Anzeige

„Global Seniors“ aus Dänemark zu Gast im Rathaus

Bildquelle: © Stadt Eisenach/Ulrike Müller
Aufmerksam folgten die Gäste aus Dänemark den Ausführungen von Hans-Peter Brodhun und Ulrike Quentel.

Eine Gruppe der „Global Seniors“ aus dem dänischen Kopenhagen besucht derzeit die Stadt Eisenach. Die Reisenden interessieren sich besonders für die Zeit der Wiedervereinigung. Hans-Peter Brodhun, erster Bürgermeister der Wartburgstadt nach der Wende, erzählte bei einem Treffen im Rathaus am heutigen Mittwoch, 13. Oktober, den Gästen aus dieser spannenden Zeit. Auch die Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte Ulrike Quentel, geboren im Jahr des Mauerbaus 1961, berichtete von der Lebensrealität im Eisenach der ehemaligen DDR.

Hans-Peter Brodhun erinnerte sich, wie damals händeringend nach einem einheimischen Kandidaten gesucht wurde, der nach der Wende als Bürgermeister antreten würde.

Erst habe er gezögert, aber alles ist besser als das, was wir vorher hatten, habe er sich gemeinsam mit seiner Frau dann doch zu einer Kandidatur durchgerungen.

Lebhaft berichtete er von der damaligen Stadtgeschichte. Besonders die Partnerstadt Marburg habe mit Rat und Tat zur Seite gestanden, als es darum ging, eine Verwaltung nach westdeutschem Vorbild aufzubauen. Ulrike Quentel schilderte, wie einzelne Menschen in der ehemaligen DDR Haltung zeigten und sich in Gruppen zusammenschlossen, beispielsweise unter dem Dach der evangelischen Kirche. Dieses Engagement sei zum Teil noch heute in der Stadt spürbar.

Bildquelle: © Stadt Eisenach/Ulrike Müller

Die dänische Delegation zeigte sich begeistert vom Aufenthalt in der Wartburgstadt. Die Atmosphäre im Ratssaal war gelöst und von Fragen der Gäste geprägt. Auf dem Programm der Globals Seniors standen darüber hinaus ein Treffen mit Christopher Launert, Leiter des Eisenacher Stadtarchivs, sowie die Besichtigung der Wartburg. Die Gäste besuchten zudem die Ausstellung der Automobile Welt Eisenach und die ehemalige innerdeutsche Grenze.

Die Global Seniors gründeten sich im Jahr 2013 und verstehen sich als Netzwerk von Senioren mit starken internationalen Ambitionen. Die meisten von ihnen arbeiteten einen Großteil ihres Lebens auf internationaler Ebene – beruflich oder ehrenamtlich. Andere sind an globalen Themen interessiert und möchten sich international einbringen. In Dänemark sind die Global Seniors eine gemeinnützige Organisation. Ihr Anliegen ist es, ihre ganze Bandbreite internationaler Erfahrungen in öffentlichen Diskussionen sowie im Bildungsbereich einzubringen, um diese Erfahrungen in die nächste Generation zu tragen.

Die Idee eines Besuchs in Eisenach kam vor einiger Zeit bei einer internationalen Bürgerkonferenz zustande. Die Stadt Eisenach hatte damals gerade erst den Neujahrsempfang 2019 ausgerichtet und unter das Thema „Wendegeschichte“ gestellt. Nicht zuletzt dadurch war deutlich geworden, wie viel die Wartburgstadt von den bewegenden und umwälzenden Monaten der Wende zu berichten hat.

Anzeige
Top