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Lichtkunstausstellung zum 800. Hochzeitsjubiläum der Elisabeth von Thüringen wird aufgebaut

Nun aber seid ihr Licht. Elisabeth ist das Jubiläumsjahr 2021 in der Predigerkirche des Thüringer Museums Eisenach mit hochkarätigen Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Projekten überschrieben. Vor 800 Jahren – 1221 – heiratete der Thüringer Landgraf Ludwig IV. in der Eisenacher Georgenkirche die ungarische Königstochter Elisabeth. Die Predigerkirche, ein erster bedeutender Rezeptionsort zur 1235 heiliggesprochenen Elisabeth, beherbergt heute eine der bedeutendsten Sammlungen sakraler Skulpturen in Thüringen.

Für die erste Sonderausstellung „Nun aber seid ihr Licht. Elisabeth“ hat Lichtkünstler Philipp Geist mit dem Aufbau in der Predigerkirche des Thüringer Museums Eisenach begonnen. Die Idee eines Lichtraumes soll, sobald es die Gegebenheiten erlauben, bis Ende Juli für Besucher geöffnet werden. Die für den 27. März geplante Ausstellungseröffnung wird jedoch auf einen späteren Zeitpunkt verlegt, da die Museen noch geschlossen sind. „Eisenach war Elisabeths Lebensmittelpunkt und ihre Wirkungsstätte. Deshalb wollen wir uns als Erinnerungsort etablieren. Zusammen mit vielen Sponsoren, Partnern und Unterstützern haben wir zum 800. Hochzeitsjubiläum der Elisabeth von Thüringen Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Projekte geplant“, sagte Kulturdezernent Ingo Wachtmeister auf der heutigen digitalen Pressekonferenz.

Sobald die Museen wieder öffnen können, gelten bis zum Jahresende in der Predigerkirche erweiterte Öffnungszeiten. Mittwochs bis sonntags und an Feiertagen ist dann von 10 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet.

Philipp Geist gehört zu den gefragtesten Lichtkünstlern weltweit. Er entwickelt in seiner Ausstellung einen begehbaren Lichtraum. Der Besucher taucht in eine mehrdimensionale Farb-Raum-Welt ein.

Die Lichtkunst-Installation setzt sich aus malerischen und integrierten Bildelementen ausgewählter Kunstwerke zusammen, die digital bearbeitet worden sind, sagte Geist.

Somit entstehen minimal-puristische, teils farbintensive, traumartige und schemenhaft-zerbrechliche Bildkompositionen. Kunstwerke werden so aus einer neuen zeitgenössischen Sicht wahrgenommen und künstlerisch interpretiert. Mithilfe von vier Beamern und transparenten Gaze-Stoffen, die im Innenraum der Predigerkirche aufgehängt sind, entstehen künstlerische Bildeffekte.

Lichtkunst an der Ostfassade
Ergänzend zur Lichtkunstausstellung wird Philipp Geist an zwei Sommerabenden (eventuell Ende Juli) eine Lichtkunst-Illumination an der Ostfassade der Predigerkirche inszenieren – der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest. Zu diesem besonderen Jahreshöhepunkt thematisiert Philipp Geist das Hochzeitsjubiläum. Der Lichtkünstler verzichtet auf Leinwände und projiziert direkt auf die Außen-Fassade und den umliegenden Bereich der Predigerkirche. Es entsteht ein Zusammenspiel zwischen der konkreten greifbaren Wand und der poetischen, malerischen, künstlerischen Umsetzung.

Die Themen Licht und Raum, Liebe und Miteinander begleiten das Jubiläumsjahr und werden in verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen thematisiert.
Unter dem Titel „Licht. Raum. Miteinander“ eröffnet eine weitere Sonderausstellung im August. Die international renommierten Eisenacher Künstler Elke Albrecht und Jürgen Sieker begeben sich in einen künstlerischen Dialog. Der Fotograf Jürgen Sieker zeigt Lichtbilder von Paaren aus verschiedenen Regionen der Welt, die Malerin Elke Albrecht eine Auswahl ihrer Werke, die Tiefe und Dichte auf Wesentliches reduzieren. Im Miteinander von Fotografie und Malerei verbinden sich visuell unerwartete Beziehungen und eröffnen einen neuen gedanklichen Raum.

Sonderausstellungen des Eisenacher Kunstvereins im November und Dezember 2021
Mit Lydia Schindler konnte eine Künstlerin gewonnen werden, die sich seit Jahren in ihren Werken mit dem Wohn- und Lebensort der Heiligen Elisabeth – der Wartburg – auseinandersetzt. Die in Bulgarien geborene und seit 1996 in Eisenach lebende Malerin zeigt in ihrer Sonderausstellung „Helldunkel. Schattierungen der Liebe“ eine Auswahl ihrer Werke, in denen helle und dunkle Momente des Lebens und der Liebe künstlerisch interpretiert werden.

In einer Kabinettausstellung, ebenfalls vom Kunstverein initiiert, stellt der Eisenacher Theologe Uwe Jung-Kempe unter dem Titel „Elisabeth. Erinnerungen aus der Gegenwart“ Portrait-Fotografien von Menschen aus, die sich eine eigene Haltung bewahrt haben und für ein offenes Miteinander ohne Diskriminierung und Ausgrenzung eintreten. Uwe Jung-Kempe wird in einem weiteren Projekt das gesamte Jubiläumsjahr in der Predigerkirche fragmentarisch in Text und Bild dokumentieren.

Kunst im Foyer – Sichtweisen. Elisabeth
Einstimmend auf das Jahresthema wird ab März 2021 im Foyer der Predigerkirche, im monatlichen Wechsel, jeweils ein Werk mit Bezug zu Elisabeth ausgestellt. In diesem Projekt wirken neun Künstlerinnen und Künstler mit.

