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Gedenken an Pogrom gegen die jüdischen Einwohner

Bildquelle: © Stadt Eisenach
Martin Scholz

Am Abend des 9. November 1938 gab es auch in Eisenach ein Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung. Daran erinnern seit Jahren zahlreiche Vertreter von Vereinen, Verbänden und Institutionen am 9. November.

Vertreter der Stadt Eisenach, des Ev.-Luth. Kirchenkreises Eisenach-Gerstungen, der katholischen Kirchgemeinde St. Elisabeth und des Eisenacher Bündnisses gegen Rechtsextremismus (BgR) sowie des Deutschen Gewerkschaftsbundes kamen an der Synagogen-Gedenkstätte zu einer Andacht zusammen und legten einen Kranz nieder. Im Mittelpunkt des Abends stand in diesem Jahr das Gebäude der ehemaligen Synagoge selbst.

Aus der Silhouette der Stadt ist unsere schöne Synagoge verschwunden, aber in unseren Gedanken bleibt sie als Erinnerung. Wir wollen heute keine Bilder der Zerstörung zeigen, sondern zeigen, wie schön unsere Synagoge war, sagte Thekla Bernecker-Degenhardt, die durch die Veranstaltung führte.

Es wurden Bilder der ehemaligen Synagoge gezeigt, zu denen Thomas Riehl erklärende Worte fand. Pfarrer Pöhlmann und Pfarrer Wehner sprachen ein Gebet und Martin Scholz begleitete das Pogrom-Gedenken musikalisch.

Aufgrund der aktuellen Covid-19-Situation konnte die Gedenkveranstaltung in diesem Jahr nur in einem kleineren Rahmen stattfinden – ohne Gang zum Bahnhof mit Abschlusskundgebung im Bahnhof.

Pogrom in Eisenach:
In der Pogromnacht waren damals viele Eisenacher Juden in der Goethe-Sporthalle neben der heutigen Synagogen-Gedenkstätte zusammengetrieben worden, bevor viele von ihnen nach Buchenwald abtransportiert wurden. Die Eisenacher Synagoge wurde in der Pogromnacht am 9. November 1938 völlig zerstört. Nachdem Mitglieder der Hitlerjugend und der SA (Sturmabteilung) die Einrichtung mit Äxten zerschlagen hatten, zündeten diese gegen 22.30 Uhr das Gotteshaus an, das bis auf die Grundmauern abbrannte. Alle jüdischen Geschäfte, viele Wohnhäuser und der Friedhof wurden demoliert. Im September 1941 wurde die 145 noch in der Stadt lebenden Juden im Haus Goethestraße 48 eingepfercht und 1942 von dort nach Belzec und Theresienstadt deportiert. Nur wenige der Deportierten überlebten.

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