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Leserbrief: Nachtrag zum „Ausverkauf der Stadt Eisenach“

Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de

Frau Wolf und ihr Anhang im Stadtrat scheinen von dem Interesse an und der Zustimmung zu meinem online gestellten Leserbrief überrascht und schockiert worden zu sein.

Mein Brief ist mehr als 4.000-mal heruntergeladen und auch ins Facebook gestellt worden. Es gab nur eine negative Stellungnahme, sonst nur positive, vor allem in Facebook und bei persönlichen Anrufen. Lediglich der Hausjournalist der Gruppe, Rossbach, hat in der Ausgabe vom 27.10. in seiner „Eisenacher Presse“ einen bitterbösen Artikel veröffentlicht, in dem er zwar keinen Namen genannt hat, der aber eindeutig auf meinen Leserbrief abgestellt war. Darin schreibt er zunächst, ich hätte besser geschwiegen, und am Schluss, dass so ein Kerl wie ich früher geköpft worden sei. Wahrscheinlich wegen Majestätsbeleidigung. Er ließ durchblicken, dass er bedauert, dass es das heute nicht mehr gibt. Das ist schlimmer als in der DDR. Damals wurde „nur“ mit einem Aufenthalt im „Gelben Elend“ von Bautzen gedroht. Die o.g. Gruppe scheint den Artikel zu billigen, denn sie hat sich nicht davon distanziert.

Ich hatte schon vor zwei Jahren gegen das von einer Planungsgruppe unter Beteiligung der aus Sachsen-Anhalt zugewanderten Dame ursprüngliche skurrile, ideologisch gegründete und bürgerfeindliche Konzept für den Stadtverkehr in einem auch nach Mahnung nicht von Herrn Rossbach veröffentlichten Leserbrief heftig kritsiert. Danach sollte die ganze Innenstadt nur noch von Fahrrädern und Kinderwagen befahren werden dürfen. Von der Post bis zum Nikolaitor sollte eine Partymeile geschaffen werden ohne Rücksicht auf die Geschäfte, denn die würden kaum noch gebraucht, weil immer mehr Kunden online oder in den außerhalb liegenden Einkaufszentren einkaufen. Das Nilolaitor sollte dann nur noch für Fußgänger zur Verfügung stehen. Dafür ist auch die Dame aus SA verantwortlich, womit sie sich heute noch brüstet.

Dass die Städte bei dem Konzept kaputt gehen, haben viele schon erkannt. Sie versuchen sie wieder zu beleben, nur Eisenach wollte das damals nicht. Genauso verhält es sich mit dem Grün in der Stadt. Auf dem Johannisplatz und dem Lutherplatz ist es weitgehend verschwunden, auf dem Karlsplatz soll es jetzt auch noch verschwinden und teilweise auf dem Telemannplatz. Andere Städte wollen es wieder zurück holen, um auch der zusätzlichen Erwärmung der Innenstädte durch den Klimawandel entgegen zu wirken. Selbst Herr Rossbach läßt in seiner Zeitung eine Tourisin Bad Salzungen loben, weil es mehr Grün als Eisenach hat. Aber das soll wohl nur das Image der „Kreisstadt“ aufbessern.

Man will sich wohl jetzt an meiner Kritik an dem ursprünglichen Verkehrskonzept rächen, dadurch, dass man mein Nikolaitor für den Straßenverkehr sperrt, obwohl ich mich stark dafür eingesetzt habe, alle Bedenken gegen einen Verkehr durch das Tor auszuräumen. Dass ein wissenschaftliches Gutachten dazu geführt haben sollte, glaubt wohl keiner, wenn alles beteiligten Planungsstellen diktatorisch verboten zu sein scheint, das Tor in die Planungen einzubeziehen. Und die dabei herausgekommene Krampflösung wird von allen mir bekannten Eisenachern abgelehnt und eine Öffnung des Tores verlangt. Nur sagt das keiner öffentlich bis auf einen, der schon vor Wochen in einem Leserbrief die Öffnung verlangt hat. Es ist also nicht so, dass, wie behauptet wird, ich allein eine Öffnung fordere. Auch die Busfahrer sind entsetzt darüber, dass sie bei jeder Fahrt um die scharfe Ecke Schillerstraße-Nikolaistraße kurven müssen. Aber auch sie können das nicht öffentlich sagen, weil auch sie um ihren Job fürchten müssen. Das ist schon ein Trauerspiel, dass unter einem rachsüchtigen Vorgehen die Bürgerschaft einer ganzen Stadt leiden muss.

Ich bedaure jeden Cent, den ich dieser Verwaltungsspitze geschenkt habe. Ich hätte das Nikolaitor verkommen und abreißen lassen sollen. Das wäre mich billiger gekommen. Leider habe ich dummer Kerl noch einmal einen höheren Betrag für den Eigenanteil der Stadt bei der Sanierung des Telemannplatzes auf ein Verwahrkonto überwiesen, weil ich gehofft hatte, dass eine andere Stadtspitze gewählt würde. Da habe ich mich aber getäuscht, weil nur 33% der Stimmbürger zur Stichwahl gegangen sind. Allen anderen war eine zweite Stimmabgabe zu lästig, ohne an die Folgen zu denken. Das war mein letztes Engagement. Ich habe daher, wie angekündigt, die von mir vom Stadtrat verliehene Ehrenmedaille an ihn zurückgegeben. Ich kann keine Ehrung für mein Engagement behalten, wenn dieses nachträglich mißbraucht wird zum Nachteil der Bürgerschaft.

Ich wünsche der Stadt weiterhin viel „Vergnügen“ mit dieser neuen Stadtspitze. Ich werde mit meinen 90 Jahren nicht mehr viel davon haben. Deshalb verabschiede ich mich mit Tschüss von allen, mit denen ich immer gut zusammengearbeitet haben.

Fritz Walther

 

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