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Grün, Grüner Eisenach: Ideenstand zum Masterplan

Bildquelle: © Stadt Eisenach/Annika Brill
Teilnehmende am Infostand.

Am Freitag, 3. März, fand ein „Ideenstand“ auf dem Marktplatz zum sogenannten „Masterplan Grün“ statt. Die Bürger*innen hatten im Zeitraum von 12.00 Uhr bis 16.00 Uhr die Möglichkeit ihre Ideen, Anregungen, Wünsche und Versionen zur Entwicklung der Eisenacher Parks, Grünanlagen, Landschafts- und Naturräume direkt vor Ort einzubringen und mit dem beauftragten Planungsbüro und Vertreter*innen der Stadtentwicklung ins Gespräch zu kommen.

Mittels eines Steckmodells konnten Passant*innen verorten, welche Grünräume sie ansprechend beziehungsweise. nicht so ansprechend finden, wo sie sich zum Entspannen, für Spiel und Sport aufhalten, wohin sie zum Spazieren gehen und wo sie sich mehr Grün wünschen. Gleichzeitig wurden vier Leitziele vorgestellt. Diese konnten durch Ideen und Anmerkungen ergänzt werden. Zudem wurden konkrete Wünsche sowie Defizite und Bedarfe der Eisenacher Grün- und Freiräume aufgenommen.

In der Stadtentwicklung spielen Beteiligungsformate eine zunehmende Rolle. Der Ideenstand war der erste Versuch einer aufsuchenden Beteiligung in Form eines Marktstandes, um auch Bürger*innen zu erreichen, die sich sonst eher weniger in Stadtentwicklungsprozesse einbringen.

Insgesamt wurde das Format gut angenommen. Rund 50 Personen machten aktiv mit, hielten sich über einen längeren Zeitraum am Stand auf und brachten ihre Ideen ein. Das betreuende Planungsbüro schätzt die Akzeptanz des Standes gut ein, da sie mit den Leuten vor Ort gut ins Gespräch kommen konnten. Dabei war die Akteursgruppe ein eher älteres Publikum.

Neben einigen Kindern, Erwachsenen und Senioren waren auch Vertreter*innen der Bürgerinitiative aus dem Thälmannviertel anwesend und machten sich mit einem Banner für mehr Naturschutz stark. Trotz anfänglicher Skepsis und viel Unmut über die vor zwei Wochen gefällten Bäume in Eisenach Nord kam es auch hier zu einem effektiven und gehaltvollen Austausch.

Die eingebrauchten Anregungen waren insgesamt sehr vielseitig: Genannt wurden unter anderem fehlende Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten für ältere Kinder und Jugendliche. Die Teilnehmenden regten zudem an mehr insektenfreundliche Bepflanzungen beispielsweise Blühwiesen zu schaffen, Waldflächen möglichst naturnah zu belassen und auch umgefallene Bäume nicht zu entnehmen oder auf bereits versiegelten Flächen die Aufenthaltsqualität durch Pflanzkübel zu erhöhen. Auch der Wunsch nach einer Arbeitsgruppe für engagierte Bürger*innen zur Unterstützung von Pflegemaßnahmen auf den Grünflächen wurde genannt.

Dennoch kristallisierten ich schnell übereinstimmende Meinungen heraus. So wurde beispielsweise angeregt, Baumfällungen zu vermeiden, den Arten- und Naturschutz zu stärken und vorhandene Grünflächen besser zu pflegen. Wichtig war vielen Teilnehmenden zudem die Bäume auf dem Karlsplatz zu erhalten, den Stadtpark umzugestalten sowie auf vorhandenen Plätzen mehr Bänke und Abfalleimer zu installieren und somit eine höhere Aufenthaltsqualität zu schaffen. Das Bedürfnis nach Grün in den innerstädtischen Bereichen spielte ebenso eine Rolle, wie eine barrierefreie Gestaltung der Wege und die Nutzung von Regenwasser zur Bewässerung.

Das beauftragte Planungsbüro wird nun gemeinsam mit dem Fachgebiet Stadtplanung die Anregungen und Hinweise auswerten, priorisieren und darauf aufbauend Maßnahmen für das Eisenacher Stadtgrün ableiten.

Bis zum 15. März 2023 besteht noch die Möglichkeit an der Online-Umfrage zum Eisenacher Grün teilzunehmen. Zum aktuellen Zeitpunkt haben bereits 527 Bürger*innen die Möglichkeit zur Teilnahme genutzt. Wir laden Sie herzlich ein, Ihre Wünsche und Anregungen einzubringen.

Bildquelle: © Stadt Eisenach/Maria Häfner
Steckmodell

Hintergrund:
Eisenach ist eine Stadt mit viel Grün. Diese vielen verschiedenen Grün- und Freiflächen inner- und außerhalb der Stadt prägen das Stadtbild, sind Orte für Freizeit und Erholung, wichtige Kaltluftentstehungsgebiete und haben eine hohe Bedeutung hinsichtlich der Klimaanpassung. Bereits im Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK 2030) wird die Bedeutung der Grün- und Freiflächen aufgegriffen und festgeschrieben. Gerade in Zeiten des Klimawandels gilt es diese Qualitäten zu bewahren und zu stärken.

Als gesamtstädtisches Konzept und Handlungsleitfaden soll nun der sogenannte „Masterplan Grün“ erstellt werden, der sich mit den innerstädtischen und stadtnahen Grün-, Frei- und Erholungsflächen befasst.

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