte. Wichtig war zudem die Zusammenarbeit mit einem auf Vereinssteuerrecht spezialisierten Steuerbüro. 

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Erfolge und Herausforderungen 

Was läuft besonders gut? – „Alles“, resümieren die Beteiligten mit einem Lächeln. Kreative Ideen und eine engagierte Zusammenarbeit der federführenden Akteure prägen den Vereinsalltag, was auf die Mitglieder abstrahlt und für ein gutes Vereinsklima sorgt. 

Gleichzeitig bleibt es ein Wagnis, Veranstaltungen jenseits traditioneller Formate wie Kirmes und Karneval zu etablieren. Hohe Vorlaufkosten – etwa für GEMA-Gebühren oder Künstlergagen – sowie anspruchsvolle Programmangebote erfordern sorgfältige Kalkulationen. Oft sind zusätzliche Fördermittel notwendig. Der Wunsch nach weniger Bürokratie begleitet deshalb viele der Projekte. 

Als nächstes ist ein Big-Band-Abend gemeinsam mit dem Chor „Klangvolk“ aus Tiefenort geplant – ein Beispiel für die lebendige Vernetzung in der Region. 

Aktiv werden lohnt sich 

Der SV Kali Unterbreizbach und seine Abteilung „KulturZeit“ laden alle Interessierten herzlich ein: Einfach vorbeikommen, hineinschnuppern, anschauen, anhören und selbst entscheiden, wo und wie man sich einbringen möchte. 

Nächste Gastgeber gesucht 

Vereine und Initiativen, die ebenfalls Teil der Rubrik „Zu Besuch bei…“ werden möchten, sind herzlich eingeladen, sich bei der Freiwilligenagentur Wartburgkreis zu melden und einen Besuchstermin zu vereinbaren. Die Besuchsreihe bietet eine wertvolle Gelegenheit, Engagement sichtbar zu machen, Erfahrungen zu teilen und neue Impulse für die Vereinsarbeit zu setzen. 


Freiwilligenagentur Wartburgkreis 

Foto: Lilly Eisenhuth


Diana Lapp, Antje Merzweil, Katrin Knüpfer, Katrin Biermann 

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