In der Kabinettausstellung „Lebensbild. Elisabeth“ wird das Leben der ungarischen Königstochter und späteren Landgräfin Elisabeth aufgezeigt, die 1231 ihrem Armutsideal folgend in Marburg verstarb und bereits 1235 heiliggesprochen wurde. Die Ausstellung wird bis 20. November in der Predigerkirche zu sehen sein.

Kunst im Außenbereich – Eine Skulptur entsteht
Für dieses künstlerische Vorhaben konnte der Bildhauer Hardy Raub gewonnen werden, der ebenfalls die Themen Licht und Raum aufgreift. Über einen Zeitraum von sechs Monaten, beginnend im April, wird im Außenbereich der Predigerkirche eine Skulptur entstehen, die perspektivisch einen dauerhaften Platz vor der Predigerkirche erhalten soll und somit die Bedeutung der Predigerkirche als einen bedeutenden Rezeptionsort zur Heiligen Elisabeth symbolisiert.

Eisenacher Bürger und Touristen können bei der Entstehung des Werkes zusehen und mit dem Künstler ins Gespräch kommen. Die Skulptur soll, so Raubs Idee, aus den Materialien Sandstein aus Thüringen, Grünschiefer aus Ungarn, Beton und unzerbrechlichem Glas bestehen. Ein linienartiger Durchbruch bildet die zentrale Mitte des Werkes, der die Lebenslinie, den Lebensweg Elisabeths symbolisiert. Der Durchbruch im Material als vertikale Linie zwischen Himmel und Erde, wird durch das einfallende Licht sichtbar. So entsteht ein Lichtweg. Die Skulptur soll gerade, direkt, unmittelbar, stark wirken. Ihre Mitte ist Licht.

Veranstaltungsreihen „Klang. Licht“ und „Liebe. Worte“ begleiten das Jahresprogramm
Die Musikerin Sabine Lindner aus Erfurt widmet ihr Konzert „Strahlt ein neuer Stern am Himmel“ im Mai dem Andenken an die Heilige Elisabeth. Sie spannt einen Zeitbogen von der Musik des Mittelalters bis in die Neuzeit und lässt Gesang, Harfe, Glockenspiel und weitere historische Instrumente erklingen.

Die Eisenacher Band SNOWBLIND musiziert im Rahmen des Musikprojektes „Klang. Licht “ anlässlich des 814. Geburtstags der Elisabeth von Thüringen im Juli auf dem ehemaligem Klosterhof.

Die Jazz-Musiker Marco Böttger, Gitarre und Christoph Gottwald, Kontrabass, sind im September im Rahmen der Sonderausstellung „Licht. Raum. Miteinander“ zu Gast. Neben Klassikern des Jazz und Swing erklingen auch Eigenkompositionen.

Boris C. Motzki, Dramaturg am Staatstheater Mainz und ehemaliger stellvertretender Intendant des Landestheaters Eisenach, liest in der Reihe „Liebe. Worte“ im Mai Texte der Liebe und spannt in seiner Lesung einen literarischen Bogen von den Mystikern bis in die Gegenwart.

Monsignore Heinz Gunkel, ehemals Pfarrer der Eisenacher Elisabeth-Gemeinde, moderiert zum Gedenktag der Heiligen Elisabeth im November ein Gespräch unter dem Titel „Verbindendes -Im Dialog der Konfessionen“. Heinz Gunkel, 1978 zum Priester geweiht, war über viele Jahre Offizial des Interdiözesanen Offizialates in Erfurt. Das Andenken an das Wirken Elisabeths, insbesondere in Eisenach zu wahren, ist ihm Passion.

Philipp Geist, geboren 1976 in Witten, lebt seit 1999 in Berlin und Weilheim. Der Künstler arbeitet weltweit mit den Medien Video / Lichtkunstillumination, Fotografie und Malerei. In seiner künstlerischen Arbeit setzt er sich mit dem komplexen Zusammenspiel von Licht und Klang, Raum und Bewegung auseinander. Er illuminierte die Christus-Statue in Rio de Janeiro, den Azadi-Turm in Teheran zu den Themen Frieden und Freiheit, die Deutsche Botschaft in Prag anlässlich 25 Jahre Maueröffnung, den Kölner Dom u.a.. In seinem Lichtkunst-Projekt „Hidden Places“ inszeniert der Künstler unscheinbare und vergessene Orte, verwandelt diese für kurze Momente in leuchtende Kunstwerke und thematisiert in der Gegenüberstellung die Vergänglichkeit.

Dankeschön an alle Förderer und Unterstützer! Dazu gehören
Thüringer Staatskanzlei, Bistum Erfurt, Wartburg-Sparkasse, Sparkassenstiftung der Wartburg-Region, Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen, Sparkassen-Versicherung, TEAG Thüringer Energie AG , Wach- und Schließgesellschaft Eisenach mbH, Förderverein Freunde des Thüringer Museums Eisenach e.V., advita Pflegedienst GmbH, Ute Lieske, Eisenach und weitere regionale Firmen und Privatpersonen, Kunstverein Eisenach e.V., Martin-Luther-Gymnasium, Verein Städtepartnerschaften Eisenach e.V., Verein Eisenacher Gästeführer e.V., Gewerbeverein Eisenach 1991 e.V., Offener Hörfunkkanal Eisenach e.V. „Wartburg-Radio 96,5“.
Ebenso gilt Dank der Wartburg-Stiftung, den Eisenacher Partnerstädten Sárospatak und Marburg, den evangelischen und katholischen Kirchgemeinden, den Institutionen und Privatpersonen, die Fotos für die Lichtkunst-Illumination zur Verfügung gestellt haben und allen Bürgerinnen und Bürgern, die das Projekt mittragen.

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