„Messbarer Beitrag zur Wärmewende“ – Fernwärmenetz in Bad Salzungen wird mit EFRE-Förderung energieeffizient erweitert
In der Kurstadt Bad Salzungen wird das innerstädtische Fernwärmenetz erweitert. Das Vorhaben der energetischen Stadtsanierung wird mit rund 414.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. „Bad Salzungen leistet damit einen messbaren Beitrag zur Wärmewende“, so Infrastrukturminister Steffen Schütz anlässlich der Bewilligung des Zuwendungsbescheides.
Mit dem weiteren Ausbau des Fernwärmenetzes in Bad Salzungens Innenstadt soll die Fernwärme künftig aus Kraft-Wärme-Kopplung genutzt werden. In zwei Bauabschnitten wird hierfür eine rund 350 Meter lange Fernwärmetrasse vom Bereich der Stadtschule bis zum „Entleich“ und anschließend zu den Grundstücken verlegt. Die Rohrleitungen erhalten eine verstärkte Wärmedämmung um Netzverluste (Wärmeverluste) auf ein Minimum zu reduzieren. Mit einer installierten Leistung von 600 kW wird die neue Trasse künftig rund 750 MWh klimaschonende Wärme pro Jahr liefern. Das entspricht dem durchschnittlichen Bedarf von etwa 50 Einfamilienhäusern.
Die förderfähigen Gesamtkosten des Vorhabens betragen rund 690.000 Euro. Während ein großer Teil Bad Salzungens bereits mit Fernwärme versorgt wird, erfolgt die Wärmeversorgung im unmittelbaren Bereich des Zentrums derzeit noch weitestgehend mit Erdgas. „Mit Unterstützung der Europäischen Union macht Bad Salzungen nun einen weiteren großen Schritt in Sachen Klimaneutralität und Energieeffizienz. Mit Fertigstellung des Vorhabens wird die Stadt künftig 120,4 Tonnen CO2 im Jahr einsparen“, so Infrastrukturminister Steffen Schütz abschließend.
Allgemeines zur EFRE-Förderung
Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) ist ein Förderinstrument der Europäischen Kommission für alle Regionen Europas, das darauf ausgerichtet ist, Entwicklungsunterschiede auszugleichen. Die Lebensqualität der EU-Bürgerinnen und -bürger soll verbessert und der wirtschaftliche und soziale Zusammenhalt der Europäischen Union gestärkt werden.
Bereits in früheren Förderperioden hat die Nachhaltige Stadtentwicklung im Rahmen der EFRE-Förderung viele positive städtebauliche Entwicklungen in den Thüringer Kommunen angestoßen. Die Förderung steht unter dem durch die neue Leipzig Charta vorgegebenen thematischen Dreiklang: Die gerechte, grüne und produktive Stadt.
Das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur (TMDI) hat in den Verhandlungen zur Vorbereitung der EFRE-Förderperiode 2021 – 2027 erreicht, dass den Thüringer Kommunen weiterhin Fördermittelangebote für klassische Projekte der nachhaltigen Stadt- und Ortsentwicklung unterbreitet werden können. Rund 84 Mio. Euro EFRE-Mittel stehen hierfür zur Verfügung. Bei einem EFRE-Fördersatz von 60 % lassen sich damit Investitionen mit einem Gesamtvolumen von 140 Mio. Euro realisieren. Zudem ist die EU-Förderung mit den Bund/Länder- und Landesprogrammen der Städtebauförderung kombinierbar, was ihre Attraktivität wesentlich erhöht.
Weitere 90 Mio. Euro Fördermittel sind für die energetische Stadtsanierung vorgesehen. Gefördert werden sowohl Vorhaben zur energetischen Optimierung von Gebäuden als auch zum Aus- und Umbau sowie zur Sanierung von Wärmenetzen. Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit der Systeme zu verbessern, den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen und den Energieverbrauch von Gebäuden und Infrastrukturen insgesamt zu senken.