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Glühende Reifen für den Sommergewinn

Fast vergessene Handwerkskunst erlebten einige Mitglieder der Sommergewinnszunft und Anwohner am Samstag, 15. Dezember auf dem Hof der Schlosserei Wiegand in Nazza.

Schlossermeister Hartmut Wiegand nutzte den Auftrag der Sommergewinnszunft, drei Eisenreifen auf Holzwagenräder zu ziehen, gleich dazu seinen Söhnen Peter und Andreas das selten gewordene Handwerk praktisch zu vermitteln.
Hartmut Wiegand durfte bereits als Junge bei solchen Arbeiten seinem Vater helfen, jedoch nie selbst Hand anlegen. Für ihn war es somit auch eine Premiere, die aufgrund der guten Vorbereitung und Erinnerung an die richtigen Handgriffe reibungslos klappte.

Erst wurden die Eisenreifen im Feuer auf Temperatur gebracht, bevor sie von den drei Wiegands auf die hölzernen Räder aufgezogen wurden. Weißer Qualm stieg auf und ein Knacken war zu hören, als die Reifen anschließend im kalten Wasser aufgeschrumpft wurden. Als dann noch das Rad die Fallprobe erfolgreich schaffte und Meister Wiegand verkündete, «So muss es klingen, dann sitzt der Reifen fest», war den Akteuren die Freunde förmlich anzusehen.

Die Wagenräder stammen vom Festwagen der Nachtwächter, der von der Sommergewinnszunft in den vergangenen zwei Jahren zu einem Planwagen umgebaut wurde und nun noch grundlegend instand zu setzen war. Dazu nahm die Sommergewinnszunft auch die Hilfe von Stellmacher Eckhardt Hasert aus Lauterbach in Anspruch. Er ist einer der letzten seines Standes und hat in den Sommermonaten das marode Holz der Räder ersetzt, nun fehlte nur noch das Aufziehen der Eisenreifen.

Auch Eckhardt Hasert fand sich am 15. Dezember in der Schlosserei ein, um nach dem Abkühlen des Eisens dem Holzrad gleich seinen letzen Schliff zu geben.

Die Sommergewinnszunft wird auch in Zukunft durch die Vergabe solcher Arbeiten alte Handwerkskünste fördern und damit zu deren Erhalt beitragen.

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