Internationales Jugendworkcamp startet in Eisenach

Das erste internationale Jugendworkcamp des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Zusammenarbeit mit der Stadt Eisenach startete am 5. August.

Bürgermeister Christoph Ihling begrüßte die 22 Teilnehmer aus Deutschland, Italien, Polen, Rumänien, Ungarn und der Türkei heute (8. August 2023) auf dem Hauptfriedhof.

 

Die jungen Leute im Alter von 16 bis 25 Jahren sind bis zum 18. August in der Wartburgstadt und setzen mit ihrer Arbeit ein kleines Zeichen des Friedens und der Freundschaft. „Die Soldatengräber sind die großen Prediger des Friedens“, sagte Friedensnobelpreisträger Albert Schweitzer. Sie dauerhaft durch Jugendliche aus ganz Europa zu unterhalten, ist ein ganz besonderes Signal für den Frieden in einer Zeit, in der in Europa leider wieder kriegerische Auseinandersetzungen stattfinden.

 

„Euer Einsatz ist großartig, wir danken euch für eure Unterstützung und wir danken euch dafür, dass ihr eure Freizeit opfert, um die Kriegsgräberstätten aller Nationen in Eisenach und seinen Ortsteilen zu pflegen. Ganz nebenbei werdet ihr eure Sprachkenntnisse festigen und neue Freundschaften schließen. Gibt es ein schöneres Zeichen, den Europäischen Gedanken zu leben?  Herzlich Willkommen in Eisenach, habt eine schöne Ferienzeit im grünen Herzen Deutschlands und im Herzen Europas“, sagte Christoph Ihling.

 

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Die Jugendlichen unterstützen die Friedhofsverwaltung in bis zu fünf Arbeitseinsätzen bei der Pflege der rund 2.200 Kriegsgräber mit rund 600 ehrenamtlichen Arbeitsstunden. Fachlich werden sie dabei von den Kolleginnen und Kollegen der Fachgebiete Friedhof und Grünflächen angeleitet. Oft sind es Arbeiten, für die den Kommunen einfach die Kapazitäten fehlen, wie das Reinigen der Grabmale und das Auslegen verwitterter Inschriften. Bei den Pflegearbeiten stellen die Jugendlichen häufig fest, wie jung die Opfer von Krieg und Gewalt waren und bekommen einen eigenen Zugang zur Geschichte – real und intensiver als im Geschichtsunterricht.

 

Das Beschäftigen mit Einzelschicksalen und mit der jüngeren Geschichte durch den Besuch der ehemaligen innerdeutschen Grenze und der Gedenkstätte Buchenwald, sind Teil des friedenspädagogischen Konzeptes des Workcamps. Darüber hinaus kommt der Spaß aber nicht zu kurz: verschiedene Ausflüge in Eisenach und Umgebung, kulturelle Höhepunkte und wunderbare gemeinsame Sommerabende mit Jugendlichen anderer Länder werden diese Ferien zu einem unvergesslichen Erlebnis machen.

 

An Tag eins wiesen Nicole Lehmann (Fachgebietsleiterin Friedhof, ehrenamtliches Mitglied im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V.) und Rainer König (Sachbearbeiter Grünflächen und Friedhof, ehrenamtliches Landesvorstandsmitglied Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Landesverband Thüringen) die jungen Leute in die ersten Arbeiten ein. Rainer König führte die Gruppe über den Eisenacher Hauptfriedhof.

Titelfoto:

Begrüßung und Führung über den Eisenacher Hauptfriedhof, v.r.n.l. Rainer König, Nicole Lehmann, Bürgermeister Christoph Ihling ©Stadtverwaltung Eisenach/ Diana Schiffer

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