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Gedenkstein für 38 Kriegsgefangene

Am 28.08.1942 und ergänzend am 27.10. des gleichen Jahres meldete Karl Fehr, damaliger Bürgermeister der Gemeinde Herleshausen, pflichtgemäß dem Wehrmachtsstandortältesten in Eschwege den Tod von 38 sowjetischen Kriegsgefangenen, die in der Zeit vom Oktober 1941 bis Oktober 1942 in Herleshausen im Lager an der Straße nach Frauenborn gestorben waren. Die aufgelisteten Namen der Toten, die von der Wehrmacht am (bzw.: «… beim, vorm, neben dem …») hiesigen Judenfriedhof beigesetzt wurden, erschienen später nicht in der amtlichen Gräberliste und gerieten in Vergessenheit.

Durch einen Zufall wurden kürzlich die Durchschriften der Berichte von Karl Fehr im Archiv der Gemeinde Herleshausen entdeckt. Dank der Unterstützung durch die Stiftung Sächsischer Gedenkstätten (Dresden), in Zusammenarbeit mit dem Zentralarchiv des Verteidigungsministeriums der Russischen Föderation in Podolsk (50 km südlich von Moskau), war es möglich, die Kriegsgefangenenkarteikarten der 38 Soldaten und damit den Nachweis über deren Tod in Herleshausen zu bekommen.

In feierlichem Rahmen sollen den Toten ihren Namen auf einem Gedenkstein zurückgeben werden, der neben den Gräbern der nach ihnen in dem dann zum Ersatzlazarett umfunktionierten Lager gestorbenen 1597 Kameraden aufstellen wird.

Die feierliche Einweihung des Gedenksteines fand am Montag, dem 27. Mai 2013, statt.

Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (Kassel) hat die Einweihung des Gedenksteines in Anwesenheit einer Angehörigen aus Russland, Ljudmila M. Krasnoperowa, vornommen.

Gleichzeitig wurde neben der offiziellen Übergabe der Ergänzung zur «Amtlichen Gräberliste» der Reservistenkameradschaft Südringgau (Herleshausen) die Patenschaftsurkunde zur Pflege der Sowjetischen Kriegsgräberstätte überreicht.
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